Soederstroem (c) Red Bull Photofiles / Naim Chidiac

Martin Söderström (19) war beim White Style der Favorit. Dann begann seine Pechsträne. Hier verrät der Schwede, warum er nach dem Wettkampf trotzdem wie ein Gewinner strahlte.

Du hast beim White Style in Leogang erlebt, wie eng Sieg und Niederlage beieinander liegen. Hast du das enttäuschende Ergebnis (Rang 11) schon verdaut?
Es war einfach nicht mein Tag. Ich bin stark in den Wettkampf gestartet, habe die Quali dominiert. Und dann kam dieses Missgeschick im ersten Finallauf. Ab diesem Zeitpunkt lief irgendwie alles gegen mich. Aber mittlerweile ist die Sache aus meinen Kopf.

Was ist passiert?
Mir ist kurz vor dem Ziel eine Kurbel abgebrochen. Mein erster Gedanke war: Oh sch…, ich bin draußen. Gott sei Dank hat sich die Reparatur rechtzeitig ausgegangen. Dann der zweite Lauf: Eigentlich war alles perfekt, nur leider habe ich die Landung des letzten Sprungs nicht hinbekommen. Damit war die Chance auf Podium weg.

Die Reparatur des Bikes nach dem ersten Lauf war ein beeindruckendes Bild: Deine Kollegen haben dir ohne zu zögern geholfen.

Das ist das Besondere an diesem Sport. Es gibt kein Gegeneinander. Wenn ein Fahrer ein Problem hat, sind die anderen sofort zur Stelle. Dieses Gemeinschaftsgefühl durfte ich heute wieder erleben – danke an alle!

Dein bester Freund Linus Sjöholm hat etwas überraschend den zweiten Platz geholt. Was sagst du zu seiner Leistung?
Ein Wahnsinn! Dass er so weit vorne liegt, macht mich so glücklich wie ein Sieg. Es gibt niemanden, den ich diesen Erfolg so vergönne wie ihm. Hast du gesehen, was er im Wettkampf aufgeführt hat? Unglaublich.

Nach dem Rennen hast du sofort zum Handy gegriffen. Wer war die Person am anderen Ende der Leitung?
Meine Mutter. Ich melde mich nach jedem Wettkampf um ihr zu sagen, dass ich okay bin. Sie hat mir sofort Halt gegeben und mich wieder motiviert. Das tat gut.

Wie glücklich ist sie über deinen Job?
Na ja, sie war schon lange ziemlich skeptisch und hätte es am Anfang lieber gesehen, dass ich etwas „vernünftiges“ lerne. Ich war aber schon ziemlich früh erfolgreich. Außerdem gehe ich keine unnötigen Risiken ein und war daher noch nie ernsthaft verletzt. Das hat sie letztendlich überzeugt.

Das White Style war der erste Wettkampf der Saison. Welche Erkenntnisse nimmst du mit?
Ich habe eigentlich sehr schnell gesehen, dass ich den Winter gut genützt habe und auch heuer ganz vorne dabei sein kann. Das ist ein beruhigendes Gefühl. Das Resultat war nicht so toll, aber was soll´s: Beim nächsten Contest sieht die Sache vielleicht schon wieder anders aus.

Wie sieht dein kommendes Programm aus?
Jetzt werde ich erstmal in Schweden chillen. Dann geht´s nach Kalifornien zum Training – Yess! Der Schnee hier war zwar toll, aber auf die Sonne und das Meer freue ich mich besonders.

Danke für das Interview und viel Glück!

 


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