Hannes Arch (AUT) vor Paul Bonhomme (GBR) und Nicolas Ivanoff (FRA): Auch wenn das Siegerfoto von Abu Dhabi das Gegenteil vermuten lässt, der Auftakt zur Red Bull Air Race World Championship 2009 lieferte saftige Überraschungen und wichtige Erkenntnisse – für Piloten und Fans.
Weltmeisterlicher Arch. „Der perfekte Auftakt. Es war viel schwerer als es ausgesehen hat. Bei dieser Hitze dreimal zu fliegen, ist unglaublich hart“, erklärte ein erschöpfter, aber überglücklicher Hannes Arch nach seinem Sieg vor 100.000 Zuschauern beim ersten Red Bull Air Race des Jahres in Abu Dhabi. Der Titelverteidiger steigerte sich am Renntag von Lauf zu Lauf, musste aber auch einmal ordentlich zittern: „Um den Aufstieg ins Final 4 kassierte ich zwei Strafsekunden und kam daher nur knapp weiter. Da sieht man, dass ein kleiner Fehler genügt, um unter den geschlagenen Piloten zu sein.“ Mit seinen Gedanken ist der 41-jährige Österreicher bereits beim nächsten Rennen in San Diego (9./10. Mai): „Wir haben noch Potenzial und werden versuchen, den Flieger schneller zu machen.“
„Fastenzeit“ für Bonhomme. Obwohl Paul Bonhomme als Zweiter eine ganz gute Figur machte, soll in den nächsten Wochen abgespeckt werden: „Derzeit ist unser Paket aus Flieger und Pilot 45 Kilogramm schwerer als das Sieger-Flugzeug“, weiß der Brite, dem am Schluss nur 89 Hundertstel zum Sieg gefehlt haben. „Die Aerodynamik passt, nun müssen wir leichter werden. Meine Mechaniker werden mit dem Flugzeug nächste Woche und auch nach San Diego ein Fitnessprogramm absolvieren, und ich werde dasselbe machen. Wer denkt, dass 45 kg nicht viel sind, der muss sich das bei 10 G vorstellen – das sind dann 450 kg, fünf Passagiere … eine gehörige Zeitstrafe“, so der 44-jährige Vizeweltmeister.
Rookie Hall überrascht. Die größte Überraschung in Abu Dhabi lieferte ein Rookie: Matt Hall beendete sein Red Bull Air Race-Debüt am großartigen fünften Platz, nur eine Zwei-Sekunden-Strafe verhinderte den Einzug ins Final 4 und somit das vorzeitige Aus des späteren Siegers Hannes Arch. „Ich bin sehr glücklich, das habe ich nicht erwartet“, freute sich der 37-jährige Australier über seine sieben WM-Punkte. Mit Matthias Dolderer (GER) auf Platz elf, schaffte es noch ein weiterer der insgesamt vier Rookies in die Punkteränge.
Routiniers enttäuschen. Ganz und gar nicht nach Wunsch lief es für die Routiniers Kirby Chambliss (USA) und Peter Besenyei (HUN): Der 49-jährige Amerikaner und Weltmeister 2006 belegte nur den neunten Platz, knapp vor dem zweifachen Vizeweltmeister (2005 und 2006) aus Ungarn. Auch Mike Mangold (USA) – Weltmeister 2005 und 2007 – hat sich wohl mehr als Platz sieben erwartet, doch eine Vier-Sekunden-Zeitstrafe im Super 8-Bewerb machte ein besseres Ergebnis zunichte. „Weniger Gewicht und mehr Power“ sollen den 53-Jährigen bei seinem Heimrennen in San Diego wieder näher an die Spitze heranbringen.
Kommentare
Einen Kommentar hinzufügen