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Red Bulletin: Der Heilsbringer

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Kaum ein Spieler der Fußballgeschichte wurde so jung bereits so sehr ­gefeiert wie Neymar: Das neunzehnjährige brasilianische Wunderkind hat sich sogar auf die Liste der Nominierten für den „Ballon d’Or“ der FIFA gekickt.

Pickel. Das Gesicht, an das ich meine Fragen richte – ein Sechs-Millionen-Euro-pro-Jahr-Vertrag-Gesicht, ein Hoffnung-einer-ganzen-Nation-Gesicht –, ist über und über mit Pickeln bedeckt, im gesamten Farbspektrum von Zartrosig bis Knallrot.

Die Pickel überraschen nicht besonders, gehört das Gesicht doch einem gerade mal 19 Jahre alten Burschen. Der zudem eine fabelhafte Idee hatte, die ­Aufmerksamkeit von altersbedingten Hautunreinheiten abzulenken: Das Gesicht wird an seiner Oberseite von einem erstklassigen 1980er-Jahre-London-Punk-Irokesenschnitt begrenzt, der kürzlich durch wasserstoffblonde Färbung an ­zusätzlicher Signalkraft gewann und die Eltern zehntausender junger Brasilianer zur Verzweiflung trieb. Denn der Nachwuchs eifert seinem Idol nach – und sei es nur in ­Sachen Haarpracht.

Das Idol trägt den Namen Neymar da Silva Santos Júnior, wird aber, wie es in ­Bra­silien Tradition ist, nur mit jenem ­Namen gerufen, der als erster auf seiner Geburtsurkunde genannt wird: Neymar.

Neymar ist der erste Generation-Z-­Superstar Brasiliens, der 190-Millionen-Nation mit der Staatsreligion Fußball. Das am 5. Februar 1992 geborene Fußball-Wunderkind verursacht Beatlemania-artige Hysterie, wenn es sich in der Öffentlichkeit zeigt, und versammelt 2,6 Millionen Follower hinter seinem Twitter-Account.

Neymar war zwei Jahre alt, als Romá­rio seinem Land 1994 fast im Alleingang den vierten WM-Titel bescherte. Und zehn, als das kongeniale Duo Ronaldo und ­Rivaldo den fünften und bislang letzten brasilianischen Triumph im Fußballturnier der Fußballturniere sicherte. Und vor allem wird er auch dann ein erst 22-jähriges Bürschchen sein, wenn auf seinen Schultern eine kolossale Bürde liegen wird: die Verantwortung dafür, Brasiliens Team bei der Heim-WM 2014 zum so sehnsüchtig erhofften Titel zu führen.

„Die Weltmeisterschaft zu gewinnen ist für jeden Spieler das höchste Ziel“, sagt Neymar, als wir uns in der Garderobe des alten Vila-Belmiro-Stadions unterhalten, in dem sein Santos FC die Heimspiele austrägt. Die Garderobe ist nur ein paar Türen von jener entfernt, die von 1956 bis 1974 der größte Spieler in der Geschichte des Vereins – und wohl der gesamten Fußballhistorie – benutzt hat: Pelé. „Aber diesen Titel vor den brasilianischen Fans zu holen wäre unglaublich“, fügt Neymar hinzu, und sein Gesichtsausdruck scheint dabei erstaunlich unbeeindruckt von der Aufgabe, die vor ihm liegt.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des Red Bulletin.


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