Er ist kein Tänzer, sondern Revolutionär. Er ist der Star der preisgekrönten Doku „Bouncing Cats“. Er ist die Hoffnung tausender Jugendlicher in Uganda. Sein Name ist Abramz, und hier ist seine Story.
Bip-boom-bip-boom-boom! Bip-boom-bip-boom-boom! Bip …!“ Der ramponierte Ghettoblaster pumpt den mitreißenden Sound einer Basstrommel und der Snare Drum nach draußen. „Feel the beat!“, ruft der B-Boy mit den beweglichen Gliedmaßen. „Egal was ihr fühlt: Hauptsache, ihr fühlt es“, sagt er und macht zur Trommel einen Ausfallschritt. Der bunte Haufen von T-Shirt-Kids, Sneaker-Teens und barfüßigen Straßenkindern in Boardshorts schlingert in Aktion. Die Snare Drum: Ausfallschritt … bip … links, dann rockt der rechte Fuß den Bass … boom-boom … Schritt zur Seite … bip … Schritt zurück … bip … Pause … bip … jetzt sind alle im Rhythmus … boom-boom.
Das Breakdance Project Uganda (BPU): ein Kader von Freiheitskämpfern, der mit dem Hip-Hop jungen Menschen in Uganda Selbstwertgefühl und Stärke wiedergibt. Jungen Menschen, deren Identität einst systematisch zerstört wurde. Die Kolonialjahre, dann Idi Amin Dadas brutaler Machtrausch, gefolgt vom Wüten des „Messias“ Joseph Kony und seiner Lord’s Resistance Army hinterließen ihr Erbe. Über Generationen wurden zehntausende Kids entführt und als Kindersoldaten missbraucht. Frauen wurden vergewaltigt, Männer in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg verstümmelt, der Familien auseinanderriss und Millionen von Menschen die Heimat raubte.
Im Herzen dieses Landes liegt Kampala, Ugandas Hauptstadt, ein Wirklichkeit gewordener Albtraum für Stadtplaner. Von sieben Hügeln, auf denen es von Slums wimmelt, ergießen sich Ströme aus Menschen, die gerade so überleben. Drei Millionen sind es entlang der von Schlaglöchern perforierten Straßen, auf denen fliegende Händler eine florierende Schattenwirtschaft am Laufen halten: mit Sonnenbrillen, einzelnen Zigaretten und Hongkong-Klamotten. In den Baracken entlang der Bürgersteige verkaufen sie SIM-Karten unter Neonbirnen. Straßenlaternen gibt es nicht, nur Schwärme von Boda-Boda-Motorrädern und Matatu-Taxis beleuchten den Weg.
Diese urbane Ausgeburt nennt Abraham „Abramz“ Tekya sein Zuhause. Er ist der visionäre Kopf der BPU, seit sechs Jahren Leitfigur der Jugendlichen, und er lehrt sie Autonomie und Führungsqualität durch Hip-Hop. Es ging los mit drei Studenten, die zu den ersten kostenlosen Sessions aufkreuzten. Inzwischen ist das Projekt zu einem nationalen Netzwerk mit mehr als tausend Mitgliedern geworden, von denen jedes das Mantra „Sei ein Lehrer für einen Mitmenschen“ im Herzen trägt.
Abramz' ganze Geschichte lesen Sie in der November-Ausgabe des Red Bulletin.

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