Rap am Mittwoch © Karl Jurka / Rap am Mittwoch

 

Ben Salomo  veranstaltet mit „Rap am Mittwoch“ die legendäre Battle Rap-Runde. Im Interview erzählt er vom Revival der Battle, schlechten Rappern und der Zukunft von Hip Hop.

Vor mehr als 10 Jahren hast du mit „Rap am Mittwoch“ eine regelmäßige Battle veranstaltet, wie ist es jetzt zur Wiederauferstehung gekommen?
Es sind echt viele Jahre vergangen, seit dem wir aufgehört hatten. Ein paar Freunde fragten mich danach und ich hab auf Facebook eine „Rap am Mittwoch Revival Group“ gegründet. Da hatten wir gleich über 100 Leute dabei und ich hab gewusst: Da komm ich nicht mehr aus.
 
10 Jahre sind in der Hip Hop Geschichte eine Ewigkeit. Was hat sich für dich verändert?
Also bei „Rap am Mittwoch“ ist der Spirit genau derselbe. In den Jahren war viel los, vor allem in Berlin ist Rap zu einer eher aggressiven Sache geworden. Bei uns geht es einfach gesagt um Respekt. Es geht um Austausch und wenn es verbal mal hart rangeht, ist das außerhalb wieder vergessen.
 
Wie hat sich die Veranstaltung verändert?
Damals hatten wir nur diesen Raum in der UFA-Fabrik. Da gab’s ein Mikro, es lief ein Beat und jeder jammte drauflos. Heute ist alles mehr organisiert: es gibt einen DJ, der auch lustige Jingles dazwischen spielt, es ist moderiert und es gibt einen klaren Modus. Der größte Unterschied ist aber, dass jetzt Leute vorbeikommen, die keine aktiven Rapper sind, sondern einfach für die Show vorbeischauen. 
 
Glaubst du, ist Rap für Publikum interessanter geworden?
Ja klar, es hat sich auch hier extrem viel verändert und wir haben auch die Show darauf eingestellt. Zum Beispiel, wenn ein MC echt schlecht ist, dann hab ich einen Besen, mit dem ich ihn von der Bühne fege. Aber in unserem Spirit heißt das nicht, dass ich ihn fertig machen will, sondern die Message ist: übe und komm in zwei Wochen wieder. Es ist also viel Show dabei und das kommt gut an.
 
Wie läuft – kurz beschrieben – der Modus ab.
Wir haben einen Cypher für eine Stunde. Da kann jeder ran und tun was er/sie will. Am Ende bleiben acht MCs über, die im K.O. Modus gegeneinander antreten. Der Gewinner tritt dann gegen den King an, den Sieger der letzten Battle und kann dem den Titel abnehmen.


Welche Rolle spielt Battle-Rap für dich im Hip Hop?

Es ist für mich die Zukunft. Nur so kann man aktuell und frisch bleiben. Schau dir die Sprayer oder Breakdancer an, dort geht auch alles über Battles. Jeder kann im Studio gegen einen Sandsack rappen, aber wenn jemand kontert und zurückschlägt, das ist echt und braucht Nerven, Übung, Präzision und Stärke. Auch in der Musikindustrie ist es so: Kein Major-Label wird mehr groß Kohle in Promotion stecken, weil du so gut rappst, dass muss über die Battles gehen. Schau dir Eminem an, der kommt genau aus der Ecke und wurde bei einem Battle von Dr. Dre entdeckt. Seinen Ruf und seinen Skills hat er sich in Battles erarbeitet.


Rap am Mittwoch
Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat
Calabash Club
Veteranenstrasse 21
10119 Berlin

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