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Weltklasse-Segler Hans-Peter Steinacher im Interview: Über die „Seeschlacht“ von Portoroz, Bordgast Hermann Maier, was 3D mit dem America’s Cup zu tun hat und sein liebstes Seemannslied.


Wie verlief das X40 Finale am Sonntag, den 18. Juli, in Portoroz aus deiner Sicht?

Für uns war die Situation ziemlich klar. Wir wussten dass wir bei viel Wind die besseren Karten haben würden, weil unser Boot mit seiner Besatzung schwerer als das der Konkurrenten ist. Dann wäre das Wettrennen am Sonntag beinahe wegen zu starkem Wind abgesagt worden. Wir waren dann auch nach der ersten Runde vor dem führenden slowenischen Team, mussten aber zwei Boote Abstand zwischen sie und uns bringen, um genügend Punkte für den Gesamtsieg zu sammeln.

Es sah ja bis zum Schluss sehr viel versprechend für euch aus, nicht?
Die Slowenen waren auf Position vier auch recht angeschlagen, doch die Briten vor uns waren so gut wie uneinholbar und wir segelten weiter auf Platz zwei. Kurz vor der Ziellinie ließen die Holländer jedoch die Slowenen vorbei, auf Platz vier, womit sich unsere Hoffnung auf einen Sieg natürlich erübrigte – wir ärgerten uns natürlich schon ein bisschen weil wir wussten, dass der Skipper der Slowenen früher Vorschotmann (bedient die Schoten (Tauwerk) des Vorsegels mit Hilfe eines Haltegurtes am Mast (Trapez); Anm.) bei den Holländern gewesen war.

Am vergangenen Wochenende wart ihr in Valencia. Was war dort los?
Wir waren beim BMW Oracle Team, das sich gerade auf die TV-Übertragungen für den America’s Cup vorbereitet. Dabei wird ausprobiert, wie man Segel-Wettkämpfe optimal und anschaulich fürs Fernsehen übertragen kann – mit 3D-Kameras und speziell am Schiff platzierten Kameras. Besonders die Tiefe zwischen den Schiffen und dem Meer dahinter kommt in 3D wirklich gut. Die Aufgabenstellung ist: Wie kann ich meine Mutter, oder deine Mutter dazu bringen, sich Segeln im Fernsehen anzusehen. Mit der spürbaren Power hinter Oracle dürfte sie bald gelöst sein.

  

null © Christian Prenner / Chili Sports
 Hans-Peter (l.) mit Oracle-Chef Russell Coutts und Roman Hagara (r.).

 

Eine Landrattenfrage: Was ist der Unterschied zwischen dem Manövrieren eines großen Katamarans und eines großen Mono-Hulls (einrumpfiges Schiff; Anm.)?
Das ist vergleichbar mit dem Autofahren. Einen Rennwagen, und das ist der Äquivalent eines Katamarans unter Rennseglern, wirst du auch mit mehr Weitblick steuern müssen, weil er einfach schneller ist als ein Mono-Hull. Es geht dabei um ganz verschiedene Techniken.

Was erwartet ihr euch vom nächsten Stopp der Extreme Sailing Series Europe 2010 in Cowes, England, am Ende des Monats?
Sicherlich das englische Wetter (lacht). Und natürlich dieselbe Konkurrenz wie überall sonst – die stärksten Teams der Welt.

In Kroatien hattet ihr ja einen Bordgast dabei, der sonst eher eisige Wellen reitet ...
Ja, den Sigi Grabner. Der hatte Glück beim gemeinsamen Turn weil es nicht so windig war wie an den anderen Tagen. Er hatte seine Füßlinge an, um besseren Grip am Deck zu haben und hat auch ein paar Vergleiche zum Snowboarden ziehen können: die Art wie man mit dem Wellenverlauf mitlenkt, anstatt gradaus drüber zu brettern. Ich hatte den Eindruck, es hat ihm sehr gut gefallen. Wir werden auch weiterhin interessante Bordgäste haben, im September zum Beispiel den Hermann Maier.

Dein liebstes Seemannslied?
Sailing von Rod Stewart, weil mir grad kein anderes einfällt ...

Deine favorisierte Seemannsliteratur?
Ich lese eigentlich ausschließlich Taktikhandbücher. Ein ebenso interessantes wie umständliches Buch zum Segelsport allgemein ist Der Machei, in dem Schiffe und Segelmanöver mathematisch erklärt werden.

Welchem Seebären haben wir deine Karriere zu verdanken?
Sicher dem Olympioniken Hubert Porkert, der, wie ich, aus Zell am See stammt und Anfang der Achtziger in der Tornadoklasse ganz vorn dabei war – ein großes Vorbild.


Mehr über Hans-Peter Steinacher und Roman Hagara gibt's hier.
 


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