Philipp Koller alias Thomalla ist einer der deutschen Teilnehmer der Red Bull Music Academy in Madrid, die in wenigen Tagen beginnt. Hier der Berliner Musiker im Interview.
Phillip, du packst gerade deine Sachen für Madrid, was kommt mit?
Puh, eigentlich packe ich im Moment aus. Ich bin gerade aus Island zurückgekommen, wo ich mit meiner Band Ter Haar am Iceland Airwaves Festival gespielt habe. Jetzt steht mal Klamotten waschen an, aber dann geht's Richtung Madrid.
Was erwartest du dir von den zwei Wochen bei der Red Bull Music Academy?
Ich hab mir in letzter Zeit viel Info geholt, hab also einen groben Überblick, was dort passiert und mich erwartet und ich bin extrem gespannt. Wie das in den Studios funktioniert und wie die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt drauf sind, das werde ich natürlich erst vor Ort sehen.
Wie bist du auf die Red Bull Music Academy gestoßen?
Ich verfolg das schon länger, aber seit der Academy in London hat es mich brennend interessiert. Ich hab mir dann oft beim Frühstück die Lectures angekuckt und als dann der Fragebogen für heuer online war, mich gleich daran gemacht. Über zwei Wochen lang hab ich an den Fragen gekaut und das anscheinend ganz gut!
Blicken wir zurück, wo und wie hat deinen musikalische Laufbahn begonnen?
Bei mir hat es mit dem Akkordeon begonnen, das mir aber mit 14, 15 Jahren zu uncool wurde und ich auf Gitarre umgestiegen bin. Die Musikschule war auch nicht so meins, ich hab lieber einfach zu Hause meine Lieblingsplatten nachgespielt.
Weiter ging's dann in Punk Bands natürlich, aber mein Bruder hatte immer einen großen Einfluss auf mich: Er spielt in der Berliner Postrock Band SDNMT und hat mich bald mit komplexerer Musik konfrontiert.
Mit Schulfreunden von mir habe ich schon länger die Band Ter Haar wo ich Gitarre und Synths spiele und manchmal singe, so gut es geht. Uns gibt es seit ca. 2005 und unser zweites Album ist für nächstes Jahr geplant.
Deine letzte Veröffentlichung ist aber eine elektronische EP als Thomalla.
Ja, zur Elektronik bin ich über das Experimentieren mit Gitarrensounds gekommen, wo ich irgendwann bei Synthesizern gelandet bin. Es ist wunderbar, weil das Arbeiten so anders ist wie in meiner Band: ich mach das alleine, meistens in der Nacht, es gibt keine Diskussionen über den Sound mit anderen Menschen. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein, aber es lässt sich sehr gut mit Ter Haar verbinden.
Die Platte ist auf Krakatau, dem Label von Bodi Bill erschienen. Du arbeitest schon länger mit ihnen, oder?
Ja, wir kennen uns alle schon länger. Fabian von Bodi Bill hat schon einmal einen Gesangspart bei uns übernommen. Ich hab ihm dann später mal meine eigenen Produktionen vorgespielt und er fand das gleich sehr gut. Das ist ein schöner Kreis in Berlin, wo sich am Ende jeder kennt.
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