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Red Bulletin: Hurrikan-Warnung für Moskau

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Er ist der Jüngste, er ist zum ersten Mal dabei, und er ist wahnsinnig talentiert: El Niño kämpft in Russlands ältestem Zirkus gegen die besten Breakdancer der Welt. Auge um Auge, Move um Move. Red Bull BC One.

Die Scheinwerfer gehen an. Rote und blaue Lichter zischen durch die Arena des Nikulin-Zirkus. Der DJ lässt die Nadel auf die Platte gleiten. Bumm! Jubelschreie böllern von den Rängen. Ein Typ mit Dreadlocks betritt die schwarze, kreisrunde Bühne und brüllt ins Mikrofon: „Moscow! Are you readyyyy?!“

3500 Fans springen von den roten Holzsitzen und reißen die Arme in die Höhe. Viele von ihnen haben stunden­lang bei Schneefall und Minusgraden vor den Toren von Russlands dienst­ältestem Zirkus am Moskauer Zwet­noi-Boulevard ausgeharrt, um Rest­tickets zu ergattern. Für Red Bull BC One, die inoffizielle Breakdance-Weltmeisterschaft. Die sechzehn besten Tänzer der Welt treten im K.-o.-Modus gegeneinander an. Auge um Auge, Move um Move.

Hinter der Bühne, im Trainingsraum der B-Boys, herrscht Schweigen. Gummisohlen von Sportschuhen quietschen auf dem Holzboden. Roxrite aus den USA tanzt sich auf dem kleinen Dancefloor ein. El Niño starrt geradeaus. Der US-Amerikaner mit venezolanischen Wurzeln atmet tief und langsam ein und aus.

Außerhalb des Rings heißt er Alex Diaz. Obwohl er mit seinen 21 Jahren der Jüngste bei Red Bull BC One ist, tanzt er schon länger als die meisten seiner Mitbewerber. Bereits als Baby war er Teil der Szene. Der New Yorker Breakdance-Pionier Float wechselte ihm die Windeln. Und stupste ihn dabei an den Füßen, so dass er sich am Rücken drehte. Mit drei bekam er von seinen Onkeln Breakdance-Unterricht, 1997 von seinem Cousin den Künstlernamen „El Niño“ – nach dem Hurrikan: „Mann, du bist wie El Niño, wenn du tanzt!“ Als Vierzehnjähriger war er mit Rapperin Missy Elliott auf Tour und stand mit Busta Rhymes auf der Bühne.

Die große Chance kam im Septem­ber 2011 mit der Einladung zur Red Bull BC One-Ausscheidung nach Chicago, der Qualifikation für das Weltfinale in Moskau. El Niño ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. „Das ist, wie wenn du ewig in einem Job arbeitest und alles gibst, um befördert zu werden – und plötzlich klappt’s“, erklärt er. „Wenn du eine Red Bull BC One-Teilnahme im ­Lebenslauf stehen hast, brauchst du dir um Jobangebote erst mal keine Sorgen zu machen.“ Und: „An diesem Wochenende schaut die ganze Breakdance-Welt via Internet-Stream zu!“

Sein Blick gleitet hinüber zu seinem Gegner in der ersten Runde, dem Portugiesen Lagaet, der ein paar Meter weiter Dehnübungen macht. Für einen Moment treffen sich ihre Augen. Plötzlich: Dong! Die Glocke läutet, sein Name wird aufgerufen.
El Niño zuckt zusammen und springt auf. Er lässt den Kopf kreisen, hüpft wie ein Boxer von einem Fuß auf den anderen. Das Tor zum Ring öffnet sich. Tosender Applaus dringt herein. El Niño schnauft ein letztes Mal durch – und tritt ins gleißende Scheinwerferlicht.

Lesen SIe die ganze Geschichte in der Januar-Ausgabe des Red Bulletin.


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