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Er beschreibt seine Musik als Samuraischwert, in dessen Klingen sich die verschieden Aspekte des Lebens widerspiegeln. Jetzt gibt es den Meister mit seinen Lieblingsplatten auf Red Bull Music Academy Radio zu hören und für einige Shows in Europa zu live zu erleben.

Die Karriere von Hideaki Ishi, so heißt DJ Krush laut Reisepass, beginnt auf ordentlichen Abwegen. Nachdem er mit 15 die Schule schmeißt, schließt er sich der Yakuza an. Als eines Tages die Fingerkuppe seines besten Freundes am Schreibtisch liegt, beschließt er andere Wege einzuschlagen und wird in den folgenden Jahren zu einem der eigenständigsten und außergewöhnlichsten DJs.

Wie für so viele andere war für den 1962 geborenen der Film Wildstyle  ein einschneidendes Erlebnis. Der Weg aus dem Kino führte geradewegs in den nächsten Hi-Fi Laden und er stellte sich sein DJ-Equipment zusammen. DJ-Mischpulte oder Turntables, wie er sie heute verwendet, waren damals auch in Japan noch unbekannt

Erste Erfolge im Musik-Biz kamen mit der Hip Hop Crew "Krush Posse", die schnell zu den gefragtesten und erfolgreichen Japans wurde. Als sich die Crew zu Beginn der 1990er auflöste, arbeitet er an seiner Solo Karriere als DJ und erlangte bald auch außerhalb Japans durch seinen Stil viel Aufmerksamkeit: er verstand es damals schon, die Plattenspieler wie ein Instrument einzusetzen und mit Musikern gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Sein Debutalbum "Strictly Turntablized" erschien 1994 auf Mo' Wax. Das Label aus London war damals das Ding der Stunde und stand wie kein anderes für düstere verrauchte Hip Hop Beats und jazzige Samples - ein Sound der bald als Trip Hop die Welt eroberte. Im Fall von DJ Krush stammten die Samples aus traditioneller japanischer Musik bis Kung-Fu Movies. Seine Produktionen klangen wie erweiterte DJ-Sets, während man bei seinen DJ-Auftritten noch immer das Gefühl hatte, bei ihm im Studio zu stehen und eher einem Chirurgen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, als einem Musiker. Mit einzigartiger Technik versteht er es, zwei Platten zu mischen und dabei mehr als die Summe der Sounds aus dem Mischpult zu jagen.

Über die Jahre veröffentlichte er weitere Alben und festigte seinen Ruf als Meister des abstrakten Hip Hop, fertigte Remixe für Miles Davis bis Pete Rock, arbeitet mit The Roots, Mos Def oder CL Smooth. Zum 20-jährigen Jubiläum als DJ Krush hat er für heuer ein neues Album angekündigt. Die Gelegenheit viel unveröffentlichtes Material zu hören, bietet sich bei einigen seiner extrem raren Gastspiele in Europa, hier die Termine:

27. Jänner 2012: Wien, WUK
28. Jänner 2012: London; HMV Forum
02. Februar 2012: Brüssel: De Vaartkapen
03. Februar 2012: Amsterdam: Melkweg
04. Februar 2012: Paris: La Machine de Moulin Rouge

Für Red Bull Music Academy Radio hat er einige seiner Lieblingsplatten zusammengestellt. Zu hören gibt es die Headphone Highlights hier:

 

Die Trackliste:

The Art Of Noise - Moments In Love - ZTT
Paul Hardcastle – Rainforest – Profile Records
Paul Hardcastle – King Tut – Profile Records
Herbie Hancock – Rockit - CBS
Afrika Bambaataa & The Soulsonic Force - Planet Rock – Tommy Boy
Kraftwerk - Tour De France - EMI
Grandmaster Flash & The Furious Five –The Adventures Of Grandmaster Flash On The Wheels Of Steel – Sugar Hill
Funkadelic - Maggot Brain - Westbound
Miles Davis - On The Corner (Take 4) – Columbia

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