Wir schreiben das Jahr 1973. Zwei Radrennfahrer namens Joe Breezer und Gary Fisher schieben ihre Cruiser-Bikes den kalifornischen Mount Tamalpais hoch und ballern auf der groben Schotterstraße wieder hinunter – die Erfindung des Mountainbiken pflanzte unserem Sport den Downhill-Gedanken in die Gene. Wie ihr euch selbst ein Stück näher an die Elite heranwagen könnt, beschreiben wir in diesem Mini-Tutorial – also Vollgas.
Es ist kein Wunder, dass Mountainbike Downhill sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut und das Höchste in diesem Sport repräsentiert. Bergab wird der technische Fortschritt bestimmt und es wird die Messlatte für fahrtechnische Skills stets höher gelegt. Ja, nennen wir Mountainbike Downhill doch einfach die Formel 1 des Mountainbiken. Hier eine Anleitung für den Einstieg ins Abfahrts-Renngeschäft:
Das richtige Bike-Setup für Mountainbike Downhill-Rides
Die Entwicklung schreitet voran und so sind wir mittlerweile bei Standardfederwegen von gewaltigen 180–200 mm sowohl an Front als auch am Heck angekommen. Einfache Regel: Viel hilft viel. Ebenso bei den Bremsschreiben. Durchmesser von 200 mm sind notwendig, um Kamikaze-Hochgeschwindigkeitspassagen wieder auf ein kontrollierbares Maß zu entschärfen. Ebenfalls empfehlenswert: große Steckachsen, 2,4 Zoll breite Bereifung für besten Grip, Flat Pedals, Kettenführung und natürlich: ein robuster Rahmen. Ein Vollvisierhelm sollte eine Selbstverständlichkeit sein, Pads an Knien, Ellbogen und Schultern sind ebenfalls Gold wert – für den Fall der Fälle.
Die richtige Körperhaltung für Speed und jedes Hindernis
Souverän auf dem Bike zu sitzen klingt einfach – vor allem, wenn du technisch anspruchsvolle Passagen hinunterballerst, immer noch auf mehr Speed aus bist und dabei jedes Hindernis im Auge behalten musst. Multi-Tasking ist das Schlagwort. Das wichtigste dabei: nicht verkrampfen, locker bleiben. Arme und Beine gebeugt halten, um sowohl kleinere Drops als auch Steinblöcke und Wurzeln abzufedern und immer daran denken: Der Sattel lässt sich in halbstehender Stellung optimal als fünfter Kontaktpunkt zum Bike benutzen, indem du mit den Innenseiten der Oberschenkel das Heck über den Sattel mitkontrollierst.
Anschauungsunterricht, wie das alles in einer Rennsituation aussieht gibt uns Sam Hill mit einem der denkwürdigsten Rides der jüngeren Downhill-Geschichte – „Look how fast he's going!“:
Downhill-Fahrtechnik für den schnellsten Weg bergab
Der kürzeste Weg von A nach B ist nicht immer der schnellste. So lässt sich mit der richtigen Fahrtechnik mehr aus Kurven herausholen: Hier lohnt sich ein bewusster Umweg in die Steilkurve des Anliegers, um dank Zentripetalkraft explosionsartig aus der Kurve heraus zu beschleunigen. Auch das flüssige Umfahren von gröberen Hindernissen kann oftmals Sekunden sparen gegenüber holprigen und abbremsenden Konfrontationen mit Felsblöcken. Zu guter Letzt hilft immer die einfache „Get down and get back“-Regel: in die Knie gehen und den Tiefpunkt nach unten verlagern, in steilen Passagen den Arsch nach hinten und die Front entlasten.
Einen feinen Überblick über die wichtigsten Fahrtechnik-Skills gibt es uns der ehemalige Downhill Word Champion Greg Minaar:
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