Wretch 32 ist der Shooting Star der englischen Rap-Szene. Im Interview erzählt er, warum er seinen Top 10-Hit „Traktor“ mit einem Feature von Materia veröffentlicht.
Ich war vor Jahren mal da für eine Show, aber jetzt bin ich hier, weil ich mit Marteria eine Platte rausbringe.
Ja, dein UK-Hit „Traktor“ kommt in Deutschland mit einem Gastspiel von Marteria raus. Wie bist du auf Ihn gekommen?
Ich habe mich ein wenig umgehört, und viele haben von ihm geschwärmt, also hab ich ihn kontaktiert. Er hat mir seine Verse geschickt - natürlich auch übersetzt - und es hat super gepasst.
Ja klar, war es neu. Aber ich will ständig Neues ausprobieren, das ist mir extrem wichtig. Marteria hat einen super Flow und ich will, dass die Nummer viele Leute mitbekommen, weil sie einfach gut ist.
Mein Vater war ein DJ und Soundsystembetreiber. Er hat mich immer wieder zu seinen Veranstaltungen oder Soundclashes mitgenommen. Das war extrem prägend, weil unsere ganze Wohnung voll mit Kabeln und Lautsprechern war und es immer darum ging, dass die möglichst laut waren. Mein Vater hat hauptsächlich Reggae und Dub gespielt, da war noch nicht viel Rap dabei.
Nein, ich war echt ein total schüchternes Kind, wirklich! Das hätte ich mich nie getraut, ich war aber erst fünf Jahre. Los ging’s bei mir in der Schule: Ich und meine Freunde, wir waren schon eher laut, haben viel rumgeblödelt und da ging es schon auch um Rhymes und Beats.
Wir hatten damals eine Crew, Combination Chain Gang. Chipmunk kenne ich seit ich 14 bin, Wiley auch schon seit Jahren, wir kommen alle aus derselben Gegend in Tottenham. Unsere ersten Erfahrungen haben wir natürlich im Piraten-Radio gesammelt, ich hatte damals zwei Mixtapes gemacht, die sehr wichtig für mich waren weil ich damals so viel gutes Feedback bekam.
Für mich war es immer wichtig, offen zu sein. Klar, Wiley und Chipmunk und die Gang, die machen Grime und nichts anderes. Meine Einflüsse sind auch sehr stark im amerikanischen Rap: Tupac oder Jay-Z sind echte Helden, aber auch Engländer wie Dizzee Rascal oder Keno. Dazu kommt meine Kindheit, die ich mit Bob Marley und Bounty Killer verbracht hab. Ich rappe aber genauso wie die Jungs über mein Leben, das Leben in Tottenham, wo ich noch immer wohne.
Klar, das ist nicht zu übersehen. Es herrscht hier auch viel mehr Austausch und in den letzten Jahren ist extrem viel passiert in London. Auch geht alles so schnell, über YouTube hab ich mit einer Suche alles da, was früher Jahre an Forschen und Suchen war. Oder Rihanna kommt aus London mit Dubstep-Beats zurück. Und ich aus Berlin mit Lyrics von Marteria.
- http://www.wretch32.com
- Interview mit Marteria
- Video: Marteria am Red Bull Tourbus
- Blog: Tourtagebuch von Marteria, Teil 1
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