Nightlife

Goija-DJ: „Wie ein langer Orgasmus"

Goija  DJ Geeno Fabulous

Erst DSDS, dann die eigene Band und schließlich DJ im Nürnberger Club Goija: Hauptsache, Geeno Fabulous hat mit Musik zu tun. Dafür passt er sich auch mal dem Publikum an.

DJ Geeno Fabulous, was ist das Erste, was dir zum Goija einfällt?
Dass es der geilste Club in der City ist.

Oh, eine hohe Meinung. Kannst du die auch begründen?
Der Club ist innovativ, schön und stylish gebaut, was man ganz und gar nicht von jedem Club in Nürnberg sagen kann. Ein Club auf sehr hohem Niveau. Ich glaube, dass du ihn sogar mit dem P1 in München messen kannst.

Seit wann bist du hier?
Ich bin seit vier Wochen jeden Samstag hier. Und dann vom Anfang bis zum Ende. Ich lege das auf, was gerade angesagt und heiß ist, animiere die Gäste ein wenig – manchmal singe ich auch. Ich bin eigentlich Sänger bei Lemon Ice, vielleicht hast du schon mal davon gehört.

Ja, habe ich. Das war aber nicht die DSDS-Geschichte, oder?
Genau, bei DSDS habe ich auch teilgenommen und bin immerhin fünfter geworden. 2004 war das.

Und wie war’s so?
Das war eine tolle Erfahrung für mich. Ich habe sehr viel lernen können. Und die Atmosphäre war echt cool. Aber letzten Endes hat es mir eher Steine in den Weg gelegt.

Wieso?
Ich erwähne das eigentlich nicht mehr. Diese DSDS-Vergangenheit war eine Zeit lang nicht wirklich vorteilhaft für mich. Mit dem Stempel „Castingband“ herumzulaufen ist nicht so toll. Damals wurde das groß boykottiert. Mittlerweile interessiert es zum Glück eh kein Schwein mehr.

Dann bist du ja schon einige Jahre im Geschäft. Ab welchem Alter ist man eigentlich zu alt für das Musikbusiness?
Alter spielt keine Rolle, solange du dich im Herzen jung fühlst. Ich habe mit Musik zu tun, seitdem ich atmen kann. Früher, als Kind, habe ich getanzt, mit 14 habe ich angefangen, Musik zu produzieren. Selbst mache ich seit, puh, keine Ahnung, auf jeden Fall ganz vielen Jahren Musik. DJ bin ich erst seit zwei Jahren, muss aber sagen, dass ich mich dabei sehr wohl fühle. Es hält mich jung. Die Musik, der Bezug zu den Leuten, wenn ich sehe, wie die abgehen … Manchmal ist das wie ein langer Orgasmus.

Schön gesagt! Also würdest du das auch in zwanzig Jahren noch machen wollen?
Nein! Wobei, keine Ahnung, wenn ich ein David Guetta wäre, der mittlerweile auch Mitte 40 ist ... Aber ich mache ja auch noch Musik und habe ein kleines Label. Sollte es passieren, dass ich irgendwann wieder einen Hit lande, und sei es auch in zehn Jahren, kein Problem. Und wenn nicht, auch kein Problem. Es öffnen sich immer wieder Türen. Ich bin DJ, Produzent, Veranstalter, Musiker. Ich bin voll in der Musik. Einen Weg, dort weiter aktiv zu sein, gibt es immer. In welcher Form auch immer.

Was ist denn dein aktueller DJ-Toptrack?
Da kann ich mich nicht festlegen, ich habe so viele. Ehrlich gesagt liebe ich alle Musikrichtungen. Als DJ spiele ich gerne House und Black, das ist eine ganz coole Mischung. Nicht zu kommerziell und ein bisschen bunter, damit die Leute da nicht gelangweilt rumstehen.

Dann machst du aber eher Abstriche bei der Musikauswahl und spielst vor allem, was das Publikum mag?
Klar, einige Sommerhits hängen einem richtig zum Hals raus. Aber es ist mein Job, das zu spielen, was den Leuten gefällt. Natürlich gibt es DJs, die nur ihren Kram spielen. Aber die merken dann meistens nicht, dass die Tanzfläche leer ist.

Was ist denn dein schönster DJ-Moment?
Den erlebe ich jeden Samstag hier im Goija, wenn ich die Leute dabei beobachten kann, wie sie wie ein Schnitzel abgehen! (Lacht.) Aber etwas richtig Spektakuläres gibt es eigentlich nicht. Es ist nicht so, dass ich jeden Abend irgendwelche Zwillinge neben mir habe und mit denen rummache oder so! Das wäre sicherlich der schönste Moment gewesen – aber das habe ich leider noch nicht erlebt!

Ha, also bist du als DJ nicht der Frauenmagnet?
Wenn du gut ausschaust, was bei mir nicht so der Fall ist, bist du es schon. Ich weiß nicht, ob ich es bin. Ich bekomme schon Angebote, aber ich bilde mir da nichts ein, jeder DJ bekommt solche Angebote. Auch die Hässlichen.

Reizt dich das denn?
Nein. Ich bin da eher der konservative Typ. Ich will nicht unbedingt von einem Mädchen angemacht werden und habe auch am Abend gar nicht die Zeit, ein Mädchen anzumachen. Du kannst ihnen zwar Blicke zuwerfen und ein bisschen flirten, das gehört fast zum Job dazu. Aber ich bin nicht der Typ, der jeden Abend eine Andere mit nach Hause nimmt. Das ist nicht mein Ding. Hätte ich das gewollt, hätte ich bei DSDS und mit Lemon Ice mehr Chancen gehabt, weil ich da überregional bekannt war. Hier bin ich nur der DJ.

Aber doch immerhin der Held des Abends.
Ich führe die Party. Wenn ich scheiße auflege, ist die Party scheiße, wenn ich geil auflege und Stimmung mache, ist die Party super. Ich bin aber auch nur einfach ein Teil der Party und bilde mir da nichts ein. Es ist halt mein Job. Den mache ich allerdings gerne.

Was war der ranzigste Club, in dem du aufgelegt hast?
Ich will da keinen Club schlecht machen, aber es gab da schon ein paar. Learning by doing halt. Angefangen habe ich in einer kleinen Bar hier in Nürnberg.

Du bist dann aber relativ schnell durchgestartet, oder?
Ja, wahrscheinlich durch die Radiosendungen, die ich gemacht habe und noch mache. Auf Hit Radio N1 den „Candy Club“, dann war ich für ein paar Monate bei Radio Energy Nürnberg. Seit September bin ich aber wieder bei N1. Die Sendung heißt die „Geeno Faboulus Show“ und wird vom Goija präsentiert.


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