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Die Red Bull Cliff Diver haben wieder Saison. Wie Ihr eure Selbstversuche überlebt, erklärt euch Klippenspringerin Anna Bader: Hier sind die zehn Gebote des Cliff Diving.


1. Prüfe die Wassertiefe vor dem Sprung. Taucherbrillen mitnehmen! So prägst du dir die Beschaffenheit des Grundes ein. Liegt dessen höchster Punkt tiefer als 4 Meter, landest du im sicheren Bereich. Weiter dringt der gestandene Cliff Diver selbst aus einer Höhe von 30 Metern nicht ins Wasser ein, aufgrund der Reibungsenergie der H2O-Moleküle, die sich mit zunehmendem Tiefendruck verdichten.

2. Die Absprungstelle sollte bequem zum Stehen sein. Damit du die Ruhe vor dem Sprung finden kannst. Mühsames Herumbalancieren bringt dich nur aus der inneren Balance. Konzentriere dich auf deinen Atem.

3. Überlege dir wie du springen willst und ob du dafür ausreichend Höhe hast. Um den Abstand zur Wasseroberfläche und deren Beschaffenheit genauer einschätzen zu können, werfen Anna und Orlando vor jedem Sprung ein kleines Handtuch mit Knoten voraus.

4. Gehirnerschütterungen sind alles andere als amüsant. Deshalb ab einer Höhe von zehn Metern immer mit den Füßen voraus landen. Wenn dennoch ein Köpfler gewagt wird, empfiehlt Orlando, die Arme hochzustrecken, die Fäuste über dem Schädelzentrum zu ballen und dabei mit den Bizepses die Ohren und Schläfen zu bedecken.

5. Du bist gesprungen? Das ist jetzt nicht mehr rückgängig zu machen... Also nicht erstarren, locker in den Schultern bleiben und den Fall mit beiden Armen austarieren. Nicht gleich die Flügel anlegen, sonst wird’s schräg. Erst kurz vorm Aufprall, ganz wichtig! Menschen wie Anna und Orlando sind dazu im Stande, die zwei, drei Sekunden ihrer Airtime zu genießen, ja in ihr vollkommen aufzugehen. Beneidenswert.

6. Während deiner wie auch immer gearteten Figuren in der Luft, orientiere dich kurz optisch an Bäumen oder Schiffen, die du als „Landmark“ vor dem Sprung ins Auge gefasst hast. Orlando hat allerdings beim Fallen meist die Augen geschlossen. Vor Genuss natürlich.

7. Beim Eintauchen bildet dein Körper im Idealfall einen Nagel. Die Füße werden leicht angespitzt, die Arme angelegt, die Hände im Schoß übereinander gefaltet. Interessant dabei: Leicht schräg sollte der Einfallswinkel des Körpers sein, meint Orlando, damit du in die Wasserschichten gleitest wie zwischen Daunendecken. Beim Aufprall kräftig durch die Nase ausatmen, sonst sieht’s in deinem Gehirn aus wie in einem Hallenbad.

8. An frischen Trainingstagen hilft Neopren. Du kannst damit länger im Wasser bleiben und wirst beim häufigen Aufklatschen ein bisschen besser geschützt. Ansonsten ist der Sport aber eher freikörperlich kultiviert; je weniger du anhast, desto purer das Vergnügen. Aus dem gleichen Grund werden unter Cliff Divern Turnschuhe als eher warmduscherisch gesehen.

9. Immer in der Gruppe springen, sagt Anna: „Das macht mehr Bock und im Notfall ist wer zum Helfen da.“ Einzeln springen und warten bis der Vorspringer weg geschwommen ist. Beim Gruppensprung macht euch genau aus, wer wohin springt.

10. Schütze deine Ohren. Sie sind hohen Druckveränderungen in rasant kurzer Zeit ausgesetzt. Wasser im Ohr verstärkt diese Druckdiskrepanzen noch zusätzlich. Deswegen vor dem Springen Silikon-Tropfen, Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke oder, am natürlichsten, Olivenöl ins Ohr träufeln. Dein Innenohr wird dir für diesen Schutzfilm danken.


Die Red Bull Cliff Diving World Series beginnt morgen Samstag in La Rochelle, Frankreich.

www.redbullcliffdiving.com
 


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