Guido Tschugg ist der „Vater“ der Mountainbike-Strecke in Leogang (Österreich). Am Wochenende hat der 35jährige erstmals diesen speziellen Heimvorteil genossen. Im Interview spricht er über Joker- und Chicken-Lines, das Hobby Streckenbauen und sein Finish im 4X auf Platz 10.
Platz 10 bei der Premiere auf deiner Strecke. Zufrieden?
Die Quali ging so. Ich habe vorsichtshalber auf die Pro-Line verzichtet, bin außen herum über die Chicken-Line. Platz 11 hat eigentlich gepasst. Im Rennen hab ich mir gedacht: Ich nehme die Joker-Line, weil die fast 1 Sekunde schneller sein kann. Leider hab ich im Training wegen einer gerissenen Kette die letzte halbe Stunden verloren. Deshalb habe ich nicht mitbekommen, dass auf der Joke-Line mittlerweile tiefe Rinnen drin sind. Ich war dann einfach zu langsam und hab sofort gewusst: Scheiße, jetzt habe ich es verzockt.
Wie urteilt der Shaper Guido Tschugg über seine Strecke?
Mit der Bahn bin ich super zufrieden, auch im Regen hat alles picobello funktioniert. Es gibt spektakuläre Überholmöglichkeiten und bei den Zuschauern und Fahrern kommt sie gut an. Es ist eine hochwertige Weltcupstrecke, wo die Fahrer echt gefordert werden. Meiner Meinung ist das eine der schwersten Strecken im Weltcup-Zirkus. Es gibt hier wirklich Möglichkeiten, zu riskieren und schnell zu sein.
Du bist diesmal nicht ans Limit gegangen...
Ich bin der älteste im Fahrerzirkus, ich muss das nicht immer haben. Denn wenn nicht alles genau zusammenpasst, dann haut’s dich bei 60 km/h vom Allerfeinsten auf.
Nächstes Jahr findet hier die WM statt. Muss man die Strecke dafür umbauen?
Wir sollten große Teile sicher noch einmal adaptieren, damit etwas Neues entsteht. Das gehört sich für eine Weltmeisterschaft einfach.
Wie kommt eigentlich dazu, Strecken zu bauen?
Ganz einfach: Ich hab mir einen Bagger gekauft und hab damit begonnen. Das schwierigste ist, dass man sich im Rohzustand das Endergebnis vorstellen muss: Wie viel Gefälle kommt zustande, wie viel kann man treten, funktionieren die Sprünge? Aber mit meinen 15 Jahren Rennerfahrung kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, wie das mit Linie und Schwung zusammenpasst und wie schnell man wird.
Kommentare
Einen Kommentar hinzufügen