Martin Sonka Getty Images for Red Bull Air Race

Startschuss für Martin Sonka: Mit seinem ersten WM-Punkt aus dem Rennen der Red Bull Air Race-Weltmeisterschaft in New York im Juni geht für den Rookie nun auch der Kampf um den WM-Titel so richtig los.

Nachdem bekannt wurde, dass die WM-Serie im kommenden Jahr eine „kreative Pause“ einlegen wird, begann das ambitionierte Team bereits, fleißig Pläne für 2012 zu schmieden.

Die Liste der Modifikationen an seiner Edge 540, die Sonka im kommenden Jahr durchführen möchte, ist lang. Aber ein Ziel hat der Rookie bereits in seinem ersten WM-Jahr erreicht – sich die Spielregeln der WM-Serie zu eigen machen. Der WM-Punkt für seinen elften Rang beim Rennen im „big apple“ ist ein großer Anreiz für weitere „große Taten“.

“Die gesamte Saison war bisher eine wichtige Lektion für uns“, so Sonka vor dem Saison-Abschlussrennen am 7./8. August auf dem EuroSpeeedway in der Lausitz. „Allein zu lernen, wie alles wirklich funktioniert und wie das Set-Up für die Rennen auszusehen hat, ist so unheimlich wichtig für ein neues Team. Und da wir jetzt diese Erfahrung gemacht haben, sind wir bereit für die kommenden Saisons.“

Magischer Moment für das Team

Für den sympathischen Piloten, der wegen seiner liebenswürdigen Art bereits eine große Fangemeinde hat, war der WM-Punkt aus dem Rennen in New York unbestreitbar der absolute Höhepunkt – und das aus vielerlei Gründen. „Bis jetzt war das Rennen in New York mein absoluter Favorit. Die Location ist einfach unglaublich und wir hatten so viele Fans dort. Dann konnten wir unseren ersten WM-Punkt einsammeln und der enge Kurs kam mir sehr entgegen. Der für mich aufregendste Moment war der Augenblick, als ich diesen ersten Punkt gewinnen konnte. Ein wirklich fantastischer Moment für das gesamte Team. Hoffentlich gibt es davon in der Zukunft noch mehr…“

Trotz einer Reihe von Ergebnissen im unteren Drittel des WM-Klassements ist der eher analytisch veranlagte Kampfpilot zufrieden, seine gesteckten Ziele erreicht zu haben. Der junge Tscheche erhielt nicht nur Lob von Offiziellen des Red Bull Air Race sondern auch von seinen „Kollegen“ aus dem Circuit – Sonka ist ohne große Probleme durch seine erste Saison gekommen, immer auf sicheres Fliegen im Parcours bedacht. Sonkas Rennmaschine war weder schnell noch hatte er Modifikationen vorgenommen – es war die „ausrangierte“ Maschine des früheren zweimaligen Weltmeisters Mike Mangold. Vieles spricht also dafür, dass der Neuling mit mehr PS-Stärke unter der Motorhaube über das Potential verfügt, so einiges in der Saison 2012 durcheinander zu bringen.

“Ich bin richtig happy darüber, dass ich mich von Rennen zu Rennen verbessern konnte. Ich fühle mich wohl im Parcours und jeder Wettkampf ist wichtig, da ich einfach mehr und mehr Erfahrung sammeln und jetzt auch ein wenig auf der Strecke experimentieren und nach der Ideallinie suchen kann“, erklärt Sonka. „Wir wollten uns in diesem Jahr einen sauberen Flugstil aneignen und erst dann ein wenig mehr Gas im Parcours geben – das war unsere Strategie für unsere erste Saison. Und ich bin glücklich, dass wir uns daran halten und sich jetzt auch entsprechend die Erfolge einstellen.“

Sonka schließt auf

Auf der Liste der Modifikationen, die unbedingt in der nun verlängerten „Winterpause“ auf dem Plan stehen, steht ein neues Kabinendach, ein kürzeres und leichteres Fahrwerk sowie eine komplette Generalüberholung des Flugzeugrumpfes unter aerodynamischen Aspekten. Darüber hinaus bestehen Pläne, zusammen mit dem dann windschlüpfrigen Flugwerk auch den Motor zu tunen – und das wird mit Sicherheit positive Auswirkungen im Parcours haben.

“Wir haben eine Menge Arbeit an der Rennmaschine vor uns, bis sie so schnell ist wie die der anderen Piloten”, erklärt Sonka. Dabei gibt er sich keinen Illusionen hin, sehr bald ähnlich hohe Leistungen zu erreichen wie die des Österreichers Hannes Arch oder des potentiellen zweimaligen Weltmeisters Paul Bonhomme. Auf jeden Fall aber wird es ein kostspieliger Prozess: „Unser Ziel ist eine verbesserte Rennmaschine. Aber dafür benötigen wir Sponsoren. Vielleicht finden wir welche während des kommenden Jahres.“

Kein Rookie mehr...

Sonka hat mit den sauberen und konstanten Leistungen in seiner ersten WM-Saison sicherlich einen guten Eindruck hinterlassen. Aber er ist sich durchaus bewusst, dass die Top 3-Teams nur schwer zu schlagen sind - auch mit einem schnelleren Flugzeug. „Die Luft ganz oben wird dünn und dünner und wir kämpfen um jede Zehntelsekunde“, so der Tscheche. „Nehmen wir doch nur Nigel Lamb – der ist wirklich sehr schnell unterwegs in dieser Saison. Bonhomme und Arch machen einen verdammt guten Job, denn trotz der vielen wirklich schnellen Piloten in der WM-Serie haben sie ihren Platz ganz oben im Klassement verteidigen können. Aber alle haben in diesem Jahr große Schritte nach vorn gemacht und die Unterschiede zwischen den einzelnen Piloten sind nicht groß…“

Nach dem Abschlussrennen in Deutschland, das Sonka mit einem richtig guten Ergebnis und weiteren WM-Punkten abschließen will, wird das Team keine Zeit verschwenden und sich direkt auf eine starke Saison 2012 vorbereiten. Für den bescheidenen Mann aus Tschechien hat dieser langfristige Plan Priorität, musste er sich doch lange genug frustriert am unteren Ende des WM-Klassements abmühen. Für den Rookie wird es jetzt Zeit, den nächsten Schritt auf seinem Weg nach oben zu machen und mit einer schnelleren Rennmaschine sowie der richtigen Erfahrung in den Parcours zurückzukehren, um sein wahren Potential ausspielen zu können.

“Wichtig wird es sein, auch in der WM-Pause so viel Rennpraxis wie möglich zu bekommen. Wir brauchen im nächsten Jahr einfach viel Training“, fügt Sonka hinzu, der nach seinem ersten WM-Punkt in New York ordentlich Lunte gerochen hat. „Ich plane fest damit, 2012 mit einem schnelleren und wettbewerbsfähigen Flugzeug in den WM-Circuit zurückzukehren.“

www.redbullairrace.com

 


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