Red Bull Flying Bach

Die Welt der Klassik steht Kopf

III_RBFB_Christoph Hagel_Yui Kawaguchi_Flying Steps(c)Ray Demski, Red Bull Photofiles

Die Deutsche Phono-Akademie und das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie gaben heute die ECHO Klassik-Preisträger in der Kategorie „Sonderpreis“ bekannt: Opernregisseur Christoph Hagel und die Breakdance-Weltmeister Flying Steps erhalten die begehrte Auszeichnung für ihre außergewöhnliche Inszenierung „Red Bull Flying Bach“.

Gemeinsam übersetzten sie Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ erstmalig ins 21. Jahrhundert und verpassten dem Klassiker mit Powermoves und Freezes ein neues Gesicht. Das Projekt wurde im April 2010 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin uraufgeführt und begeisterte Publikum sowie Kritiker gleichermaßen. „Diese zeitgenössische Interpretation von barocken Klängen verbindet urbanen Tanz mit klassischen Künsten – zwei Komponenten, die bisher als nicht vereinbar galten. Die Flying Steps zeigen, dass Breakdance und Klassik keine Gegensätze sein müssen“, sagt Daniel Knöll, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Musikindustrie.

Die Preisträger nehmen die Auszeichnung für ihr besonderes Engagement im Bereich der klassischen Musik am 17. Oktober in der Philharmonie Essen entgegen.

Das ZDF überträgt die Gala ab am 17. Oktober 22.00 Uhr unter dem Titel „Echo der Stars“. Die Moderation übernimmt Thomas Gottschalk.

„Es ist eine unglaubliche Ehre für uns, mit dem ECHO Klassik-Sonderpreis ausgezeichnet zu werden. Durch Red Bull Flying Bach konnten wir unsere Kunst in einem völlig neuem Licht präsentieren und zeigen, dass Breakdance auch jenseits der Straße auf Anerkennung und Begeisterung trifft“, sagt Vartan Bassil von den Flying Steps, der für die Choreographie des Stücks verantwortlich war. Seit ihrer Gründung im Jahre 1993 hat die B-Boy Crew bereits vier Mal – das schafften bisher nur sie – die Weltmeisterschaft im Breakdance gewonnen.


In Berlin Kreuzberg leiten sie die Flying Steps Dance Academy und unterrichten unterschiedliche Stile des Urban Dance. „Im November präsentieren wir Red Bull Flying Bach beim Montreal Bach Festival in Kanada. Danach stehen weitere internationale Termine an, bevor wir 2011 mit dem Stück wieder in Deutschland auftreten.“

Die künstlerische Leitung des Projektes lag bei Opernregisseur und Dirigent Christoph Hagel: „Viele dachten, dass Bach und Breakdance nicht zusammenpassen. Aber wir merkten sehr schnell, dass sich der kontrapunktische Rhythmus von Bachs Fugen wunderbar mit diesem Tanz visualisieren lässt, besser auf jeden Fall als mit klassischem Ballett. Die Aufführungen waren schon ein voller Erfolg. Dass wir jetzt auch noch mit dem ECHO Klassik-Sonderpreis – einem der wichtigsten Klassikpreise der Welt – ausgezeichnet werden, ist überwältigend.“

Christoph Hagel ist bekannt für Operninszenierungen an ungewöhnlichen Orten. Derzeit bereitet er sein neues Projekt vor: eine Interpretation von Mozarts „Titus“-Oper. Die Inszenierung wird am 29. Oktober im Berliner Bode-Museum Premiere feiern. „Meine Projekte zielen immer auf die Integration heutiger Lebensgefühle in Werke der Hochkultur. Der Crossover-Gedanke ist mir sehr wichtig. Hier steckt unglaublich viel Kraft drin. Das war schon bei Red Bull Flying Bach so und das wird auch bei Titus so sein.“

Und was hätte wohl Johann Sebastian Bach zum ECHO Klassik-Sonderpreis für dieses innovative Projekt gesagt? Schon zu Lebzeiten notierte er zu seinem „Wohltemperierten Klavier“, es wäre „zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-begierigen Musicalischen Jugend“.

Weitere Informationen unter: redbull.de/redbullflyingbach, flying-steps.de, titus-im-bode.de


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