Cliff Diving ist die akrobatische Perfektion von Wasserspringen aus einer Höhe von 23 bis 28 Metern für Männer und 18 bis 23 Metern für Frauen. Die Athleten haben knapp drei Sekunden Zeit, um ihre Figuren und Bewegungen zu koordinieren, bevor sie mit ca. 100km/h durch die Wasseroberfläche eintauchen.
Solch wagemutige Sprünge aus Schwindel erregender Höhe erfordern Selbstvertrauen, Konzentration und absolute Körperbeherrschung und bedeuten mindestens zehn bis 15 Jahre technische Ausbildung. Innerhalb von Sekunden müssen die Athleten Entscheidungen aufgrund von folgenden Impulsen treffen: Auge – Gefühl – Zeitrahmen – Erfahrung.
Während des Sprunges, besonders sobald der Athlet das Wasser berührt, ist der Körper ungeheuren Kräften ausgesetzt, die neun Mal so groß sind wie beim Sprung vom zehn Meter Turm. Das größte Verletzungsrisiko besteht während der Eintauchphase, da die Körperteile unter Wasser bereits der vollen Bremsung ausgesetzt sind und diejenigen über Wasser immer noch mit unverminderter Geschwindigkeit nachstoßen. Daher ist maximale Körperspannung beim ersten Wasserkontakt unabdingbar. Unmittelbar nach der ersten enormen Bremsung muss der Athlet ein aktives Wegtauchen einleiten um zu vermeiden, dass der Körper bzw. ein Körperteil durch die Zähigkeit des Wassers aus der Achse gedrängt wird.
Lebensgefahr. Somit kann auch nur eine beschränkte Zahl an Sprüngen pro Tag durchgeführt werden ohne die Gesundheit der Athleten zu gefährden. Eine totale Bruchlandung ist aufgrund der Erfahrung und der technischen Ausbildung der Athleten allerdings auszuschließen. Ein „Bauchklatscher“ aus dieser Höhe käme einem Sturz aus 13 Metern auf die Strasse gleich. Grundsätzlich ist ein Überschreiten von 28 Metern nicht vertretbar. Der Zeitrahmen ändert sich durch die enorme Fallgeschwindigkeit kaum – dafür steigt das Verletzungsrisiko überproportional. Deshalb betreiben weltweit auch nur knapp drei bis vier Dutzend Athleten diesen exklusiven und extremen Sport.
Ein "Bauchklatscher" käme einem Sturz aus 13 Metern auf die Strasse gleich.
In der Vergangenheit wurden die Klippenspringer zumeist als lebensmüde Kamikazen betitelt, und der Sport wurde fälschlicherweise als reine Touristenattraktion aus Acapulco abgetan. Cliff Diving ist weit mehr als Acapulco oder ästhetischer Hintergrund für schöne Werbespots, es ist ein Sport, der höchste Anforderungen an Geist und Körper stellt. Viele High Diver sehen ihre Disziplin als Weiterentwicklung des Olympischen Turmspringens, das die meisten vor dem Wechsel auf die Klippe professionell betrieben haben. Mit der ersten Weltmeisterschaft in Brontallo im Sommer 1997 stellte die World High Diving Federation (WHDF) das Cliff Diving als offizielle Sportdisziplin einer breiten Öffentlichkeit vor. Durch kontinuierliche Weiterführung der sportlich hoch stehenden Events hat sich mittlerweile Verständnis für die äußerst anspruchsvolle Disziplin durchgesetzt, und die Athleten erhalten den ihnen gebührenden Respekt.
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