Wer den Zug von Berlin nach Halle nimmt, kommt an ihr nicht vorbei: Der 100 Meter langen Graffiti-Wand der Sprayerin MadC. Im Interview erzählt die Künstlerin über Idee, Enstehung und Probleme beim Gestalten von Deutschlands größtem Graffiti.
Wie bist du auf diese Wand gekommen?
Ich habe schon lange nach einer Wand gesucht, die viele Leute sehen und gleichzeitig Abseits des Lärms der Großstadt liegt. Dann hab ich die vom Zug aus bemerkt und den Besitzer nach Erlaubnis gefragt.
Ja, schon. Natürlich haben mich oft Freunde besucht, aber ich liebe alleine zu malen. Da kommen mir die besten Ideen. Dann verliere ich mich total in meiner Welt.
Schwer zu sagen. Beeindruckend waren die ersten Linien, weil ich keine Ahnung hatte, ob ich jemals fertig werden würde. Auch nie vergessen werde ich einen stürmischen Tag, an dem es mir die Leiter weggeblasen hat und ich mich gerade noch an der Kante festhalten konnte. Als ich die Hafenszene gemalt hab, hat es wie aus Kübeln geregnet und das Feld um mich stand unter Wasser und es hat sich angefühlt, wie am Meer.
Eindeutig das Wetter. Ich konnte nicht durchgehend bis September malen, weil es so schlecht war. Und ich hatte keine Hebebühne, sondern verbrachte die halbe Zeit, meine Leiter rauf und runter zu klettern. Das Wetter ließ die Farbe auch schlecht trocknen und setzte den neuen Schichten sehr zu.
Ich habe viel aus Graffiti-Magazinen, Künstlern wie Dare, Swet, Amok und Seen. Abseits von Graffiti sicherlich die Skater-Kultur und van Gogh, seinen Farbenwahl und energetische Art zu malen, begeistern mich.
Eigentlich ist ja die Idee, auf jedem Kontinent so eine Mauer zu malen. Mal sehen, ob sich die Wände und auch Finanzierung finden läßt, dann hab ich die Idee noch nicht aufgegeben.
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