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Der heutige Tag brachte Höhen und Tiefen, denn Sebastian Vettel sicherte sich in Valencia seinen siebten GP-Sieg, während sein australischer Teamkollege nach nur acht Runden in einen spektakulären Unfall verwickelt wurde.

Vom Grand Prix von Europa werden sich im kollektiven Red Bull Gedächtnis zwei Eindrücke festsetzen: Sebastians zweiter Sieg im Jahr 2010 sowie Mark Webbers durch die Luft fliegender Rennwagen, nachdem er mit dem Lotus des Finnen Heikki Kovalainen kollidiert war. Was Überschriften angeht, gibt es reichlich Spielraum. Red Bull verleiht Sportlern tatsächlich Flügel.

Christian Horner sagte rückblickend: „Am wichtigsten ist heute, dass Mark Webber völlig unversehrt blieb. Er hat einen wirklich bösen Unfall unverletzt überstanden." Sogar die Siegerehrung stand noch im Zeichen des Zwischenfalls, der den Atem stocken ließ - Marks RB6 hob ab, schlug in Rückenlage auf dem Asphalt auf, wirbelte zurück auf die verbliebenen Räder und knallte in die Reifenstapel der Pistenbegrenzung. Glücklicherweise entstieg Webber dem Wrack ohne nennenswerte Blessuren.

An diesem Nachmittag war Lewis Hamilton Sebastians ernsthaftester Gegner. Beim Start stand sein McLaren vor Alonso und schräg hinter Mark versetzt. In der ersten Kurve drängte er Seb weit nach außen, wobei er dessen RB6 leicht anrempelte. Doch Seb gelang es, sich abzusetzen. Anschließend drohte ihm nur noch einmal Gefahr: Als nach Marks Unfall das Safety-Car zum Einsatz kam, verlor er notgedrungen seinen Vorsprung.

Vettel war einfach nur froh, auf der obersten Stufe des Siegerehrungspodests stehen zu dürfen. Und er freute sich auch darüber, dass sich sein Teamkollege keine Verletzungen zugezogen hatte. Nach dem Rennen sagte er: „Es ist gut, zurück auf der Siegerstraße zu sein, zumal wir nicht damit gerechnet hatten, auf diesem Circuit derart stark zu sein. Wir waren zu jeder Zeit schnell genug, wegziehen zu können, einen Vorsprung aufzubauen und das Auto sicher ins Ziel zu bringen. Ein Spaziergang war es allerdings nicht. Am wichtigsten ist es, dass Mark den schweren Unfall unverletzt überstanden hat. Das zeigt, wie sicher die Autos geworden sind. Aber es bleibt ein großes Restrisiko, und deshalb ist es gut, dass Mark okay ist."

Bereits vor dem Crash erlebte Webber ein hartes Rennen. Beim Start überrumpelten ihn zunächst Hamilton und Alonso, und bis zum Ende der ersten Runde wurde er bis auf den neunten Rang nach hinten durchgereicht. Nachdem er sich zu einem frühen Boxenstopp entschlossen hatte, lag er hinter dem Lotus des Finnen Heikki Kovalainen, der die Kurven deutlich vorsichtiger anfuhr. Mark: „Ich war deutlich schneller als Heikki. Er bremste dann weit, weit - ich schätze 80 Meter - vor dem Bremspunkt. In diesem Augenblick wurde ich zum Passagier im eigenen Auto. Gott sein Dank - das Auto erwies sich als sehr sicher. Es war das Chassis, mit dem ich die Rennen in Barcelona und Monaco gewonnen hatte, mit dem ich mir viele Pole-Positions und Punkte sicherte. Dieses Chassis war also lange Zeit gut zu mir, und es war auch heute gut zu mir, da es mich vor Verletzungen bewahrte."

Was sonst noch geschah: Lewis Hamilton fing sich eine Durchfahrtsstrafe ein, weil er das Safety-Car überholt hatte, Kobayashi wartete auf Platz drei liegend bis zur 53 Runde (in einem Rennen, das über 57 Runden ging), um die Reifen wechseln zu lassen, und neun Fahrer wurden mit einer Zeitstrafe von fünf Sekunden belegt, weil sie gegen die Bestimmungen verstoßen hatten, die in einer Saftey-Car-Phase gelten. Es war also alles andere als eine Straßenprozession.

Sebastian hatte einen zusätzlichen Grund zum Lächeln, denn nach der Pressekonferenz wollte er unbedingt wissen, wie das Viertelfinalspiel der Fußball-WM zwischen Deutschland und England steht. Er reagierte nicht gerade enttäuscht…
Glückwunsch an unseren Chefmechaniker Kenny Handklammer (das ist der Junge, der in Barcelona neben Mark auf dem Siegerpodest stand), denn für ihn war es der 50. Sieg seiner Karriere. Gut gemacht Kenny - auf das noch viele, viele weitere folgen mögen.

Das letzte Wort hat allerdings Mark Webber. Falls Sie immer schon ein Beispiel für den Mumm der Aussies suchten, lesen Sie, was er nach seinem Crash zu sagen hatte: „Unverändert bin ich unglaublich positiv eingestellt - auf geht’s. Die Hälfte der Saison liegt noch vor uns. Verdammte Hölle, jetzt geht es in die nächsten Rennen."

 


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