Wegen einer kaputten Bremsscheibe musste Sebastian Vettel heute länger pausieren, als ihm lieb war. Warum er trotzdem optimistisch ist und ob er noch Asse im Ärmel hat, verrät er in Teil 2 des Bahrain-Tagebuchs.
Freitag, 12. März:
Hier in Bahrain es so heiß, dass ich manchmal am liebsten im T-Shirt fahren würde.
Heute kam ich aber ungewollt etwas weniger ins Schwitzen: Im Training hat es beim Anbremsen der letzten Kurve nämlich die vordere linke Bremsscheibe zerrissen. Und ich bin einfach geradeaus geschossen – Gott sei Dank gibt es an dieser Strecke genug Auslauffläche.
Den Fehler zu beheben hat dann länger gedauert, was mir leider Fahrzeit gekostet hat. Aber jetzt sollte das Problem gelöst sein und das macht mich für morgen schon optimistisch.
Schwer wird das Qualifying sowieso. Die Strecke ist enorm rutschig und durch die vier neuen Autos wird es wohl eng. Dass einige Teams noch wesentlich langsamer sind, macht die Sache nicht einfacher. Vor allem in Q1 gilt es jetzt, irgendwie eine freie Runde zu finden. Und dann heißt die Devise: Vollgas!
Eines kann ich euch schon verraten: Sehr viele Karten habe ich noch nicht offengelegt. Jetzt würde mich halt interessieren, ob die anderen Fahrer noch bluffen...
Wünscht mir Glück!
Sebastian
(c) Red Bull Gepa Pictures
Sebastian Vettel: Überall Kameras
Sebastian Vettel hat es in dieser Saison mit vier Formel-1-Weltmeistern zu tun. An Unterstützung mangelt es nicht, wie sein überraschendes Meeting mit einem "Glücksmarienkäfer" beweist. Hier Teil 1 des Bahrain-Tagebuchs.
Donnerstag, 11. März:
Meine erste Streckenanalyse von Bahrain? Na ja, viel Asphalt.
Nein, im Ernst: Ich habe mir mir vor allem den neuen Teil des Kurses angeschaut. Er existiert schon ein paar Jahre, wird aber erst heuer befahren . Man schaut sich das Gefälle an, die Curbs und analysiert, welche Linie am schnellsten ist.
Sonst war natürlich noch auffällig, dass hier eine Unzahl von Leuten mit Kameras herumläuft. Jeder, der aus irgendeinem Grund ulkig aussieht oder einen Rennanzug trägt, wird sofort fotografiert. Woran das liegt? Wohl an Michael Schumacher. Er hat sehr viele Menschen aufgescheucht, die jetzt extra wegen seinem Comeback angereist sind. Stören tut mich das überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er überzeugt Interesse und das ist gut für den Sport.
Michael ist 41. Klar, für Formel-1-Verhältnisse ist das sicher ein „erfahrenes“ Alter, aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.
Dass er außerdem mein Boxen-Nachbar ist, verändert für mich nichts. Ich werde ihm schon hin und wieder „Guten Morgen“ oder „Auf Wiedersehen“ sagen, aber ansonsten konzentriere ich mich auf mich und mein Team. Jeder hat seine eigenen Baustellen. Davon gibt´s genug, vor allem am Anfang der Saison.
Heuer kämpfe ich mit insgesamt vier Weltmeistern um dem Titel. Was die machen, ist mir aber relativ wurscht, denn mein Ziel ist glaube ich jedem klar: Ich will nächstes Jahr an der gleichen Stelle stehen und hoffe, dass die Pressekonferenz dann mit fünf Weltmeistern abgehalten wird.
Vielleicht war ein heutiges Erlebnis ja das nötige Vorzeichen: Ich hatte irgendetwas im Nacken, greife hin und finde einen Marienkäfer in meiner Hand. Dass ich ihm dabei etwas weh getan habe, tut mir wirklich leid…
Bis morgen,
Sebastian
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