Street Lab Meets Berlin © Jasmin Schuller


Mit Street Lab Meets Berlin findet dieses Wochenende in Berlin ein umfangreiches Festival zum Thema Streetart statt. Im Interview erzähl Organisator Daniel Daoudi über Ideen, Programm, Berlin und seine Highlights.

Dan, danke dass du dir Zeit für uns nimmst. Du hast gerade die Ausstellung zu Street Lab aufgehängt. Was gibt es da alles zu sehen?
Die Ausstellung hängt jetzt. Zu sehen sind 20 Artists, die zur Hälfte aus Berlin sind, die anderen sind aus Süddeutschland und Österreich. Dazu haben wir eine Videoinstallation, die die jeweiligen Backgrounds der Künstler zeigt.

Ihr zeigt aber nicht nur fertige Bilder, sondern es geht vor allem um Work-in-Progress.
Klar, das Herzstück unseres Studios ist eine alte Werkstatt, die heute auch als Galerie verwendet wird. Das besondere ist, dass hier noch immer eine alte Steindruckmaschine drinsteht. Wir werden die Tage vor und mit dem Publikum an dem Teil arbeiten. Natürlich kann man heute das selbe Resultat viel einfacher haben, aber es geht hier auch um den Prozess.

Euer Programm geht aber auch viel weiter als Werkstätten und Galerien.
Das ist auch sehr wichtig: es geht mir darum, eine Brücke nach draußen zu spannen. Klar, ein großer Teil der Kunst hängt heute in Galerien. Aber das, was wir hier machen, kommt von draußen und dort soll es auch hin.

Was wird hier genau passieren?
Zum Beispiel machen wir eine große Lasertagging-Aktion mit dem Tag-Tool. Mittels Laser werden über ein Interface Graffitis an eine 30x40 Meter große Wand “gemalt” oder das Graffiti Research Lab macht eine Tour mit LED-Throwies. Das sind LEDs mit einer kleinen Batterie dran, die man mit Klebeband oder Magnet überall anmachen kann und die dann blinken.

Also hat Streetart hier schon eine sehr technologische Komponente dazubekommen.
Klar, viele Künstler arbeiten auch viel Digital. Ob in Entwurf oder Produktion. Aber wenn man das Wort “Streetart” übersetzt heißt es ja Straßenkunst. Und das kann alles sein: Musik, Theater, Tanz, Poesie. Die berühmten vier Elemente von Hip Hop eben.
 

 
Das Ecke Kreuzberg-Neukölln ist ja das Epizentrum der Berliner Kunst-und Kreativszene. Wie geht ihr damit um?
Für mich ist das das zentrale Thema des Festivals. Wir sind an vier meiner Meinung nach sehr wichtigen Orten für Berlin und seine urbane Entwicklung: der Heimathafen Neukölln (www.heimathafen-neukoelln.de) war früher ein Ballraum und Tanzlokal. Das Betahaus (http://betahaus.de) war früher eine Lagerhalle und ist heute ein umfangreicher Büroplatz für Kreative, die Tanzfabrik Berlin ist mit ihrem typischen Backsteinbau und ihrer alten Werkstatt wie geschaffen für uns. Als viertes haben wir einen alten Werkstattraum in einem dritten Hinterhof, auch sehr typisch für Berlin.

Auf welchen der vielen Events im Rahmen des Festivals freust du dich am meisten?
Auf den Urban Circus am Samstag im Heimathafen. Da kommt dann alles zusammen: Auf drei Bühnen werden durch Zufall zusammengeloste Teams zu einem vorgegeben Thema arbeiten. Von Graffiti, Tanz, Musik, Theater… Die Zuschauer sind mittendrin und am Ende treten noch die Puppetmastaz auf, die auch ein speziell für den Abend produzierte Show zeigen werden.


Streetlab Meets Berlin

11.-13. März 2011
Berlin Kreuzberg & Neukölln

Alle Infos, genaues Programm auf http://www.street-lab.net

 


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