Brink Reckermann Rom 2011

19.6.2011: Großer Sieg im kleinen Finale = Platz 3 bei der WM

Wir haben das kleine Finale gegen die Letten Plavins-Smedins mit 2:1 (22:20; 18:21; 15:11) gewonnen und holen damit die Bronzemedaille.

Als Julius Brink beim Stand von 14:11 im dritten Satz mit einer unglaublichen Abwehraktion den Angriff des Letten Plavins förmlich aus dem Sand kratzte und dann das Zuspiel von Reckermann in der Mitte des gegnerischen Feldes unterbrachte, freuten wir uns wie nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft und umarmten uns mit Tränen der Freude in den Augen.

Für uns war diese Medaille unglaublich wichtig. Als wir vor knapp zwei Wochen zum Grand Slam gefahren sind, haben wir wegen der Verletzung von Jonas maximal mit zwei Top 10 Resultaten gerechnet. Jetzt haben wir in Peking Silber und hier Bronze gewonnen, das ist einfach unglaublich.

Erneut war es eine enorme mentale Leistung, die uns im dritten Satz zurück auf die Siegerstraße brachte. Nach dem knapp gewonnen ersten Satz und dem verlorenen zweiten Satz, hatten die Letten eigentlich das Spiel in der Hand. Doch wir schafften es wieder einmal im entscheidenden Moment unsere ganze Klasse zu zeigen und gewannen den entscheidenden Satz mit 15:11.

P.S.: Julius Brink ist damit der erste Nicht-Brasilianer, der drei Medaillen bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte.

 

19.6.2011: Klare Niederlage im Halbfinale

Wir habe unser Halbfinale gegen die Brasilianer Alison-Emanuel deutlich mit 0:2 (15:21; 15:21) verloren und wurden damit als Weltmeister entthront. Wir hatten heute nicht den Hauch einer Chance. Alison-Emanuel gelang an diesem Abend alles und Jonas Reckermann „war anzumerken, dass er drei Wochen lang nicht gesprungen ist. Da fehlten ihm heute einfach die entscheidenden Zentimeter“, kommentierte Coach Jürgen Wagner die Niederlage.

Trotz der Niederlage war Wagner stolz auf die gezeigte Leistung seiner Schützlinge: „Dass die beiden nach der Verletzung von Jonas solch ein Turnier spielen können, hätte ich nicht geglaubt. Und Alison-Emanuel haben heute das Spiel ihres Lebens gemacht - um da dagegen halten zu können, hätte auch bei uns alles perfekt laufen müssen. Und das war bei dieser Vorbereitung einfach nicht möglich.“

Wir müssen schnell die Niederlage aus dem Kopf bekommen. Wir wollen unbedingt eine Medaille bei dieser WM gewinnen. Julius Brink wäre der erste europäische Spieler, der drei Medaillen bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte.

 

18.6.2011: Ohne Kraftverlust ins Halbfinale

Wir sind der erfolgreichen Titelverteidigung wieder einen Schritt näher gekommen. Durch einen lockeren 2:0 (21:15, 21:16) Erfolg gegen die Polen Fijalek-Prudel sicherten wir uns den Einzug ins Halbfinale. Dort treffen wir heute Abend um 20.05 auf den Sieger der Partie Ferramenta-Pedro gegen Alison-Emanuel.

Unser Mental-Coach Lothar Linz war schon vor dem Spiel sehr zuversichtlich: "Normalerweise besteht die Gefahr, nach so einem Sieg wie gestern die Spannung zu verlieren - aber die beiden waren heute Morgen unheimlich fokussiert; ich bin mir sicher, dass sie ein gutes Spiel zeigen werden." Linz sollte Recht behalten.

Jonas dominierte am Netz, Julius spielte beweglich in der Abwehr und die Polen konnten dem dadurch aufgebauten Druck zu keinem Moment stand halten. Wir brauchten lediglich 40 Minuten für den klaren Sieg und freuten uns auf das Halbfinale. Zum Glück haben wir in der römischen Mittagshitze nicht allzu viel Kraft gelassen. Ich gehe davon aus, dass wir gegen Emanuel-Alison spielen - die haben hier bisher sehr konstant und unglaublich stark gespielt. Wir haben zwar die letzten beiden Spiele gegen sie verloren, aber wir haben ja auch gegen die Amerikaner eine Serie gebrochen...

  

18.6.2011: Weltmeisterliches Spiel gegen die Nr. 1 der Welt

Das Spiel wurde vielfach als vorgezogenes Finale angekündigt; dementsprechend hoch war die Anspannung vor dem Spiel. Die Nummer 1 der Welt schon im Achtelfinale als Gegner zu erwischen, ist schon ein hartes Los. Die Statistik sprach eher für einen amerikanischen Erfolg: Rogers-Dalhausser haben die letzten sieben Begenungen in Folge gewonnen, den einzigen Sieg gegen die amerikanische Nummer 1 konnten wir bei der Weltmeisterschaft 2009 landen.

