Red Bull Music Academy 2011 Madrid Red Bull Content Pool

Der Schweizer Raphael Spiess alias Kackmusikk hat in Madrid den ersten Teil der Red Bull Music Academy absolviert. Im Interview spricht Raphi über die rasende Madrider Partymeute, Beatbasteln mit den DJs Spinn und Rashad und das beste Konzert seines Lebens.

Hallo Raphael! Du bist zurück aus Madird wieder zurück in Luzern. Wie fühlst Du Dich nach der Red Bull Music Academy?
Es geht mir super. Obschon ich auch traurig bin, das alles vorbei ist. Diese zwei Wochen waren ja eine unglaubliche intensive Zeit.

Dein Fazit?
Es war cooler, als ich mir je hätte ausmalen können. Nicht nur wegen dem großartigen musikalischen Programm, sondern auch wegen dem, was Red Bull innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat.

Du meinst die Anlage, die für das künftige Kulturzentrum Matadero gebaut wurde?
Genau. Zehn Musikstudios wurden errichtet, samt Kafeteria und Büros. Wirklich unglaublich. Ich bin absolut begeistert, was für Möglichkeiten die Red Bull Music Academy uns Künstlern bot.

Wie muss man sich den täglichen Ablauf vorstellen?

Das ganze ist sehr ungezwungen, erwartet wird nur, dass du während den zwei Wochen an den zwei täglichen Lectures teilnimmst. Das ist ja auch nur fair, weil die Dozenten dafür ihre Zeit opfern. Da ist man halt die ganze Zeit an der Academy und in den Studios am Sounds basteln. Und jeden Tag gibt es auch noch eine Party, wo die Teilnehmer aus aller Welt auflegen. Und alle diese Kollegen man will man ja unbedingt unterstützen.

Du hast also 14 Clubnächte hinter dir?
Ja, da war schon etwas ermüdend und da ist der eine oder andere bei den Lectures tags darauf auch eingenickt. Drum musste man seine Kräfte schon einteilen. Aber zusammen in den Ausgang gehen: Das hat sehr dazu beigetragen, dass wir eine so eingeschworene Truppe wurden.

Es gibt da ein Bild auf der Website, auf dem ihr wirklich extrem gut gelaunt ausschaut…

Ja, das widerspiegelt schon sehr diesen Spirit (lacht).

Wie hat der Austausch mit den anderen Teilnehmern funktioniert?

Es vergingen keine 30 Minuten, und schon war man ins Gespräch vertieft. Alle kommen ja aus einer sehr ähnlichen Motivation hierher. Und dann hat man spontan zusammen Musik gemacht, auf den Laptops und Synthesizern rum experimentiert. In der zweiten Woche wurde es dann konkreter.

Das heißt?
Mit dem kanadischen Teilnehmer Xavier León hat es auf der musikalischen Ebene gefunkt. Einmal, da sind die Footwork-Helden DJ Rashad und DJ Spinn aus Chicago zu ins Studio gekommen, und man hat dann einen Moment lang zusammen an einem Track gebastelt. Das war so richtig cool. Und schon eine Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist. Xavier León und haben jetzt zusammen ein eigenes Projekt gestartet.

Du hast ja eben auch selbst aufgelegt…

Ich spielte im Fabrik, das ist ein riesiges Club-Areal etwas außerhalb von Madrid. Ich war nach Shy FX an der Reihe, der deftigen Drum 'n' Bass auflegte, was mich zuerst verunsichert hat, weil ich nicht wusste, ob die Leute mit meinem Sound was anfangen konnten. Da hast du 1500 Leute vor Dir, die komplett durchdrehen und nach Party schreien.

Madrid gilt als tanzmusikalisch "hartes" Pflaster…
Total. Mein Set war da eben viel harmloser angelegt. Und da habe ich dann eine Stunde lang gefreestylt. Was bei den Leuten extrem gut angekommen ist. Die sind voll abgegangen. Im Anschluss ist der Veranstalter zu mir gekommen, und hat mich gefragt, ob ich hier noch mal spielen möchte. Das war natürlich ein schönes Kompliment.

Was waren deine sonstigen Highlights?
Oh, da könnte ich dir hundert Sachen erzählen. Der Gig von Erykah Badu war grandios. Das war das perfekteste Konzert, das ich je gesehen habe. Die Ausstrahlung dieser Frau ist unglaublich. Bestens in Erinnerung geblieben sind mir die Lectures von Young Guru, dem Studioingenieur von Jay-Z, von Tom Zé aus Brasilien oder dem spanischen Industrial-Musiker Arturo Lanz. So richtig reingezogen hat mich auch die Lecture von Emanuel Jagari Chanda, einem der letzten Zeitzeugen der Zamrock-Szene aus Sambia. Ich hatte ja noch nie gehört von dieser Szene, bei der Rock mit afrikanischen Einflüssen verbunden wurde.

Was nimmst Du von der Zeit in Madrid mit?

Produktionstechnisch habe ich sehr profitiert. Wie man effizienter an einem Beat vorankommt. Einmal waren wir uns im Studio nicht einig, und da kam Gareth Jones, der Studioingenieur von Depeche Mode, vorbei und meinte: Wenn eine Aufnahme, ein Take schlecht ist, dann wirf ihn einfach wieder weg, ganz einfach. Das ist mir geblieben, so arbeitet man viel flüssiger. Aber generell hat mich die Red Bull Music Academy sehr, sehr angespornt, Musik zu machen.

Was würdest Du Interessenten der Red Bull Music Academy empfehlen?

Leute, bewerbt euch! Das ist eine unfassbare Chance. Und die, die's schaffen, hinzugehen, dürfen sich wirklich freuen. Da wartet sehr, sehr viel Spaß auf einen.

 

www.redbullmusicacademy.com   

 

 


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Word auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details