Hugh „Baby Shaq” Jones gewinnt die internationale One-on-One Basketball Competition auf der berüchtigten Gefängnisinsel.
Während den Stars der NBA derzeit im Kampf um höhere Gehälter ein „Lock-out“ und damit der Ausschluss aus der Liga bevorsteht, erlebten die besten Streetballer der Welt gestern Abend einen „Lock-up“: Sie wurden in Alcatraz eingesperrt, bis sie ihren König ermittelt hatten! Bei der One-on-One Basketball Competition Red Bull King of the Rock im Hof des ehemaligen Hochsicherheitstrakts auf der berüchtigten kalifornischen Gefängnisinsel spielten 64 Basketballer aus 13 Nationen um den Titel des „King of the Rock“. Zwischen den bröckelnden Mauern der düster beleuchteten Gefängnisgebäude mussten die Spieler in gnadenlosen Duellen eins gegen eins ihr Können unter dem Korb beweisen. Am Ende des Abends durfte Hugh „Baby Shaq” Jones aus Washington D.C. die Krone entgegennehmen. Matthias Von Heydebrand aus Deutschland musste sich leider nahc der zweiten Runden verabschieden. Er unterlag Mark Peters aus Los Angeles.
Red Bull King of the Rock fand 2010 zum ersten Mal statt und ist die einzige Sportveranstaltung, die auf der auch als „The Rock“ bekannten Insel abgehalten werden darf. Bei dieser Premiere wurde hier zum ersten Mal wieder Basketball gespielt, seit die letzten Insassen das Gefängnis vor 50 Jahren verlassen haben. Dieses Jahr nahmen erstmals auch Spieler von außerhalb der USA teil. In Kanada, Spanien, Deutschland, Frankreich, Litauen, Slowenien, Serbien, Rumänien, der Ukraine, Türkei, Israel und Hongkong waren die besten One-on-One-Basketballer in nationalen Vorausscheidungen ermittelt und auf die Gefängnisinsel geschickt worden. Basketball im One-on-One-Format ist schon schwierig genug, weil kein zweiter Spieler als Anspielstation oder Block zur Verfügung steht. Diese Spielform dann auch noch in der bedrückenden Umgebung von Alcatraz ausüben zu müssen, machte Red Bull King of the Rock zum endgültigen Battle gegen die Einsamkeit. Im Kampf gegen die starke Konkurrenz, kalte Temperaturen und den abgenutzten Betonboden mussten die 64 Spieler ihr Pokerface auflegen und ganz auf ihre Kondition und Coolness vertrauen.
Eine ausgewählte Gruppe von Zuschauern, die unter den schwach beleuchteten Fenstern der Gefängniszellen Platz genommen hatte, feuerte die Spieler lautstark an. Jeder Spieler hatte sich seinen Startplatz auf Alcatraz unter Blut, Schweiß und Tränen hart verdient und wollte daher auch im Finale nicht kampflos ausscheiden. In den ersten Runden erlebten die Zuschauer Spiele von großer Intensität, in denen einige Teilnehmer ihre Energie allerdings zu schnell verpulverten. Andere zogen ihr Spiel klüger auf und sparten sich noch Kräfte für die späteren Runden. Vor allem der Champion von 2010, Izeah „Clutch” Bowman, zeigte anfangs starke Leistungen und erreichte locker die Top 16. Hier wurde sein Traum von der Titelverteidigung jedoch brüsk beendet: Dalane Finley aus Norfolk, VA, stieß den König vom Thron!
Im Laufe des Abends verringerte sich die Zahl der 64 Spieler stetig, bis nur noch zwei Finalisten übrig blieben: Hugh „Baby Shaq” Jones aus Washington D.C. und Lance Perique aus New Orleans, LA. Zwischen den beiden entwickelte sich zunächst ein äußerst spannendes Battle, in dem Jones unter dem Korb dominierte und Perique mit sicheren Dreiern konterte. Doch dann konnte sich Jones entscheidend absetzen und das Spiel deutlich mit 18:9 gewinnen. Jones beherrschte Perique vor allem in der Zone und machte seinem Spitznamen „Baby Shaq“ damit alle Ehre. Die Streetball-Legende ist schon von der AND 1 Mix Tape Tour bekannt und leistete sich auf „The Rock“ das gesamte Turnier über keinen einzigen Konzentrationsfehler.
„Ich will nicht lügen: Ich musste heute hart arbeiten. Aber ich bin froh, dass ich jetzt ganz oben stehe“, sagte Hugh Jones nach dem letzen Match. „Es ist immer ein gutes Gefühl, ein Champion zu sein. Aber heute bin ich sogar ein One-on-One-Champion: Ich habe alles ganz alleine geschafft!“
„Baby Shaq war heute Abend in Alcatraz einfach der Beste“, urteilte der NBA All-Star-Guard Rajon Rondo von den Boston Celtics. „Das war One-on-One-Basketball vom Feinsten. Jeder Spieler hat alles gegeben, um die Krone zu erobern.“
Der unvergessliche Abend wurde von einer begeisternden Spokenword-Performance des Dichters, Künstlers und Schauspielers Lemon Anderson eingeläutet. Mit seinen emotionalen Versen gab der Tony-Award-Sieger den Ton für den Abend vor und erzeugte bei den Spielern und Zuschauern damit Gänsehaut. Nach Andersons Auftritt sang CJ Hilton eine ergreifende Soul-Version der amerikanischen Nationalhymne.
Vor dem Viertelfinale wartete ein weiteres Highlight auf die Zuschauer: Die Slamdunk-Competition. Der spannende Battle wurde vom bekannten Dunk-Champion Kenny „The Innovator” Dobbs moderiert. Eine Handvoll Spieler versuchte dabei die Jury mit spektakulären Jams zu beeindrucken. Am Ende gewann Gary Smith aus Phoenix mit einem eindrucksvollen Alley-oop. Auch Dobbs selbst ließ sich nicht lumpen und begeisterte die Zuschauer mit einigen seiner spektakulären Dunks – darunter einem gigantischen Jump über gleich drei Menschen!
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