The Streets © Warner Music

Vier Alben lang lieferte Mike Skinner mit seinem Projekt The Streets die perfekte englische Popmusik. Jetzt verabschiedet er sich mit einem letzten Album: „Computers and Blues“.

Das Jahr 2001. Die damals noch signifikanten Musiksender sind voll mit crediblem R’n’B aus den Staaten, da taucht plötzlich ein ganz anderes Gesicht am Schirm auf: ein englischer Milchbub, der statt Goldketten Fred Perry trägt, und in waschechtem Cockney Geschichten erzählt. Hier geht’s nicht um mit Cristal gefüllte Jacuzzies, sondern die Stories von Mike Skinner aka The Streets kommen von der Straße, den verregneten Asphaltwüsten Londons und drehen sich um verpeilte Tage nach Nächten auf lustigen Pillen, Katerfrühstück mit Baked Beans und verpasste Dates.

Die Beats rumpeln, ein wunderbar einfacher Mix aus UK-Garage und R’n’B. Skinner trifft mit seiner Sprache, die immer lyrisch und trotz der Themen und seines Alters nie pubertär wirkt, einen Nerv: Seit Jahren versucht der englische Rap sich einen eigenen Stempel aufzudrücken. Er schafft das mit seinem im Wohnzimmer produziertem Album „Original Pirate Material“ aus dem Stegreif.
 


Nach Riesenhype und einer Preis-Orgie macht sich Skinner an das Nachfolgewerk: „A grand don’t come for free“ erzählt als Konzeptalbum von verschollenen 1000 Pfund und der verzweifelten Suche nach dem Cash. Das Songwriting wird ausgefeilter und über die Jahre entwickeln sich The Streets zu einer vollen Band. Live nicht immer taufrisch, aber auf Platte grandios, wie die Alben „The Hardest Way To Make An Easy Living“ (2006) und „Everything is Borrowed“ (2008) zeigen.

2011 zieht Mike Skinner einen Schlussstrich unter The Streets. Das Album „Computers and Blues“ ist als Letztwerk angekündigt. Noch einmal fährt er all seinen Wortwitz und Reimkunst auf und liefert ein Abschiedsgeschenk ab, das klar drauf hindeutet, dass hier jemand noch einiges in petto hat und seinem Motto treu bleiben wird: Let’s push things forward!

Also Intro zum Album gibt es auf YouTube einen interaktiven Film: Welcher Typ bist du? Austehen, Schlummern und ganz aus?
 


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