Red Bulletin Magazine

Red Bulletin: „Ängste sind was fuer Leute, die Zeit haben“

0212_CH_Bastien.jpg

Bastian Bakers Leben bestand vor kurzem noch aus Eis, Kufen und Toren. Jetzt begeistert der Zwanzigjährige mit geradlinigem Pop bald die ganze Nation – und die Mädels sowieso.

Es gibt ihn leider wirklich, diesen Graben, der zwischen dem deutschen und dem französischen Teil der Schweiz verläuft. „Röstigraben“ nennen sie ihn in Zürich, „rideau de rösti“ in Lausanne. Der zwanzigjährige Lausanner Popsänger Bastian Baker hat ihn kennengelernt. Andere Sprache, andere Mentalität, andere Kaufgewohnheiten. Als Bastian Baker im französischsprachigen Westen der Schweiz längst ein Star war, da kannte ihn in der Deutschschweiz noch niemand. Auch der Schreibende hatte bis vor wenigen Wochen keine Ahnung, wer sich hinter dem Namen verbirgt. Mittlerweile hat Baker den Graben übersprungen: 15.000 Einheiten seines erstaunlich reifen Debütalbums „Tomorrow May Not Be Better“ gingen bislang über die Ladentische dies- und jenseits besagten Grabens. Und überall kreischen die jungen weiblichen Fans. Der Schweizer Ausgabe Justin Biebers sei er aber trotzdem nicht, stellt er nachdrücklich klar. Seine Musik erinnert denn auch mehr an Jack Johnson, an Jason Mraz, an Gitarrenpop mit Country-, Folk- und Lagerfeuer-Einschlag.

Red Bulletin: Sie nennen sich Bastian Baker, singen englisch, kommen aus der französischen Schweiz und reden ein leidliches Deutsch – was ist denn hier los?
Bastian Baker (lacht): Alles in Ordnung, würde ich sagen. Mein Vater ist Deutschschweizer, deshalb liegt mir das Deutsche relativ nahe. Außerdem habe ich jahrelang intensiv Eishockey gespielt. In der Juniorenauswahl hatte ich meistens deutschsprachige Trainer. Und dann lernen wir in der Romandie ja auch Deutsch in der Schule – auch wenn das bei uns kein sehr beliebtes Fach ist …

Was hat es mit dem Künstlernamen auf sich?
Uns – meinem Produzenten, meinem Management und mir – war von Anfang an klar, dass wir meine Musik möglichst vielen Leuten zugänglich machen wollten. Meinen bürgerlichen Namen können nicht mal die Romands aussprechen.

So schlimm?
Nicht schlimm. Einfach sehr deutschschweizerisch und eine Spur zu lang. Ich heiße Bastien Kaltenbacher. Groß geschummelt haben wir also nicht.

Ihr Debütalbum „Tomorrow Will Not Be Better“ geht in der Schweiz ab wie eine Rakete. Bereits an die 15.000 Einheiten wurden abgesetzt. Wie viel wurde da geschummelt?
Wie meinen Sie?

Nun ja: Sie kommen aus dem Nichts und legen so ein geschliffenes, erwachsenes Popalbum vor. Haben Sie die Songs wirklich alle selber geschrieben?
Ja, die stammen alle von mir. Auch die Arrangements. Das meiste wurde in Paris eingespielt. Von ausgezeichneten Sessionmusikern.

Und dann kam der Produzent rein und sagte, wie’s läuft?
Nein, der musikalische Teil stammt wirklich komplett von mir. Der Produzent ist in meinem Fall ein Executive Producer. Er hat die Finanzierung gesichert. Entdeckt hat er mich lustigerweise bei sich zu Hause. Ich hab an der Geburtstagsfeier seiner Tochter einige Songs zum Besten gegeben.­ Irgendwann sagte er zu mir: „Junge, ich hab zwar keine Ahnung vom Musikgeschäft, aber dich will ich unterstützen.“ Das war am 29. Mai 2010. Von da an ging es richtig los. Ein paar Monate später stand ich auf einer Bühne am Caprice Festival in Crans-Montana, vor 3000 Leuten.

Lesen Sie das ganze Interview mit Bastian Baker in der Februar-Ausgabe des Red Bulletin.


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Word auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details