Paul Ripke © Paul Ripke

 

Fotograf Paul Ripke aus Hamburg im Interview über Museen, seine Arbeit und sein Selbstportrait.

Paul, in deinem Lebenslauf sucht man vergeblich nach einer Kunstuni oder Fotografenschule, was hast du studiert?
Ich hab nie Fotografie gelernt, sondern BWL studiert bzw. studiere es seit 72 Semestern und weiß nicht, ob ich das mal fertig mache. Ich hab mich dann langsam mit Assistenzjobs durchgearbeitet. Inzwischen hab ich das Glück, davon leben zu können und mit extrem vielen netten Leuten zu arbeiten.
 
Siehst du dich mehr als Künstler oder Dienstleister?
Nein, ich seh mich nicht als Künstler. Ich gehe nicht in Museen, ich kann aber über die letzte Werbekampagne von XY viel sagen. Mein Ziel ist es aber, dass es einmal so weit ist, dass Leute mit Aufträgen speziell zu mir kommen, weil sie einen echten Ripke wollen.
 
Wie sieht bei dir die Arbeit aus?
Die Zeit, in der ich wirklich eine Kamera in der Hand hab, liegt in Wirklichkeit nur bei 20-30%. Der Rest ist Organisieren, Koordinieren und alles rundherum. Ich hab aber auch ein Team aus Assistenten, Praktikanten und Post-Production.
 
Du bist ja sehr vielfältig, von Mode, Sport und Portrait schießt du alles.
Ja, ich mache sehr viel, weil ja auch viele Jobs dabei sind. Am meisten Spaß machen mir aber Landschaften, Sport und Hiphop.
 
 
null © Red Bull Photofiles, Paul Ripke
 
 Dein Bild von Jon Olsson ist sehr bekannt, wie ist es dazu gekommen?
Alles sehr zufällig, wie vieles: Ich wollte immer schon mal Freeskier shooten und schrieb einfach einen Haufen Rider direkt an. Jon hat sich dann gemeldet, weil ihm ein Fotograf ausgefallen war und er gerade 9 Tage an einem Kicker gebaut hat. Zufällig war ich in der Nähe auf Urlaub und wir sind dann hin. Alles lief super und er hat mich dann nach Neuseeland eingeladen.

Oder die letzten Tage zum Beispiel war ich mit Elias Ambühl geshootet. Er ist ein Super-Rider und hat gerade das Red Bull Playstreets gewonnen.

Du arbeitest in letzter Zeit viel mit Marteria. Wie ist eure Zusammenarbeit entstanden?
Wir kenne uns schon lange, sind seit 3 Jahren gute Freunde und fahren inzwischen schon zusammen auf Urlaub. Für ihn hab ich ja nicht nur das letzte Cover gemacht, sondern bei der letzten Tour auch ein Tour-Tagebuch.
 
Da hast du dich ja ins Film-Metier gewagt.
Die Idee war, immer einen kleinen Film, der einen Bezug zur Stadt hat, zu machen und es durfte keine Sekunde langweilig sein. 
 
Auch auf deiner Website hast du mit Life of Paul einen Videoblog. Wie ist das entstanden?
Das ist eine Sache, die ich nur für mich gemacht hab. Anfangs war es reiner Spaß. Ich hab dabei alles selber gemacht, also auch den Schnitt usw., was mir irgendwann einfach zu viel war. Viele der Szenen waren schon geplant, ich hätte aber oft in meinem Leben eine Kamera dabei, die eine Situation einfach mitfilmt. Zum Beispiel als ich mir beim Skifahren den Arm gebrochen hab oder auch bei der Arbeit.
 
Als Lieblingsbild hast du uns dein Selbstportrait geschickt. Was hat es damit auf sich?
Das ist so ein echter Milliardär-Poser-Look (siehe Bild oben). Das Foto ist viel bearbeitet und hat etwas, auch wenn ich nicht wie P-Diddy auf Yachten lebe.

Ein sehr ausführliches Interview mit Paul Ripke gibt es auf www.beaty-fool.de zu sehen

www.paulripke.de

 


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