Schlierenzauer (c) Sven Hoffmann, Red Bull Photofiles

Auf der faulen Haut herumliegen ist nicht die Sache von Gregor Schlierenzauer. Was er im Urlaub erlebt hat und wem er während der Fußball-WM die Daumen drückt, verrät er im Interview.

Teneriffa, Hamburg, Monaco: Dein Reisepensum in den letzten Wochen hört sich ja nicht gerade nach Erholung an.
Ist es aber – wenn man sich die Zeit richtig einteilt. Stressig wird das Herumreisen erst, wenn es zu Terminkollisionen kommt. Man muss halt Erholung und Training unter einem Hut bekommen. Das gelingt mir aber ganz gut.
 
null (c) Gregor Schlierenzauer
 
Du hast in einem Interview erwähnt, dass du dir vom Urlaub in Teneriffa Anonymität erhoffst. Wurdest du erkannt?
Nein, diesmal nicht. Ich habe es schon genossen, durch die Straßen zu wandern, ohne von allen Seiten beobachtet zu werden. Einfach ein normaler Mensch unter Menschen zu sein ist die beste Erholung, die es gibt.

Dein nächster Reisestopp war Hamburg, wo du gemeinsam mit dem Fotografen Sven Hoffmann die Stadt erkundet hast.
Den Sven kenne ich ja schon länger. Er ist mein Lehrmeister, wenn es ums Fotografieren geht. Sein geschultes Auge ist erstaunlich. Er hat mich durch Hamburg geführt – unsere Kameras waren natürlich dabei.

Was reizt dich so an der Fotografie?
Man nimmt die Dinge irgendwie anders wahr und sucht nach kleinen Details, auf die man sonst gar nicht achten würde. Der Kopf wird beim Fotografieren einfach frei, weil man alles um sich herum ausblendet.
 
null (c) Gregor Schlierenzauer
 
Könntest du dir vorstellen, nach deiner Karriere beruflich etwas in diese Richtung zu machen?
Eigentlich bin ich schon jetzt dabei, meine Leidenschaft für Mode und Fotografie für andere sichtbar zu machen. Ich will zum Beispiel dieses Jahr ein PDF-Magazin auf meiner Homepage (www.gregorschlierenzauer.com) veröffentlichen. Lasst euch überraschen, ich halte euch auf dem Laufenden.

Hast du Tipps für Leute, die selbst mit dem Fotografieren beginnen wollen?
Zuerst sollte man sich im Klaren sein, in welche Richtung man gehen will – beispielsweise Portraits, Landschaftsaufnahmen oder Schnappschüsse. Dann braucht man die richtige Ausrüstung: eine gscheite Kamera mit guter Auflösung, einen Computer und ein Fotobearbeitungs-Programm. Am wichtigsten ist aber, dass man sich vorher gut überlegt, welche Art von Fotografie am besten zu einem passt.

Du hast ja auch bei deinem Besuch des Formel-1-Grand-Prix in Monaco fleißig geknipst. Was macht das Rennen so speziell?
Man ist einfach hautnah am Geschehen dran. Gleich nach dem Rennen wird der Stadtkurs geöffnet und man kann zu Fuß dort herumlaufen, wo eben noch die Formel-1-Autos gefahren sind. Außerdem sind am Rennwochenende in Monte Carlo Stars aus der ganzen Welt zu Gast. Man trifft zum Beispiel Paris Hilton in der Red Bull Energy Station.
 
null (c) Gregor Schlierenzauer
 
Oder wird, wie in deinem Fall, von Prinz Albert höchstpersönlich eingeladen.
Der ist ja früher Bob gefahren und hat deswegen meinen Onkel (Markus Prock; war unter anderem zehnmaliger Gesamtweltcupsieger im Rennrodeln und ist Manager von Gregor Schlierenzauer; Anm.) erkannt. Na ja, dann waren wir beim Cocktail-Dinner in seiner Festung. Das war schon ein absolutes Highlight.

In Monte Carlo leben viele Sportler. Könntest du dir das auch vorstellen?

Es ist schon eine krasse Scheinwelt. Ich habe die Zeit in Monaco sehr genossen, aber auf Dauer würde mir der ganze Trubel wohl zu viel werden.

In Kürze steht der nächste sportliche Großevent an: die Fußball-WM. Dein Tipp?
Ganz klar die Spanier. Die waren bei der EM 2008 in der Nähe meiner Heimatgemeinde Fulpmes einquartiert (Neustift im Stubaital; Anm.). Damals habe ich das Team getroffen und von Fernando Torres sogar ein Originaltrikot bekommen – logisch, dass ich ihnen die Daumen drücke (Lacht.).

Wie viel Zeit wirst du vor dem Fernseher verbringen?
Sobald es bei der WM um die Wust geht, werde ich natürlich so viele Spiele wie möglich verfolgen. Natürlich nur, wenn ich nicht gerade trainieren muss.

Apropos Training: Wann geht´s wieder so richtig los?
Eigentlich bin ich schon mittendrin. Ich führe gerade das klassische Sportlerleben: trainieren, essen, schlafen, trainieren. Aber das mache ich ja gerne. Sonst hätte ich den falschen Beruf gewählt.

www.gregorschlierenzauer.com







 


 

 


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