Streetbike Freestyle Weltmeister Chris Pfeiffer im Interview über fiese Bauchmuskelübungen, die Zeit mit seinen Kids und Danny MacAskill.
Wie würden dich deine Sportlerkollegen beschreiben?
Ehrgeizig, professionell, aber trotzdem entspannt.
Und deine Freunde?
Rastlos, willensstark, flexibel.
Welchen Berufswunsch hatten deine Eltern für dich?
Sie wollten, dass ich Lehrer werde.
Und mit welchen Worten hast du sie überzeugt, dass du Profisportler werden musst?
„Nur ein Jahr“
Als du deinen Freunden gesagt hast, dass du jetzt Profisportler wirst – was haben sie geantwortet?
„Wie cool ist das denn? Viel Glück!“ oder halt so ähnlich...
Wenn du nicht Sportler geworden wärest, welchen Beruf hättest du dann gemacht?
Sicherlich Lehrer, denn ich habe mein 1. Staatsexamen bereits abgeschlossen für das Lehramt als Sport- und Biologielehrer an Realschulen. Aber glücklicherweise kam es anders, puhhh...
Was machst du beim Wettkampf anders als deine Konkurrenz?
Ich bereite mich sehr penibel vor und trainiere meinen kompletten Lauf hunderte Male. Je nachdem, wie gut meine Konkurrenten fahren, nehme ich aber dann weitere riskante Tricks mit rein in den Lauf oder raus. Ich bleibe also flexibel bis zur letzten Minute vor dem Finale. Und wenn sich ein Fehler einschleicht in meinem Run, bin ich echt gut im Improvisieren und cool bleiben.
Was war der bewegendste Moment deiner Karriere, von dem du noch deinen Enkelkindern erzählen wirst?
2003 bin ich erstmals zur WM gefahren und habe auf Anhieb gewonnen. Damals bin ich erst 3 Jahre intensiv Streetbike gefahren bin. Ich wollte einfach nur schauen wo ich stehe, war extrem locker drauf, habe alle überrascht mit einem innovativen Lauf und das Ding gewonnen. Das war schlichtweg unglaublich.
Sport ist harte Arbeit und Disziplin. Was ist die härteste Übung in deinem Trainingsplan?
Diverse fiese Bauchmuskelübungen. Ich hasse sie, aber sie sind wichtig als Ausgleich zum starken Rücken, den man beim geliebten Motorradtraining aufbaut.
Was isst und trinkst du am Tag des Wettkampfs?
Viel Müsli und Obst zum Frühstück. Dann untertags meist nur noch Kleinigkeiten wie Riegel und Bananen. Getränke untertags: Tee, Wasser, Red Bull und Orangensaft.
Und was direkt danach?
Abends nach dem Wettkampf dann am liebsten ein schönes Steak und ein kühles Bier
Wenn du dein Ziel nicht erreicht hast, dann denkst du…
Beim nächsten Mal werden die Karten wieder neu gemischt und ich werde wieder voll da sein!
Wenn du dein Ziel erreicht hast, dann denkst du…
Dann denke ich eigentlich weniger, dann genieße ich.
Was musstest du aufgeben, um deine Sportkarriere gehen zu können?
Eigentlich alle „normalen“ Wochenendaktivitäten, weil ich am Wochenende fast immer unterwegs bin. Mehr als 11 Monate im Jahr. Meine ganze Sportkarriere mit Familie und drei Kindern funktioniert nur, weil meine Frau Renate sehr stark und cool ist.
Hast du einen Glücksbringer oder ein Ritual?
Nein.
Was machst du in den letzten 10 Sekunden, bevor du an den Start gehst?
Einfach nur tief durchatmen.
Welche drei Sportler sind für dich die wichtigsten Sportler auf der Welt?
Sport ist wichtig, aber niemand ist deswegen ein wichtiger Sportler.
Mit welchem Sportler würdest du um keinen Preis der Welt tauschen und warum?
Generell mit Schwimmern. Das wäre mir zu stupide.
Mit welchem Spruch hat dich dein Trainer mal so richtig frustriert?
Ich habe keinen Trainer und das ist gut so.
Welchen Sport würdest du niemals ausüben? Warum?
Synchronschwimmen ist eine der wenigen Sportarten, deren Reiz sich mir komplett verschließt.
Mit welcher Headline würdest du dich gerne auf dem Titel der Bildzeitung sehen?
Chris Pfeiffer als erster Mensch mit dem Motorrad auf dem Mount Everest! OK war ein Scherz...
Was wäre der Titel für einen Film über deine Sportlerkarriere?
„Er lebt seinen Traum...“
Über dich?
„Die Pfeiffers – eine etwas andere Familie“
Wem würdest du zuerst danken, wenn man dir einen Oscar verleihen würde?
Meiner Frau Renate und meinen Eltern.
Was ist Dein größter Spleen?
Alles, was zwei Räder hat...
Welches Motto beschreibt dich am allerbesten?
Leben und leben lassen
3 Dinge, die man in seinem Leben gemacht haben sollte? Welche davon hast du schon gemacht?
Haus gebaut, Baum gepflanzt, Sohn gezeugt. Alles schon erledigt, also weiterrocken...
Welcher Streich hat dich in der Schule berühmt gemacht?
Für lustige Streiche war ich immer zu haben, aber schulische Berühmtheit habe ich eher dadurch erreicht, dass ich mit meinem Vespa Roller im Wheelie (auf dem Hinterrad) in die Schule fahren konnte.
Was sind deine 3 Top-Locations: Wo chillst du, wo isst du, wo feierst du am liebsten?
Chillen: daheim auf dem Sofa, essen und feiern: am liebsten mit meiner Frau, da wo es uns in dem Moment gefällt.
Das schlimmste Weihnachtsgeschenk, das du je erhalten hast?
Ich kann mich nur an mein bestes erinnern: mein erstes Snowboard!
Dein Lieblings-Song beim Training?
Beim Joggen höre ich manchmal Musik, aber eigentlich jedes Mal was anderes.
In welcher TV-Serie würdest du gerne mitspielen?
In definitiv keiner.
Welcher Facebook-Gruppe würdest du niemals beitreten?
„I love facebook“. Gibt’s die?
Was ist dein No. 1-Video auf YouTube?
Danny Mac Askill, Inspired Bicycles
Wenn du 20 Jahre voraus schauen könntest: Was machst du da?
Viel Sport treiben in den Bergen, viel Zeit für meine Kinder haben. Und wahrscheinlich manchmal 20 Jahre zurückblicken und denken: Mann, war das eine coole Zeit damals…
Und wo bist du?
Ich lebe dann nach wie vor im Allgäu und bin nach wie vor aber auch viel unterwegs.
Was ist dein No. 1-Video auf YouTube?
Danny MacAskill, Inspired Bicycles
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