Knapp zwei Wochen nach dem Crash von Sebastian Vettel und Mark Webber beantworteten die beiden während des Donnerstags-Pressebriefings am Circuit Gilles Villeneuve weitere Fragen zu diesem Zwischenfall.
Webber und Vettel opferten Zeit, um den Vorfall erneut durchzukauen und sie kamen dabei zum selben Schluss: 'Wir kommen beide mit der Sache klar, entsprechend ist es an der Zeit, nach vorn zu schauen.'
Am gestrigen Abend luden die zwei das Team zum Dinner ein, um vor dem anstehenden Kanada Grand Prix die Moral zu stärken.
Der Fall kam erneut zur Sprache, als sich die beiden Fahrer am Donnerstagnachmittag im Fahrerlager von Montreal der Presse stellten. Vettel erklärte: „Man kann es aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, ändern kann man es nicht mehr. Rückblickend hätte ich nichts anders gemacht. Was geschah, war schlecht für uns beide und besonders fürs Team, denn wir machten McLaren ein Geschenk. Am wichtigsten ist nun, nach vorn zu schauen.“
Dem stimmte Webber zu: „Alles in Ordnung, ich fühle mich absolut gut. Ich habe das völlig abgehakt und bin bereit, dieses Wochenende anzugehen. Ich freue mich darauf, wieder auf die Rennstrecke zu kommen.“
Was wichtigere Dinge angeht, so blickt Red Bull Racing unverändert in die Rückspiegel, wo die aufholenden McLaren zu sehen sind, die im Rennen von Istanbul ein gutes Tempo vorlegten. Vettel sieht die Meisterschaft allerdings nicht als reinen Fight zwischen den Fahrern von Red Bull Racing und dem McLaren-Duo.
„Man sollte“, sagte er, „die anderen nicht vergessen - Ferrari und Mercedes mögen zwar nach Punkten zurückliegen, aber es ist ein harter Kampf, und das Blatt kann sich schnell wenden.
Wenn man sich den Punktestand ansieht, ist es ganz einfach. Dann sieht man, dass recht viele Autos nur durch wenige Punkte getrennt werden - selbst Renault liegt in der Meisterschaft mit Robert Kubica nicht allzu weit zurück. Der Rückstand mag zwar einige Punkte betragen, doch darf man nicht vergessen, dass man weitaus mehr Punkte als im Vorjahr holen kann. Wenn man das alte Punkteschema zugrunde legt, liegt er nicht weit zurück. Am wichtigsten ist Beständigkeit.“
Das bedeute, man dürfe keine sich bietende Gelegenheit auslassen und sie den Gegnern überlassen, fügte Webber hinzu. Aber niemand möge nun erwarten, die beiden Fahrer würden die Rennen nun anders angehen, weil sie fürchten, der Türkei-Schlamassel könne sich wiederholen.
„Gelegentlich“, sagte Webber, „passen halt andere Dinge, wenn man ganz besonders umsichtig ist. Das ging knapp daneben. Der Ausgang war nicht gerade toll, ein Auto kam nicht ins Ziel, und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir erneut miteinander fighten.
Als Formel 1-Fahrer müssen wir Situationen richtig beurteilen - ob ich nun Karun Chandhok überrunde, oder mit Seb um die Führung kämpfe. Als Fahrer tun wir grundsätzlich alles, um im Cockpit die richtigen Entscheidungen zu treffen. So habe ich es im Verlauf meiner Karriere jedenfalls meistens gemacht. Wenn man Woche für Woche an der Spitze mitfährt, dann gibt’s halt gelegentlich Action.“
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