Nightlife

Goija-Manager: „Selbstverständlich feiere ich mit"

Goija Clubmanager Eike Steffen

Eike ist Manager im Goija in Nürnberg. Sein Erfolgsrezept für den noch jungen Club: Highheels über acht Zentimeter.

Eike, was macht ein Clubmanager?
Aufsperren und Zusperren.

Oh, das klingt locker, das will ich auch!
Nein nein, so leicht ist's dann doch nicht. Als Gast unterschätzt man das ganz leicht, was alles hinter so 'nem Laden steckt. Ich muss halt sehen, dass alles läuft, dass alle Mitarbeiter da sind, wie das Marketing läuft und so weiter. Da kommen bei mir schon mal ungefähr 350 Stunden im Monat zusammen.

Ich nehm's zurück. Das klingt fast so, als wärst du mit dem Goija verheiratet.
Man muss die Arbeit definitiv lieben, um das machen zu können und im Privatleben ziemlich viel zurückstecken. Gerade wenn du einen neuen Club aufmachst. Das ist zwar anstrengend, mir macht es aber nichts aus, weil ich mit Herzblut dabei bin.

Also bist du das Goija und das Goija bist du?
Quatsch! Wir haben morgen eine Personalschulung, da wird die Eingangsfrage gestellt werden: Wer ist die wichtigste Person im Laden? Viele werden dann meinen Namen nennen und ich werde mich geehrt fühlen. Aber es stimmt nicht. Die wichtigste Person ist immer der Gast. Ich mache alles für den Gast. Und wenn die Toilettenfrau nicht hinterherkommt, helfe ich ihr auf der Toilette, und wenn die Logistiker nicht hinterherkommen, trage ich Bierkästen mit rum. Wenn die Barkeeperin einen Kreislaufkollaps hat, stelle ich mich hinter die Bar. Ich möchte einfach für den Gast da sein, für den Laden.

Dafür müssen natürlich auch die Gäste da sein, was ja gerade für einen neuen Club keine Selbstverständlichkeit ist. Wie lockt ihr die Massen hierher?
Die einfache Wahrheit ist ja: Wenn Frauen kommen, kommen die Männer von alleine. Wir haben vor ein paar Monaten eine Aktion gestartet, dass alle Frauen mit Highheels über acht Zentimeter umsonst reinkommen. Und seitdem haben wir einen Frauenanteil, bombastisch! Die ganze Stadt spricht drüber, sogar die Bild hat davon berichtet. Und da ja auch die Regel gilt: „Je höher die Highheels, desto kürzer der Rock“ werden die Männer ganz von alleine hierher gelockt.

Ihr seid neu, ihr seid stylisch, ihr habt Frauen mit kurzen Röcken. Stellt sich mir die Frage: Hätte ich als Otto-Normal-Gast überhaupt eine Chance, ins Goija zu kommen?
Ja. Das Hauptziel des Goija ist ja, dass die Leute Spaß haben. Klar, wir wollen auch Geld mit dem Laden verdienen und so weiter, aber die Hauptziele sind Spaß und Klischeelosigkeit. Hier soll's nicht so zugehen von wegen: „Du kommst hier nicht rein, weil du keine 500 Euro einstecken hast.“ Jeder, der sich bei uns wohlfühlt, soll bei uns feiern. Ganz einfach.

Also Highclass mit Abstrichen.
Wir sind nicht unbedingt Highclass. Natürlich, wir haben VIP-Bereiche und hier gehen Leute ein und aus, die mehrere tausend Euro an einem Abend versaufen. Aber hier laufen genauso Leute rum, die den ganzen Abend zwei Wasser trinken und sonst durchtanzen. Und wir behandeln die genau gleich. Wir sind nicht auf dieses Etepetete aus, sondern auf völlige Klischeelosigkeit.

Feierst du auch mit?
Selbstverständlich.

Auch wenn du gerade das Klo putzen musst?
Ich hab es bisher noch nie machen müssen, das ist ja das Gute! Meine größte Bemühung ist, die Vorarbeit so gut gemacht zu haben, dass ich abends zwar da bin, aber nicht gebraucht werde. Dann kümmere ich mich um die Gäste, von denen ich einen sehr großen Anteil auch persönlich kenne. Dadurch habe ich mittlerweile über 2 000 Facebookfreunde aus Nürnberg.


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