ZPYZ aus Berlin rockten den Campus an fünf Unis in Deutschland. Keyboarder Flo „Locke“ Hirche (30) über Publikum mit Bratwurst und Konzerte im Borat-Outfit.
Flo, es ist Zeit für ein kleines Resümee. Nach fünf von sechs eurer Campus-Gigs am Red Bull Tourbus: Wo sind die Leute am meisten abgegangen?
Ich würde sagen in Magdeburg. Dort hat auch das Wetter gepasst, das hat sicher geholfen. Bei den ersten beiden Stopps hat es leider geregnet. Das war nicht so toll, ich habe während der Gigs mein Keyboard mit einer Regenjacke beschützt.
Wie unterscheidet sich akademisches Publikum vom herkömmlichen Partyvolk?
Es ist natürlich etwas anderes, ob du um zwei Uhr morgens in einem Club vor einer angeheiterten Menge spielst, oder um 19 Uhr bei Tageslicht am Campus. Da triffst du halt auch auf Leute, die sich gerade eine Bratwurst geholt haben oder schnell vom Campus-Freund eingeladen wurden. Aber diejenigen, die da waren, sind abgegangen!
Habt ihr im Tourbus übernachtet?
Da wir aus Berlin sind, konnten wir meistens nach Hause fahren. Nach dem ersten Gig habe ich aber im Bus geschlafen. Ich hatte das hintere Bett. Das ist doppelt so groß als das andere und somit mein Favorit.
Lustigstes Tourerlebnis?
Gleich beim ersten Gig, als das Wetter schlecht war, haben wir gemerkt, dass im Bus komische Sachen herumliegen. Wir haben die Kleidungsstücke dann spontan als Bühnen-Outfit benutzt. Da waren unter anderem pinke Leggings und ein Mankini dabei. Wenn’s schon regnet, soll man wenigstens Spaß haben.
Was bitte ist ein Mankini?
Das Ding, das Sasha Baron Cohen in „Borat“ trägt (gemeint ist der sehr …ähhh… freizügige giftgrüne Verwandte des Bikinis, Anm.).
Im Pressetest eurer Plattenfirma heißt es, eure Spezialität sei die „Massenhypnose“. Wie darf man das verstehen?
Ich glaube, das soll ausdrücken, dass wir jeden unserer Besucher auf unsere Seite ziehen. Auch wenn es bis zum letzten Song dauert.
Ihr habt auf der Campus-Tour das Material eures neuen Albums „2080“ zum ersten Mal live vorgestellt. Wie waren die Reaktionen?
Sehr gut, ich bin zufrieden. Vor allem die Singles sind gut angekommen. „She’s a Dealer“ ist ja bereits draußen. Die nächste Auskopplung wird „Walking Alone“ sein.
Wie würdest du jemanden, der ZPYZ noch nicht kennt, den Sound eurer Platte beschreiben?
Wir haben den 80er-Sound in 2000er-Gewand gekleidet und die besten Elektro- und Rock-Einflüsse mitgenommen. Auf den Punkt gebracht ist es wohl ein Glam-Album für Fortgeschrittene.
Wenn du dir ein Land auf der Welt aussuchen könntest, wo würdest du mit dem Tourbus gerne hinfahren?
Ich mag Frankreich und England. Aber die besten Gigs finden für mich auf Festivals statt, am Tourbus, einen Tag bevor es losgeht. Es gibt dann dankbares Publikum: Leute die schon angereist sind, denen noch wir langweilig ist, die aber auch schon in guter Stimmung sind. Am 2. Juni spielen wir übrigens genau so einen Gig bei Rock am Ring.
Heute steigt der letzte Gig der Campus-Tour in Berlin (HU Berlin, Philippstraße 13, Campus Charité und SpoWi, 18 Uhr). Was dürfen wir erwarten?
Na es ist der Endspurt, werden uns noch mal die Stimmbänder rausschreien.
Ein Interview mit Ivan, der zweiten Hälfte von ZPYZ, findet ihr hier.
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