Dominik Gührs ist Wakeboard-Weltmeister. Wir trafen den 21-jährigen Münchner nach seinem Triumph in Abu Dhabi zum Interview.
Gratulation zum Weltmeistertitel! Du hast in Abu Dhabi, beim Finale der WWA-Tour, alles klar gemacht. Wie und mit wem hast du in Abu Dhabi gefeiert?
Feiern war ich nach dem Contest gar nicht so richtig. Alle Fahrer waren noch beim Abendessen, viele sind aber noch am gleichen Abend abgeflogen. Ich hab dann auch meine Koffer gepackt und bin am nächsten Tag ziemlich früh am Morgen nach München. Meine ganzen Freunde haben mich am Flughafen abgeholt. Danach waren wir etwas feiern, meine Eltern waren da auch dabei. Aber eine große Party gab‘s noch nicht.
Der wievielte Titel ist das für dich?
Ich war schon ein paar Mal deutscher Meister und auch Europameister. Weltmeister bin ich aber zum ersten Mal!
Wann hast du mit dem Wakeboarden begonnen?
Vor zehn Jahren. Eigentlich wollte ich ein Skateboard kaufen, doch der Verkäufer hat mich überredet, eine Wakeboard zu nehmen. Ich hab mich dann gleich total in den Sport verliebt.
Damals davon geträumt, einmal professionell Wakeboard zu fahren?
Nein, anfangs bin ich nur zum Spaß gefahren, wie natürlich jetzt auch noch! Ich hab aber ziemlich schnell neue Tricks gelernt, bin dadurch immer besser geworden. Bei meinen ersten Contests hab ich auch gut abgeschnitten. Es hat sich einfach ergeben.
Seit wann bist du Profi?
Seit guten zwei Jahren. Damals bin ich mit der Schule fertig geworden und ab diesem Zeitpunkt lief es wirklich gut für mich. Ich kann vom Wakeboarden leben.
Du hattest mit 13 einen Schädelbasisbruch beim Wakeboarden – jemand ist dir über den Kopf gefahren. Wie sehr hat dich der Unfall damals verändert?
Es war ein ziemlich harter Schlag. Ich war ein Kind. Aber für mich stand nie zur Debatte, ob ich wieder am Board stehe, oder nicht. Ich war damals wieder im Wasser, bevor es mir die Ärzte erlaubt hatten. Ich war sofort wieder mit Leib und Seele dabei. Was ich aber seit damals immer trage: einen Helm.
Wie sehr hat sich der Sport in den letzten Jahren verändert?
Der Sport ist in den letzten Jahres sehr groß geworden. Die Tricks werden immer härter, besser ausgeführt und weiter entwickelt. Immer mehr Fahrer kommen nach, das Level und das Niveau steigen dadurch. Im nächsten Jahr wird entschieden, ob Wakeboarden olympisch wird. Es könnte fast nicht besser sein.
Du und Fred von Osten sind sehr gut befreundet, ihr habt auch ein gemeinsames Wakeboard-Projekt am Start. Um den Weltmeistertitel habt ihr euch bis zuletzt gematcht. Hat das eure Beziehung belastet?
Ich hatte mit Fred heuer die beste Wakeboardsaison meines Lebens. Wir waren viel am Filmen und hatten viele Foto-Shootings. Bei den Contests ist es nicht wirklich ein Konkurrenzkampf, jeder gönnt die Erfolge dem anderen, jeder ist für den anderen happy – wir sind fast schon wie Brüder!
Du bist fast das halbe Jahr unterwegs – wie wichtig sind die Freunde auf der Tour?
Man hat im jedem Land schon seine Freunde und freut sich auch, diese wieder zu sehen. Klar vermisst man Freunde und Familie zu Hause, aber es trotzdem immer schön, unterwegs zu sein.
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