Grubb im Hafen © Ng Kimio / Red Bull Photofiles

Grab? Spin? Fakie? Die Extremsport-Sprache kann manchmal ganz schön verwirrend sein. Deshalb leisten wir ein wenig Aufklärungsarbeit. Dieses Mal für Wakeboard-Fans. Auf geht’s.

Wie bei vielen anderen Fun-Sportarten bezieht sich auch das Wakeboard-Vokabular zumeist auf die gezeigten Tricks. Dazu kommen Wörter aus der Skateboard- und Snowboard-Szene, von der sich die Wakeboarder einiges abgeschaut haben. Hier gibt’s die Liste der meistgebrauchten Wakeboard-Ausdrücke:


Double-Up: Ein Double-Up erzeugt eine Monsterwelle, welche dem Rider (=Fahrer) höhere Sprünge und mehr Zeit in der Luft ermöglicht. So können auch komplexe Tricks ausgeführt werden. Ein Double-Up entsteht, wenn das Boot, das den Rider zieht, über seine eigene Welle in einem 90-Grad-Winkel kehrt macht. Durch dieses Manöver entsteht eine doppelt große Welle.

Rocker: Es gibt zwei Arten von Wakeboards – „Continuous Rocker“ und „Three-Stage Rocker“. Das Wort Rocker bezieht sich in diesem Fall auf die Durchbiegung des Wakeboards, nicht auf langhaarige Musiker. Continuous Rocker besitzen eine durchgehend gleiche Aufbiegung, während Three-Stage Rocker an den Enden unterschiedlich stark aufgebogen sind.

Fakie: Beim Wakeboarden sind die Füße am Brett festgeschnallt. Im Unterschied zum Skateboard kann die Fußstellung also nicht geändert werden. Fakie heißt hier, dass der Rider sich um 180 Grad dreht und seinen hinteren Fuß nach vorne bringt. Fakies sind zum Beispiel bei der Landung eines Tricks nötig.

Faceplant: Jetzt wird es weniger lustig: Zu einem schmerzhaften Faceplant (=Gesichtslandung) kommt es beispielsweise, wenn ein Trick schlampig ausgeführt wird, oder wenn die vordere Kante des Boards ins Wasser eintaucht. Andere gängige Bezeichnungen für das Küssen des Wassers: Bail, Scorpion oder Memory Loss.

Surface Trick: Bei diesen Tricks muss man keine Sprünge ausführen. Das heißt: Das Board bleibt an der Surface (=Wasseroberfläche). Surface Tricks sind vor allem für Anfänger gut geeignet. Meist touchiert man dabei die Welle, auch Drehungen können eingebaut werden. Auch wenn man für Surface Tricks nicht in die Luft gehen muss, gibt es einige schwierige Varianten. Beim Powerslide dreht sich der Rider um 90 Grad und gräbt sein Board ins Wasser, sodass ein riesiger Strahl entsteht.

Wake Jump: Jeder Sprung, bei dem der Rider von der Wasseroberfläche abhebt, gehört zu den Wake Jumps. Nachdem man die sichere Oberfläche verlassen hat, gibt es viele Möglichkeiten Style zu zeigen. Eine Variante ist der Backstracker, bei dem man das Board bis zum Hintern hochzieht und dabei den Rücken streckt. Der nächste Schritt ist der Fashion Air. Zusätzlich zur Backstracker-Bewegung kann hier eine Hand hinter den Kopf platziert werden. Oder man streckt eine Hand Richtung Himmel und fliegt wie Superman.

Grabs: Einen Grab-Trick nennt man jeden Sprung, bei dem der Rider irgendeinen Teil seines Boards berührt. Gut für Anfänger: Der Indy, bei dem man mit der Hand die vordere Kante des Boards zwischen den Beinen berührt. Schlecht, weil schwieriger, für Anfänger: Der Chicken Salad. Hier greift man mit der Hand zwischen die Beine und berührt die hintere Kante des Bretts.

Spins: Ein gegen den Uhrzeigersinn ausgeführter Spin eines regular Riders (linker Fuß vorne), oder ein Spin im Uhrzeigersinn eines goofy Riders (rechter Fuß vorne) wird Frontside-Spin genannt. Ein Rider, der die entgegengesetzte Richtung für seine Drehung nimmt, macht einen Backside-Spin. Für Spezialisten: Osmosis wird ein Trick genannt, bei dem der Rider das Seil während des Spins auslässt, und es sich wieder greift bevor der Trick beendet wird.

Inverts: Die Bezeichnung Invert gehört zu allen Tricks, bei denen das Board über den Kopf des Riders fliegt. Inverts sind bei vielen schwierigen Tricks mit eingebaut, etwa bei Backrolls, Frontrolls, Front Flips, Tantrum und Raleys. Ein Moby Dick ist beispielsweise ein Invert, der einen Rückwärtssalto mit einem 360-Grad-Spin verbindet.

Raleys: Bei diesen Tricks wird der Körper nach dem Absprung ganz nach hinten ausgestreckt, bevor man auf der anderen Seite der Welle landet. Der Raley vermittelt so das ultimative Fluggefühl. Beim Suicide Raley lässt der Rider (in diesem Fall wahrscheinlich ein Fortgeschrittener) das Seil mit beiden Händen aus und greift es sich vor der Landung wieder.

Mehr Tipps und Tricks zum Studieren gibt’s auf www.wakeboarder.com. Nicht vergessen: Der nächste Sommer kommt bestimmt.
 


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