Marco Smolla, Profi-Snowboarder aus München, im Interview über den Air&Style 2006, Shaun White und Hollywood-Extremsportfilme zu Weihnachten.
Wie würden dich deine Sportlerkollegen beschreiben?
Rastlos und klein.
Und wie deine Freunde?
Eigenartig, aber im Positiven – einfach anders halt ;-), neugierig (ich will immer wissen, wie was funktioniert und woher was kommt) und ich habe immer einen vollen Terminkalender.
Welchen Berufswunsch hatten deine Eltern für dich?
Nichts, von dem ich wüsste.
Und mit welchen Worten hast du sie überzeugt, dass du Profisportler werden musst?
So mit etwa 16 hab ich so viel Geld mit dem Snowboarden verdient, dass ich mich alleine finanzieren konnte. Das hat sie überzeugt.
Als du deinen Freunden gesagt hast, dass du jetzt Profisportler wirst – was haben sie geantwortet?
Meine meisten Freunde kamen aus dem Snowboard-Bereich und haben das natürlich verstanden bzw. sich für mich gefreut.
Wenn du nicht Sportler geworden wärest, welchen Beruf hättest du dann gemacht?
Ich studiere momentan Physik. Wenn ich kein Sportler wäre, würde ich dasselbe machen – vermutlich nur etwas schneller fertig sein ;-)
Was machst du beim Wettkampf anders als deine Konkurrenz?
Ich habe ein gutes Brettgefühl und kann sehr spontan mit dem Gelände umgehen, also schnell reagieren. Dadurch kann ich das Gelände sehr kreativ nutzen.
Was war der bewegendste Moment deiner Karriere, von dem du noch deinen Enkelkindern erzählen wirst?
Als ich beim Air&Style 2006 den vierten Platz beim Rookie Contest gewonnen habe. Das war mein erster großer Contest vor ca. 20.000 Zuschauern und ein sehr viel versprechender Zeitpunkt für mich.
Sport ist harte Arbeit und Disziplin. Was ist die härteste Übung in deinem Trainingsplan?
Die desmodromische Beinpresse in der Sportschule Puch. Die macht ca. 100 Wiederholungen pro Minuten und du musst mit den Beinen dagegen halten. Der Computer sagt dir genau, mit welchem Bein du mit wie viel Kraft dagegen hältst. Das bedeutet: 1 Minute volle Anspannung. Wenn ich nach der Übung die Treppen zur Umkleide runter laufe, muss ich mich festhalten um nicht umzukippen.
Was isst und trinkst du am Tag des Wettkampfs?
Gern Müsli mit Banane und Joghurt. Das gibt mir am meisten Energie. Auf den Berg nehme ich Semmeln, Schokolade und Wasser mit. Ein Red Bull habe ich natürlich auch immer im Rucksack.
Und was direkt danach?
Ich koche gern selbst. Meine Spezialität: Lachs-Mangold-Nudeln nach einem Rezept von meiner Mutter: Räucherlachs, Mangold und Sahne, mit ein bisschen Wein und Zitrone abgeschmeckt – super lecker!
Wenn du dein Ziel nicht erreicht hast, dann denkst du…
Klar, da bin ich erstmal etwas deprimiert. Aber ich suche mir dann einfach gleich das nächste Ziel.
Wenn du dein Ziel erreicht hast, dann denkst du…
Auch dann denke ich: Was ist mein nächstes Ziel?
Was musstest du aufgeben, um deine Sportkarriere gehen zu können?
Ein geregeltes Leben daheim.
Was machst du in den letzten 10 Sekunden, bevor du an den Start gehst?
Ich stelle mir im Kopf den Trick genau vor – die einzelnen Bilder vom Absprung bis zum Schluss. Besonders wichtig ist der Schluss, also wie ich den Trick stehe.
Hast du einen Glücksbringer oder ein Ritual?
Nein, so was brauche ich nicht. Dafür bin ich zu rational.
Wir packen eine Kiste für die Nachwelt. Welchen Gegenstand von dir packst du hinein?
Ein Fotoalbum von mir und meinen Freunden.
Von welchem sportlichen Projekt hast du schon immer geträumt und würdest es gerne realisieren?
Heli-Fliegen in Alaska. Hat sich bislang noch nicht ergeben.
Welche drei Sportler sind für dich die wichtigsten Sportler auf der Welt?
Travis Rice, Nikolas Müller, Gigi Rüf.
Mit welchem Sportler würdest du um keinen Preis der Welt tauschen?
Shaun White.
Mit welchem Spruch hat dich dein Trainer mal so richtig frustriert?
Als ich auf der desmodromischen Beinpresse saß und mit 100 Newton gedrückt habe, komplett am Limit war und er meinte, die alten Omas, die hier trainieren, packen 200 Newton.
Mit welchem motiviert?
Mit demselben.
Mit welcher Headline würdest du dich gerne auf dem Titel der Bildzeitung sehen?
Ich hatte schon mal eine Schlagzeile in der BILD – allerdings nicht auf dem Titel: „Der Tod fährt immer mit“ oder so ähnlich.
Wem würdest du zuerst danken, wenn man dir einen Oscar verleihen würde?
Meinen Eltern.
Was ist Dein größter Spleen?
Ich will immer wissen, wie und warum etwas funktioniert. Daher studiere ich auch Physik.
Welches Motto beschreibt dich am allerbesten?
Ehrlich gesagt habe ich kein bestimmtes Motto. Ich bin einfach ich selbst und mache, was mir Spaß macht und an was ich glaube.
3 Dinge, die man in seinem Leben gemacht haben sollte? Welche davon hast du schon gemacht?
Gleitschirmfliegen und Surfen- hab ich beides schon gemacht - und zum Nordpol reisen. Das habe ich noch nicht ganz geschafft. Ich war etwa 1.000 Kilometer davor in Spitzbergen.
Welcher Streich hat dich in der Schule berühmt gemacht?
Eine Schneeballschlacht während des Unterrichts.
Was sind deine 3 Top-Locations: Wo chillst du, wo isst du, wo feierst du am liebsten?
Ich chille am liebsten im Englischen Garten, esse am liebsten daheim und feiern? Am liebsten in unserer WG. Unsere WG-Partys sind legendär ;-)
Wann war dein letzter Lachflash und warum?
Vor 4 Tagen (Freitag) in der Früh um 7 auf dem Heimweg vom Feiern. Ich glaub, der Grund lässt sich im Nachhinein nicht mehr erklären.
Das schlimmste Weihnachtsgeschenk, das du je erhalten hast?
Irgendein Hollywood Extremsportfilm.
Welcher Comic-Held wärst du gerne? Und warum?
Pumuckl. Ist doch klar: der kann sich unsichtbar machen, Schabernack treiben so viel er will und immer barfuß laufen.
In welcher TV-Serie würdest du gerne mitspielen?
Ich schaue selten Fernsehen.
Welcher Facebook-Gruppe würdest du niemals beitreten?
Einer Gruppe gegen Facebook-Gebühren – da bekomme ich hunderte Einladungen und die sind völlig überflussig, da sie eh nichts bringen.
Wenn du 20 Jahre voraus schauen könntest: Was machst du da? Und wo bist du?
Auf dem Land in Oberbayern in einem großen Haus, bin Papa von drei Kindern und Forscher.
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