Julius Brink und Jonas Reckermann Ray Demski

Das Beachvolleyball-Duo Julius Brink und Jonas Reckermann schwimmen weiter auf der Erfolgswelle. Jüngster Grund zum Jubeln: der Turniersieg in Rom. Und wir waren via SMS dabei...

Es gab gute Vorzeichen für das Turnier, leider aber auch einige schlechte. Schon nach einem Tag schrieb Julius eine SMS: "Rom ist total geil". Damit war schon mal klar, dass Julius so lange wie möglich in Rom bleiben wollte, dass er also unbedingt ins Finale wollte, um die Stimmung der Stadt bis zum Ende aufzusaugen.

Doch leider stand in der SMS auch noch, dass Jonas sich etwas im Rücken eingeklemmt hatte und Julius beklagte sich über schwere Beine. Dennoch fanden die beiden gut ins Turnier, konnten sowohl die Norweger Maaseide-Horrem als auch die Neuseeländer Lochhead-Pitman in zwei Sätzen besiegen. Dass die beiden danach trotz dieser kleinen Wehwehchen so souverän gegen die Deutschen Klemperer-Koreng (Olympia-Fünfter) gewinnen konnten (21:23, 21:9, 15:8) war ein erstes Zeichen dafür, dass mit BrinkReckermann bei diesem Turnier zu rechnen war.

Zwar mussten sie nach der Niederlage gegen Harley-Alison (20:22, 15:21) erneut den Umweg über die Loserrunde gehen, durch ein lockeres 21:18, 21:18 gegen die Olympia-Vierten Geor-Gia zogen sie aber ins Halbfinale ein.

Brasilianische Armada. Im Halbfinale ergab sich eine Situation, die man im Beachvolleyball öfters erlebt: drei brasilianische Teams und nur ein Europäer. Meistens steht bei dieser Ausgangslage am Ende eines der brasilianischen Teams ganz oben auf dem Treppchen. In 18 Finals zwischen Brasilianern und Deutschen konnten die Deutschen lediglich drei mal gewinnen - Jonas hatte in sechs dieser Aufeinandertreffen sogar sechs Niederlagen gesammelt, Julius in vier deutsch-brasilianischen Finals immerhin einen Sieg für Deutschland herausgeholt. Und das ist nur die Statistik für die Finals.

"Rom ist total geil!" Julius Brink

Zuvor mussten sich Brink/Reckermann nämlich noch im Halbfinale gegen Emanuel-Ricardo beweisen. Diese beiden sind seit Jahren das wohl erfolgreichste Duo. Neben Olympiasieg und Weltmeistertitel haben sie eine ganz besondere Statistik: bei ihren 84 gemeinsam gespielten Turnieren standen sie 44 mal im Finale und konnten dabei 34 mal das Turnier gewinnen - es gibt kein erfolgreicheres Team auf der World Tour.

Aber ein Besseres! Zumindest an diesem Tag waren nämlich Brink/Reckermann in allen Bereichen überlegen. Durch das 21:12, 21:19 schafften sie zum ersten Mal als Team den Einzug ins Finale und erhielten damit die Chance, die Statistik der deutsch-brasilianischen Finalbegegnungen ein wenig aufzubessern.

Das Finale zählt mit Sicherheit zu den Highlights im Bereich des Beachvolleyballs. Das Spiel fand Abends bei Flutlicht statt - das riesige Stadion war bis auf den letzten Platz gefüllt und das Spiel war eines der umkämpftesten Finals überhaupt. Alle vier Spieler waren in Topform, von schweren Beinen und Rückenschmerzen war nichts mehr zu sehen (großes Kompliment an den Physiotherapeuten) und das Spiel war eine 73 Minuten lange Schlacht, bei der jeder einzelne Punkt hart umkämpft war.

Weltklasse. Am Ende war es Jonas selbst, der durch einen Block die seit 2003 andauernde Serie der Finalniederlagen gegen Brasilianer beendete. Mit 28:26, 20:22, 15:13 konnten BrinkReckermann die Brasilianer Pedro/Cunha besiegen, sich 30.000 $ Preisgeld sichern und auf Platz 3 der Weltrangliste vorarbeiten.

Nächste Woche treten BrinkReckermann zum ersten Mal in Deutschland an - beim DVV-Cup in Essen. Der Terminkalender wurde in diesem Jahr perfekt geplant - nur eine Woche nach ihrem ersten gemeinsamen Turniersieg werden die beiden in Deutschland zu sehen sein. Am kommenden Wochenende findet der DVV-Cup in Essen statt; BrinkReckermann freuen sich schon darauf, sich ihren deutschen Fans präsentieren zu können.
 


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