Und eigentlich verlief alles wie immer: Wir gingen zwar anfangs in Führung - doch in der Mitte des ersten Satzes blockte Phil Dalhausser gleich mehrere Bälle in Folge und der Satz ging mit 21:17 an die Amerikaner. Als die amtierenden Olympiasieger auch im zweiten Satz die Führung übernahmen, schien das Spiel schon vorentschieden. Doch wir gaben sich nicht auf, kämpften uns Punkt für Punkt zurück ins Spiel und gewannen den zweiten Satz mit 21:19.

Der Elan des zweiten Satzes war aber schnell wieder verschwunden als Phil Dalhausser im dritten Satz erneut seine Dominanz am Netz ausspielte. Der 2,07-Mann baute am Netz eine fast unüberwindbare Wand auf - die Amerikaner gingen mit 9:5 in Führung und erneut war man sich sicher, dass die Amerikaner auch das achte Spiel in Folge gewinnen würden.

Doch auch im dritten Satz kämpften wir uns zurück - durch druckvolle Aufschläge, starke Blocks und eine weltmeisterliche Sicherheit im Angriff kamen wir Punkt für Punkt näher, bei 13:13 gelang sogar zum ersten Mal der Ausgleich. Als dann Julius erneut einen eigentlich nicht abzuwehrenden Ball aus dem Sand kratzte, gingen wir in Führung und gaben diese nicht mehr ab. Den vierten Matchball schlug Phil Dalhausser diagonal ins Aus.

Wir denken jetzt aber nicht an Favoritenrollen, sondern weiterhin von Spiel zu Spiel und konzentrieren uns auf unsere eigene Leistung. Was dann am Ende dabei herauskommt werden wir spätestens Sonntag sehen.

 

17.6.2011:  Sechzehntelfinale schadlos überstanden

Wir haben den Auftag zur "single elimination" schadlos überstanden. Mit einem klaren 2:0 Sieg über die Esten Jaani-Vesik sind wir ins Achtelfinale eingezogen. Dort wartet allerdings ein schweres Los auf uns: Das Spiel gegen die Amerikaner Rogers-Dalhausser ist fast schon ein vorgezogenes Finale in Rom.

 

16.6.2011:  Gruppensieg mit souveräner Leistung

Gegen die Polen Kadziola-Slankiewicz sind wir erstmals in Rückstand geraten, haben aber den Druck erhöhen können und den ersten Satz mit 21:18 gewinnen können. Im zweiten Satz waren es vor allem die Abwehrspieler, die die Partie zu einem der besten Spiele der bisherigen Weltmeisterschaft werden ließen. Jonas Reckermann: "Julius hat Bälle geholt, die eigentlich nicht abzuwehren waren. Das war eine absolute Weltklasseleistung von ihm."

3 Erfolge in drei Spielen bedeuten natürlich den Gruppensieg. Jetzt beginnt die Phase der "single elimination" - die Plätze 1 - 32 der Setzliste werden im Losverfahren unter Berücksichtigung der Resultate der Vorrunden vergeben. Wer schlecht gespielt hat trifft also früher auf starke Gegener.

Julius Brink: "Natürlich wird es das eine oder andere schlechte Los geben. Aber wenn wir weiterhin unsere Leistung bringen, sind wir für die anderen Teams auch kein gutes Los. Wir werden uns weiterhin auf unser Spiel konzentrieren und versuchen unsere beste Leistung zu zeigen - egal welcher Gegner auf dem Platz steht."

 

15.6.2011:  Klarer Sieg über die Schweizer Heuscher-Bellaguarda

Der Sieg war mit 21:17 und 21:13 unerwartet deutlich. Wir sind mit großem Respekt in dieses Spiel gegangen, weil die Schweizer letzte Woche in Peking gezeigt haben, wozu sie fähig sind und völlig verdient ihre erste Medaille bei einem Grand Slam gewonnen haben. Das Match war am Anfang tatsächlich ausgeglichen, vorallem wegen der Ballkünste des gebürtigen Brasilianers Jefferson Bellaguarda.

Julius Bring: "Er hat am Anfang jeden Ball kontrolliert und im Angriff immer die richtige Option gewählt. Zum Glück hat Jonas ihn am Ende des ersten Satzes mit seinen Blocks aus dem Rhythmus gebracht."

Jonas Reckermann:"Im zweiten Satz hat Julius mit ausgezeichnetem Defensivspiel bestochen. Er war fast an jedem Ball dran. Er hat heute eine unglaublich starke Abwehraktionen gezeigt."

 

14.6.2011:  Ein guter Turnierstart: Die Russen Likholetov-Pastukhov werden mit 21:11 und 21:13 geschlagen

Julius Brink:
Wir wussten nicht wie wir nach der harten Woche in Peking und der kurzen Regenerationszeit danach spielen würden. Aber wir konnten alles umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir sind froh, einen souveränen Start erwischt zu haben.

Jonas Reckermann:
Ich bin zuversichtlich auf die heute um 14 Uhr stattfindende Partie. Die Schweizer Heuscher/Bellaguarda haben in Peking die Bronzemedaille gewonnen und sind bestimmt ein stärkerer Gegner als die Russen. Aber wir sind gut drauf und der sichere Start gibt uns Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben! Das Spiel wird übrigens live bei laolaTV übertragen und dürfte eine Vorentscheidung für den Gruppensieg liefern.


www.brinkreckermann.de

 


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