Die Formel 1 besucht im November Austin, Texas Die Formel 1 besucht im November Austin, Texas. Foto: Red Bull Content Pool/ Chris Tedesco

So viele Grands Prix wie noch nie, das Comeback des Icemans und ein Ausflug nach Texas: im März startet die 63. Formel-1-Saison. Hier die wichtigsten Fakten und Zahlen zum Rennjahr 2012.

Am 18. März blickt die ganze Sportwelt nach Melbourne, Australien. Dort heulen zum Auftakt der Formel-1-Saison 2012 die Motoren – der Startschuss einer Saison, die im Reglement zwar keine großen Änderungen bringt, mit 20 Rennen aber länger dauern wird als je zuvor. Vor dem großen Finale in São Paulo (Brasilien) am 25. November besucht der Renntross unter anderem Bahrain (22. April), wo 2011 das Rennen aufgrund von Unruhen abgesagt werden musste. In Deutschland wird die Königsklasse am 22. Juli auf dem Hockenheimring zu sehen sein.

Im vorletzten Rennen gibt es eine Rückkehr in die Vereinigten Staaten: nach Austin, Texas (18.November). Auf der neuen Rennstrecke Circuit de Americas findet nach einer fünfjährigen Pause wieder ein Großer Preis der USA statt.

 



 

Comeback eines Champions. Freuen können wir uns auch auf neue Gesichter unter den Fahrern. Und einen Rückkehrer: Kimi Raikkönen, Weltmeister von 2007, steigt nach einem zweijährigem Intermezzo in der Rallye-Weltmeisterschaft wieder ein. Der Iceman aus Finnland wird bei Lotus im Cockpit sitzen. Sein Kollege dort wird der bisherige Ersatzmann Romain Grosjean sein, da Vitaly Petrov aussortiert wurde. Apropos Lotus: Lotus Renault GP heißt jetzt nur noch Lotus, während sich das Team Lotus in Caterham F1 umbenannte. Bei Force India wurde ein Deutscher durch einen Deutschen ersetzt: Nico Hülkenberg übernimmt den Platz von Adrian Sutil. Timo Glock hat ab sofort bei Marussia den Debütanten Charles Pic als Stallkollegen.

nullKimi Räikkönen. Foto: GEPA pictures/McKlein

Bei den Topteams bleibt alles beim Alten: Mark Webber wird zumindest noch 2012 bei Red Bull fahren, Vettel soll bis 2014 dort verlängern. Bei McLaren wurde Jenson Button langfristig gebunden, Lewis Hamiltons Kontrakt läuft Ende des Jahres aus. Fernando Alonso ist bei Ferrari gesetzt, Felipe Massa erhält eine weitere Chance. Angreifen möchten Nico Rosberg (Vertrag bis 2013) und Michael Schumacher (bis Ende 2012) im Mercedes, nachdem es das deutsche Duo 2011 nie aufs Podium schaffte.

Mission Titelverteidigung. Auch 2012 heißt der große Favorit auf den Weltmeistertitel Sebastian Vettel. „Der Titel führt nur über ihn. Die von 2013 und 2014 auch“, ist sich Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sicher. Der Heppenheimer gewann vergangene Saison elf von 19 Rennen, schaffte die Bestmarke von 15 Pole-Positions und wurde jüngster Doppel-Weltmeister aller Zeiten. In diesem Jahr könnte er der jüngste Dreifach-Champion der Geschichte werden. Das Kunststück von drei aufeinanderfolgenden Titeln gelang vor ihm nur Nigel Mansell und Michael Schumacher. Vettel gibt sich gewohnt zurückhaltend: „Was Michael geschafft hat, ist so weit weg.“.

Am Reglement ändert sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr wenig: Die maximale Renndauer wurde auf vier Stunden verlängert, damit es nicht wie im vergangenen Jahr in Montreal zu einem Renn-Marathon kommen kann. Trotzdem verspricht die neue Saison Spannung und packende Rad-an-Rad-Duelle. Und auch der Blick auf 2013 lässt schon strahlen: Dann drehen die Piloten ihre Runden unter anderem vor der Skyline von New York.

Wissenswertes über die Formel 1:

  • Die erste Weltmeisterschaft fand 1950 statt. Erster Champion wurde der Italiener Giuseppe Farina.
  • 1968 war beim Grand Prix von Spanien erstmals Werbung auf einem der Boliden zu sehen. ARD und ZDF stiegen erbost aus der Live-Berichtserstattung für den Rest der Saison aus. Später sollte sogar für Kondome und ein Bestattungsinstitut geworben werden.
  • 1970 wurde Jochen Rindt zum tragischen Helden: Der Österreicher verunglückte tödlich in Monza – weil ihn in der Gesamtwertung keiner mehr einholen konnte, wurde er posthum Weltmeister.
  • 1976 sorgte Tyrell mit dem P34 für Aufsehen: Das Gefährt hatte vorne vier statt zwei Räder. Immerhin: Mit dieser Konstruktion wurde in Schweden ein Doppelsieg eingefahren. 1982 probierte es Williams hinten mit vier Rädern – der Bolide kam nie zu einem Renneinsatz.
  • 1982 wurde Keke Rosberg mit nur einem Sieg Weltmeister. 1984 gewann Niki Lauda mit dem knappsten Vorsprung aller Zeiten: Mit 0,5 Punkten holte er seinen dritten und letzten WM-Titel.
  • Rekord-Weltmeister ist Michael Schumacher mit sieben Titel. Führender in der ewigen Konstrukteurs-Bestenlist ist Ferrari mit 16 Erfolgen.
  • Schumacher führt  mit 91 Erfolgen auch in der Liste der meisten Grand-Prix-Siege. Sebastian Vettel gewann bislang 21 Rennen. Auch bei den Pole-Positions ist Schumacher vorne – mit 68. Und Vettel? Der ergatterte bisher 30 Quali-Bestzeiten.
  • Um ältester Champion aller Zeiten zu werden, muss Schumacher noch eine Weile warten: Fangio errang 1957 mit 46 Jahren, 2 Monaten und 15 Tagen den Titel. Und Luigi Fagioli (Frankreich) war 1951 53 Jahre und 22 Tage alt, als er ganz oben am Podium stand. Zum Vergleich: Schumacher ist am 3. Januar 43 geworden.
  • Zum Abschluss noch ein paar Zahlen aus der Saison 2011: Es gab 1111 Boxen-Stops, 2,82 Sekunden dauerte der kürzeste (Mercedes), 24.000 Reifen wurden benutzt, 10,2 Tonnen Gummi blieben davon auf der Strecke haften und im Schnitt hielt ein Reifen 120 Kilometer.





     

 


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