Sein Spielzeug ist ein schweres Bike, seine Tricks sind zum Atem anhalten. Stunt-Riding-Weltmeister Chris Pfeiffer über einen schmerzhaften Backflip-Traum und einen 360er am Vorderrad.
Seit Jahren zählt Chris Pfeiffer zu den besten Stunt-Riding-Fahrern der Welt. In den vergangenen sechs Jahren krönte sich der 39-jährige Deutsche zum vierfachen Welt- und Europameister. Aber auch Offroad machte der dreifache Familienvater eine großartige Figur: So konnte er zum Beispiel viermal das Erzbergrodeo, eines der härtesten Enduro-Rennen der Welt, in Eisenerz (Österreich) gewinnen.
Chris, du warst Ende November für zwei Tage in Colombo auf Sri Lanka. Wie sind deine Show-Auftritte im Rahmen der Street Tour gelaufen?
Es war einfach unglaublich … Das Ende des Bürgerkriegs auf Sri Lanka liegt ja erst knapp sieben Monate zurück, entsprechend groß ist die Freude der Leute über unterhaltsame Events – vor allem, wenn dort jede Menge Action und Spaß geboten wird. Mitten in der Stadt vor rund 10.000 enthusiastischen Leuten zu fahren, war auch für mich etwas Besonderes.
Etwas Besonderes hat sich auch BMW einfallen lassen: Man hat dir eine Sonderedition der F800R gewidmet. Was bedeutet dir das?
Diese besondere Art der Wertschätzung macht mich natürlich wahnsinnig stolz, da es auch etwas Bleibendes ist. Es ist wirklich ein schönes Gefühl, quasi „sein“ Motorrad im Laden bewundern zu können.
Du hast dir gleich das erste Stück der Chris-Pfeiffer-Edition gesichert. Wie fährt sich dein Bike?
Na ja, genau genommen hab’ ich zwei Exemplare davon zuhause. Mit dem allerersten Bike, das vom Band lief, werde ich keinen Meter fahren. Es ist ein reines Ausstellungsstück. Aber mit dem anderen Motorrad war ich freilich schon unterwegs, und es ist super zu fahren – wie mein Stuntbike, nur ohne stunt-riding-spezifische Teile …
… die es dir – im Gegensatz zu einem herkömmlichen Straßenmotorrad – ermöglichen, atemberaubende Tricks zu machen. An welchen Tricks feilst du gerade?
Ich versuche, täglich Neues auszuprobieren. Derzeit trainiere ich vor allem am freihändigen Im-Kreis-Fahren, und zwar im Sitzen, und nur am Hinterrad. Zweieinhalb Kreise schaffe ich schon, aber es soll noch ein bisschen mehr werden. Im Stehen geht das Ganze etwas einfacher: Da schaffe ich bis zu zehn. Außerdem arbeite ich laufend an schnellen Trick-Kombinationen und dem 360er am Vorderrad.
Wie lange trainierst du so im Durchschnitt?
Zwei bis drei Stunden täglich, manchmal auch bis zu vier, doch dann mit mehr Pausen. Die intensive Konzentration im Training schlaucht mich so, dass ich meistens schon nach zwei Stunden ziemlich platt bin – geistig und körperlich. Und dann ist es besser aufzuhören, da das Sturzrisiko erheblich steigt.
Hast du eigentlich schon mal mit dem Gedanken gespielt, dich mit deinen Tricks in die Luft zu begeben?
Meine Erfahrungen im Freestyle-Motocross habe ich bereits gemacht, leider schmerzhafte …
Was ist denn passiert?
Früher war es mein großer Traum, einmal einen Backflip im Stile von Travis Pastrana zu machen. Ich hab’s dann auch tatsächlich einmal versucht, und er wäre mir auch fast gelungen – aber eben nur fast. Dabei hab’ ich mir einen Wirbel gebrochen … Aber wäre ich jetzt 15, könnte ich mir auch eine FMX-Karriere sehr gut vorstellen.
www.chrispfeiffer.com
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