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Skateboarder Philipp Schuster bloggt über die Entstehungsgeschichte seines Playboard-Covers. Das Besondere daran: Philipp ist nicht nur am Cover zu sehen, er war als Fotograf, der er ist, auch maßgeblich an der technischen Umsetzung des Motives beteiligt.

Das Cover eines Skateboard-Magazins zu zieren ist immer etwas ganz Besonderes und meist das Ergebnis harter Arbeit. Ein Foto für ein Titelblatt muss ein Bild sein, auf dem wirklich alles passt: die Location, das Licht, die Aufnahmetechnik und vor allem der Trick selbst! Wenn auch nur einer dieser Punkte Zweifel zulässt, ist es zwar vielleicht immer noch ein recht gutes Foto, aber eben kein Covershot mehr.
Hinter der glänzenden Fassade des aktuellen Playboard-Titelblatts verbirgt sich eine lange Entstehungsgeschichte. Während der Arbeit für mein Interview in der Sommerausgabe von „Playbaord“ habe ich erfahren, dass es noch kein Titel-Foto gibt und dass ich doch im Zuge der Shootings auf einen passenden Shot achten soll.

Auch wenn ich mir den Kopf noch so sehr zerbrach, es ergab sich lange kein entsprechender Trick. Als das Interview dann endlich abgeschlossen war und ich dieses Projekt für endgültig erledigt hielt, ergab sich aber doch noch eine Idee für ein ansprechendes Foto. Doch um das zu realisieren, waren einige Abenteuer zu überstehen: Zuerst musste ich mein Board und meine gesamte Foto-Ausrüstung in das Bett des Wienflusses an eine bestimmte Stelle im Wiener Stadtpark hieven, um dann den ganzen Krempel auf die andere Seite des Wassers bringen. Zum Glück habe ich einen wasserdichten und schwimmfähigen Koffer, den ich bloßfüßig durch das Wasser watend hinter mir her schwimmen ließ. Mein Skateboard habe ich mit einem Schuhband hinten drauf geschnürt. Bis zu diesem Punkt ging erstmals alles gut.

Das nächste Problem war es, mit dem Spot selbst zu Recht zu kommen: nach einer nur 40 Zentimeter hohen Rundung folgt gleich die Vertikale. Die Anfahrt ist so rau und löchrig, dass es mit meinen herkömmlichen Skateboard-Rollen unmöglich war, hoch genug auf die Wand zu kommen. Also habe ich mir ganz weiche Rollen montiert, die das Problem mit der Anfahrt lösen sollten. Doch hatte ich zwischen der Wand und dem Wasser nur wenige Meter um zu manövrieren, was sowohl für den Trick selbst, als auch bei der Ausfahrt für weitere Schwierigkeiten sorgte. Dabei musste ich mein Board zweimal aus dem Wasser fischen - glücklicherweise blieb mir selbst die kalte Dusche erspart.

Nun ging es ans Photographieren. Ich hatte schon recht genaue Vorstellungen, was der „Playboard“-Redaktion gefallen würde, doch waren die Umstände sehr schwierig. Wegen des starken hell/dunkel-Kontrasts zwischen Hauptmotiv und Hintergrund musste ich viel Blitzlicht einsetzen und gleichzeitig darauf achten, dass die Stimmung insgesamt möglichst natürlich wirkt. Nachdem ich dann das entsprechende Umgebungslicht abgewartet, die Licht-Settings abgeschlossen sowie Aufnahmewinkel und Framing gesetzt hatte, konnte es endlich mit der wahren Action losgehen. Mein Freund Sebi hatte die Kamera übernommen und musste nur noch abdrücken: Der Covershot war im Kasten!

Das ganze Prozedere hat mehr als drei Stunden gedauert. Überglücklich über den gelungenen Shot packte ich mein Zeug wieder zusammen und stieg, übel stinkend und in Dreck paniert, aus der Gosse Wiens in den im Abendlicht schimmernden Stadtpark empor.
Zuhause angekommen fand ich nicht einmal den Weg in die Dusche - ich musste mich sofort an den Rechner setzten und die Ausbeute begutachten.

Bis bald,
Philipp

www.philippschuster.com
 


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