Viktoria Rebensburg ist in den Rocky Mountains gelandet. Am 26. November steht in Aspen (Colorado) der zweite Riesenslalom der Saison auf dem Programm. Ob sie sich in den USA einen klassischen Burger vergönnt und wie Weihnachten in ihrer Familie abläuft, verrät die Olympiasiegerin im Interview.
Hattest Du den Sommer über Zeit für Urlaub?
Nicht so richtig. Ich bin innerhalb meines Elternhauses umgezogen. Jetzt habe ich meine eigene Wohnung. Das hat aber alles ewig gedauert, bis es fertig war und am Ende sind dann nur fünf Tage Toskana übrig geblieben. Früher bin ich als Kind immer mit meinen Eltern dorthin gefahren.
Generell keine Lust auf exotischere Urlaubsorte?
Doch, aber ich bin so viel unterwegs und fliege so viel, da bin ich froh, wenn ich irgendwo in der Nähe was Nettes zur Erholung finden kann. Nächstes Jahr will ich nach Sardinien fahren.
Wie sieht der gesamte Sommer so aus?
Ende April, Anfang Mai habe ich zwei Wochen, wo ich mal gar nichts mache und das System komplett runterfahre. Das ist auch wichtig. Danach geht das Training aber schon wieder los, dann steht hartes Konditionstraining an. Im August geht es wieder in den Schnee — zuerst nach Neuseeland. Dort trainieren wir die Technik-Disziplinen und dann fahren wir nach Chile, um Abfahrt und Super-G zu trainieren.
Was sind Deine Ziele für diese Saison. Verteidigung des Riesenslalom-Titels?
Klar, das wäre natürlich ein Traum. Da müssen aber so viele Faktoren zusammen kommen, dass es wahnsinnig schwierig wird. Man braucht auch einfach viel Glück. Dieser Titel ist aber natürlich mein oberstes Ziel.
Außerdem willst Du Dich in den Speed-Disziplinen verbessern?
Genau, Super-G ist meine zweite Disziplin. In der letzten Saison war ich 10., was eine enorme Steigerung zum 15. Platz im Jahr davor war. Hier möchte ich diese Saison unter die Top fünf bis sieben kommen. Und ein Podiumsplatz wäre grandios. Bei der Abfahrt heißt es weiter, Erfahrungen sammeln und Abfahrts-Kilometer in die Beine bekommen.
Auf welche Rennen freust Du Dich in diesem Jahr am meisten?
Auf die Heimrennen. Das ist immer etwas ganz spezielles, da ist so eine tolle Atmosphäre. Vor zwei Jahren in Ofterschwang im Allgäu war es super cool, alle Menschen kennen einen dort und die schauen ganz bewusst auf die eigenen Fahrer — das ist wirklich besonders schön.
Das nächste Rennen ist in Aspen, magst Du das?
Ja. Letztes Jahr bin ich dort Zweite geworden. Ein sehr anspruchsvoller Reisenslalom, wie ich finde, sogar der schwierigste. Total viel Gelände, man muss immer dran bleiben, mir macht das Spaß.
Was sind Deine liebsten Bedingungen?
Ich mag es wenn es auf der aggressiveren Seite liegt. Das harte und eisige liegt mir gut. Ich komme allerdings mit allen Bedingungen gut klar.
Aggressiv?
Ja, nicht knüppelhartes Eis, sondern eher schön griffiges Eis, wo man arbeiten muss.
Also bist Du eine physische Fahrerin, die gerne hart im Rennen malocht?
Ja. Ich habe ja auch eher einen sehr kraftraubenden Stil.
Vor Aspen trainiert ihr in Vail?
Dort gilt es, die beste Materialabstimmung zu finden. Ich freue mich auf die Herausforderungen in Übersee. Es ist irgendwie immer ganz anders dort, die Gegend ist aber wirklich wunderschön.
Gönnst Du Dir dort auch heimische Spezialitäten?
Ja, so einen richtig klassischen amerikanischen Burger, nicht so ein Fastfoodburger, sondern ein frisch gemachter, das hat schon was. Den werde ich mir gönnen, obwohl ich ja sonst sehr auf meine Ernährung achte.
Danach stehen die Feiertage an. Gibt es Weihnachten oder Silvester in der Familie Rebensburg mit Viktoria?
Ja natürlich, allerdings vielleicht nicht ganz in dem Ausmaß, wie bei anderen Familien. Meistens komme ich erst am 23. heim und dann habe ich noch keine Geschenke. Ich besorge die mittags an Heiligabend. Am 25. steht schon wieder die Abreise an, da bleibt vorher noch Zeit für die Weihnachtsgans und dann geht’s wieder los. 26. und 27. ist wieder volles Training, weil wir am 28. immer Rennen haben. Normalerweise kann ich danach ein paar Tage zuhause verbringen, wo ich dann sehr gerne Langlaufe oder powdern gehe. Dieses Jahr haben wir allerdings am 1. Jänner den Parallelslalom in München. Silvester daheim fällt daher flach. Ist für mich aber eh nie so wichtig. Gezwungenermaßen feiern, das ist nicht so mein Ding. Generell bedeutet für mich Weihnachten und Silvester, die Familie und Freunde zu sehen, das ist für mich das Wichtigste.
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