Seb sicherte sich den Sieg, Mark die zweithöchste Stufe auf dem Podest und Red Bull Racing das Konstrukteurs-Championat. Nicht übel für ein Party-Team.
Bei strahlendem brasilianischen Sonnenschein ließen sich praktisch alle Mitglieder des Teams vor den Boxen den Champagner schmecken, der nach Ende des Rennens serviert wurde. Vorausgegangen war ein interessanter Auftakt des Wochenendes, denn die Mehrheit der Pressevertreter hatte zu diesem Zeitpunkt die Behauptung aufgestellt, wir würden nicht als Team agieren. Am Sonntagnachmittag wurden wir dann zum siegreichen Rennstall des Jahres 2010 gekrönt.
Unser Auftritt wurde durch den Pole-Setter Nico Hülkenberg unterstützt, den Seb und Mark bis zum Ende der ersten Runde überholen konnten. Für unsere Hauptgegner im Titelkampf - Alonso und den McLaren-Fahrer Hamilton - stellte Hülkenberg für zumindest sechs weitere Runden ein lästiges Hindernis dar.
Anschließend beherrschten Vettel und Webber das Rennen dank einer beeindruckenden Strategie, kluge Entscheidungen der Ingenieure sowie reibungslose Boxenstopps durch die Mechaniker bis ins Ziel. Das Training der Boxenstopps während des letzten Winters zahlte sich im Verlauf der Saison aus. Lediglich während der Safety-Car-Phase, die notwendig wurde, als Liuzzi in die Streckenbegrenzung krachte, schob sich das Feld noch einmal zusammen. So witterte Alonso noch einmal Morgenluft, doch unser Aussie hielt erfolgreich dagegen und verteidigte seinen zweiten Platz. Auch Buttons Aufrücken sorgte noch einmal für Spannung, aber für McLaren waren die Plätze vier und fünf zu wenig, um Red Bull am Titelgewinn zu hindern.
Nach dem Rennen konzentrierten sich die Kommentare des Teams erwartungsgemäß in erster Linie weniger auf Sebs Sieg oder Marks Podestplatz, sondern vielmehr auf die Anstrengungen, die das gesamte Team - an der Rennstrecke sowie im Werk in Milton Keynes - im Verlauf der zurückliegenden sechs Rennjahre aufbot. Dietrich Mateschitz sprach von der Realisierung eines Traums, den er vor zehn Jahren hatte, und Christian zollte unserem Team-Eigner Tribut: "Wir haben eine große Gruppe zusammengebracht, deren kollektive Bemühungen dieses Ergebnis möglich machten. Vor sechseinhalb Jahren hatte Herr Mateschitz eine Vision, die heute Wirklichkeit wurde - das ist ein unglaubliches Gefühl."
Am heutigen Abend wird in Sao Paulo gefeiert, denn schließlich sind wir ja immer noch ein Party-Team. Ab morgen, wenn wir uns auf den Weg nach Abu Dhabi machen, um dort die Boxen für das interessante Finale einer spannenden Formel 1-Saison einzurichten, steht dann wieder die Arbeit im Mittelpunkt.
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