In einem Herzschlag-Finale nagelte sich der gebürtige Niederösterreicher Florian Halbartschlager mit beträchtlichem Vorsprung gegenüber seinen Finalgegner Tommek Poraszinski (Garmisch-Partenkirchen) heute Nachmittag bei der Fensterln-Meisterschaft in Garmisch-Partenkirchen zum Sieg. Der Garmischer Mohrenplatz glich trotz Sturm und Regen einer bayerischen Balzarena, in der Zuschauer und Teilnehmer mächtig Spaß hatten.
Fensterln sollte bei Olympia zugelassen werden. Es war die reinste Gaudi, sagte
Halbartschlager freudestrahlend. Der Parcours war wegen dem Regen echt schwer zu
meistern. Das war nicht einfach, da musste man alles geben. Die Mühe auf dem Parcours
sowie die Anreise aus Stuttgart haben sich für den gebürtigen Niederösterreicher in allen
Belangen gelohnt. Seiner Freundin hat er den Sieg zu verdanken. Sie meldete den
Abiturienten und Leistungssportler (110 Meter Hürden) ungefragt bei der Fensterln-
Meisterschaft an. Dafür darf sie nun mit dem amtierenden Red Bull Fensterlkönig am 29.
August zum Spider Murphy Gang-Konzert nach Rottweil.
Bereits in den 19 Vorläufen entfachten die 38 Rivalen ein wahres Fensterln-Feuerwerk.
Schließlich ging es um den Einzug in das Finale der Best of 8, für das sich die acht
Zeitschnellsten qualifizierten. Es galt für die beiden Starter jeweils auf einem 50 Meter
langen Parcours, einen 1,50 Meter hohen und 2,35 Meter langen Holzstoß zu überqueren,
eine 5 Meter lange Holzleiter, die nur aus nur vier schräg gestellten Sprossen bestand, zu
erkraxeln und schließlich einen 16 Zentimeter langen Zimmermannsnagel in einen
Holzblock zu nageln. Wer der Miss Dirndl als Erster ein dickes Bussi auf die Wange
drückte, war der Sieger des Duells und rückte eine Runde weiter. Im Finale duellierte sich
schließlich der 19-jährige Stuttgarter mit dem Lokalmatador Tommek Poraszinski, der im
Vorlauf mit 13,19 Sekunden die schnellste Zeit des Tages aufstellte.
Beide setzten sich souverän in ihren jeweiligen Vorläufen durch, so dass es keinen
eindeutigen Favoriten gab. Im Finale passierte Tommek jedoch gleich bei der ersten Übung
ein Malheur: Er scheiterte an dem rutschigen Holz vor der Hütten, musste zurück auf die
Erde springen, nochmal neu Anlauf nehmen und ließ hier bereits wertvolle Zeit liegen.
Halbartschlager hingegen gelang ein fehlerloser Lauf. Das Rennen gab er bis zum Bussi
nicht mehr aus der Hand und war somit der verdiente Sieger.
Es war so lustig. Die haben alle richtig Gas gegeben und waren super ehrgeizig, meinte
Veronika Wilbert. Manche Bussis waren allerdings recht heftig. Die glichen eher einer
Watschen als einem zärtlichen Kuss, meinte die 20-jährige Münchnerin mit einem
Zwinkern. Die Miss Dirndl des Jahres 2008 war neben dem Hauptpreis (Konzerterlebnis
der Spider Murphy Gang) der Anreiz für die Brautwerber den Parcours überhaupt auf sich
zu nehmen. Bei der nächsten Fensterln-Meisterschaft stellt sie sich jederzeit wieder auf den
Balkon. Eine bessere Gelegenheit auf Bräutigamschau zu gehen, gibt es doch nicht, oder?
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