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Red Bulletin: So schaffst du's in New York

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Der Big Apple ist der Ort, von dem Musiker träumen. Er bietet jungen Talenten unbegrenzte Möglichkeiten und hält ihnen gleichzeitig die Pistole an die Schläfe. Drei Künstler erzählen, wie der Hase läuft – in der Stadt, die niemals schläft.

Nick Hook hat’s eilig. Flink schlängelt er sich auf dem Fahrrad zwischen hupenden Autos durch. Er wechselt auf den Gehsteig und stoppt unvermittelt vor einem Sandwich-Laden. Die Bremsen quietschen, das Hinterrad hebt vom Boden ab. Es ist früh am Morgen, doch der 33-Jährige hat schon einen 5-Kilometer-Lauf und eine Pilates-Stunde hinter sich. Jetzt wird kurz gefrühstückt. Während die Kellnerin ihm einen Espresso zubereitet, erzählt er von seinen Tagesplänen. In einem Tempo, das Eddie Murphy vor Neid verstummen lassen würde. Mit einem Schwung, den man so nur in einer Stadt findet: in New York.

„Ich muss mein Solo-Album schnell fertigkriegen. Aber ich brauch noch einen Namen dafür“, sagt er, zückt sein Smartphone und jagt einen Aufruf per Twitter raus: „Vorschläge für einen Plattentitel?“

„Außerdem muss der neue Track für Azealia Banks heute fertig werden“, sagt er und kippt den Kaffee auf einen Sitz am Tresen runter. Vor einem Jahr entdeckte er die junge Rapperin aus Harlem und nahm ein Stück mit ihr auf. „212“ hieß es und verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet. Der akustische Molotowcocktail aus aufgekratztem Electro-House und Hip-Hop bescherte Banks den großen Durchbruch und machte sie zur angesagtesten Jung­musikerin der Stunde. Mit dem Geld, das dabei für Hook abgefallen ist, baut er gerade sein Tonstudio aus. Genau dorthin machen wir uns jetzt auf den Weg.

Ein altes Industriegebäude in Brooklyn. Große, staubige Fenster, bröckelnder Verputz. Hook jagt die rauen Betonstiegen hinauf. „Sorry, das Studio ist immer noch eine Baustelle“, sagt er. Seine Stimme hallt durch den Schacht. Im fünften Stock liegt sein Loft. Analoge Synthesizer türmen sich rund um seinen Arbeitstisch, ein riesiges Mischpult ist mit dem Computer verbunden. Er fährt ihn hoch. Am Bildschirm erscheint ein grauer Bildschirm mit bunten Balken: die DNA seiner neuesten Indie-Dance-Nummer „Villa“.

„Ich Liebe die Wucht ­dieser Stadt. Du musst dich durchschlagen, du musst dich ihrem Tempo anpassen.“

Nach zwei Stunden konzentriertem Kopfwippen am Monitor legt Hook die Kopfhörer ab und eine Pause ein. Rauf aufs Dach! Die Sommersonne brennt, die Hitze ist kaum auszuhalten. Dafür ist der Ausblick auf Manhattan unglaublich. „Ich möchte nirgendwo anders leben“, sagt er. „Ich war gerade in Los Angeles. Es war toll, aber dort geht alles so schleppend voran. Es nervt, dass man dort ewig braucht, um von A nach B zu kommen. In New York schwingst du dich aufs Rad oder setzt dich in die U-Bahn. Und bist in weniger als 20 Minuten fast überall.“

New York – die Stadt der Träume. Vor allem für Musiker. DJs, Rapper, Songschreiber, Studio-Artists. In keiner anderen Metropole auf diesem Planeten findest du mehr Glücksritter, die für ihre Leidenschaft kämpfen. Hunderte Konzertorte und Clubs sind über die gesamte Stadt verteilt. Legendäre, altehrwürdige Spielstätten wie der Madison Square Garden, wo Stars von den Rolling Stones bis Rihanna absteigen. Auf der anderen Seite: marode Kellerlokale, zum Beispiel das 285 Kent, wo man junge Bands vor deren großem Durchbruch im kleinen Kreis live erleben kann.

In New York kannst du wählerisch sein: Du brauchst einen Schlagzeuger oder Background-Sänger, um dein Album aufzunehmen? Kein Problem. Wenn du auf der Suche nach einem Vertrag bist, hast du alle wichtigen Plattenfirmen – große wie kleine – im Umkreis weniger Quadratkilometer versammelt. Und mehr noch: Wenn du deine Platte bewerben willst, kannst du alle wichtigen Musikmagazine an einem Nachmittag abklappern. Und am Ende hast du dann immer noch Zeit, um dich auf einen Soy Latte mit den hippen Musik-Bloggern in Brooklyn zu treffen.

„Ich liebe die Wucht dieser Stadt“, sagt Tiombe Lockhart. „Du musst dich durchschlagen, du musst dich dem Tempo anpassen“, sagt sie. „Trotzdem könnte meine Kunst nirgendwo anders entstehen. Ich lebe im dominikanischen Viertel. Jeder Spaziergang hier ist inspirierender als ein ganzes Leben anderswo.“

Lockhart wuchs in Atlanta auf. Bereits im Kinderchor entdeckte man ihr Talent. Nach der Schule ging’s nach New York, um Jazz zu studieren. Kurz darauf bekam sie schon einen Plattenvertrag. Die Zeichen standen auf Karriere, da wurde sie von einem Tag auf den anderen entlassen.

Lesen Sie die ganze Geschichte in der September-Ausgabe des Red Bulletin.

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