Bereits beim zweiten DTM-Wochenende seiner Karriere hatte er aber für alle Zweifler die richtige Antwort: Tomczyk brachte den Audi TT-R auf Rang 4 ins Ziel, nur eine halbe Sekunde hinter dem Podium. Das Revier war also abgesteckt. Hier wollte der Neuankömmlin künftig seine Duftmarke öfter setzen. 2004 eskortierte Martin Tomczyk als "Edel-Domestik" seinen Teamkollegen Mattias Ekström zum Meistertitel.
Sein ausgeprägter Ehrgeiz und sein fast schon ansteckender Sinn für Humor halfen ihm danach über die schwerste Zeit seiner Karriere im Jahr 2005. Der Wechsel seines Renningenieurs war eine kleine Ursache mit großer Wirkung. Er blieb ein Jahr lang ohne Podestplatz Dennoch entwickelte er sich vom Talent zur fixen Größe. So gelang ihm schließlich im September 2006 der große Wurf: In Barcelona drückte er dem Rennen von Beginn an den Stempel auf. Am Ende strahlte er in seinem 60. DTM-Einsatz in bester Gesellschaft als Sieger vom Podium, neben ihm der geschlagene Bernd Schneider und Heinz-Harald Frentzen. Am Jahresende lag er auf Gesamtrang 4 der Meisterschaft.
Im vermeintlich "verflixten 7. Jahr" seiner DTM-Karriere sahen die Fans den besten Tomczyk, den es je gab: Ruhig, abgeklärt und mit jeder Menge Erfahrung ausgestattet. Wo er früher unter Druck gelegentlich Fehler machte, staunten die Konkurrenten nun nur noch über seine Coolness. Vier Mal bereits startete er von der Pole Position und schaffte damit 2007 den 3. Platz in der Gesamtwertung der DTM. In der Saison 2008 holte er sich den 7. Platz.
Außerhalb des Cockpits ist er jedoch nach wie vor der bodenständige Junge aus Bayern mit den vielseitigen Interessen. Oft mit Stoppelbart und in bequemen Klamotten unterwegs, gilt für ihn als Motto: "Bei all der Herausforderung und Verantwortung in der DTM sollte man trotzdem den Spaß nie ganz vergessen." Den holt sich der FC-Bayern-Fan dann an freien Wochenenden mit seinen Kumpels beim Pokerabend oder im Kino. Bei passender Gelegenheit darf auch schonmal Martins Lieblingsstück, seine Harley Davidson, an die frische Luft.
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