Abu Dhabi, Sebastian Vettel Getty Images

In den Boxen herrschte ein Höllenlärm, als wir uns darum bemühten, unser Team und die Fahrer der Weltpresse für ein Siegesfeierfoto vorzuführen.

Dietrich Mateschitz, Miteigentümer von Red Bull, war in Monza, als Sebastian seinen ersten Grand Prix gewann, und er war hier in Abu Dhabi und schaute zu, als Seb erstmals Weltmeister wurde. In unseren Boxen gratulierte Herr Mateschitz Vettel, und ungefähr 200 Fotografen, 50 Kamera-Crews und der englische TV-Kanal BBS (inklusive Eddie Jordan und unserem David Coulthard) bemühten sich darum, diese Szene im Bild festzuhalten. Allen ging es um einen guten Schuss von unserem Boss und seinem Protegé. Es war ein Chaos.
Aber ein schönes Chaos. Überall wurde Champagner gereicht, die Mitglieder des Teams präsentierten sich den Kameras der Welt und es herrschte eine Hochstimmung, wie zuletzt… am letzten Samstag, um genau zu sein.

Das Rennen? Nun, es wurde von Renault dominiert. Natürlich den Renault-Motoren in unseren Autos und dem Renault von Vitaly Petrov, der seinen Boxenstopp sehr früh - nach der Kollision zwischen Schumacher und Liuzzi - eingelegt hatte, was sich nachteilig für Mark und Fernando auswirkte. Während Webber ebenfalls recht früh an die Boxen kam - vorsichtshalber, nachdem er die Streckenbegrenzung gestreift hatte -, unterlief Ferrari der entscheidende Fehler, Mark für den wichtigsten Gegner zu halten. Tatsächlich, das gestand man später in der eigenen Pressemitteilung ein, bekam man nicht mit, was sich „vor der eigenen Nase abspielte“. Sebastian Vettel fuhr auf und davon und sorgte für einen weiteren Sieg und einen weiteren Titel.

An die Adresse derjenigen, die bezweifeln, dass wir als Team antreten: Alle Mitarbeiter in den Boxen - rechts wie links - trugen Sieges-T-Shirts. Es war ein weiterer Triumph des Teams. Nachteilig ist lediglich, dass nicht beide unsere Fahrer zu Weltmeistern gekrönt werden können. Wir haben zwei Titel gewonnen. Den ersten sicherten wir uns durch einen unglaublichen Auftritt von Sebastian und Mark. Gemeinsam gewannen unsere beiden Fahrer das Konstrukteurs-Championat - fair und unter Beachtung der Regeln. Dies zeigte, dass die Sport-Philosophie des Teams Red Bull Racing funktioniert. Sie funktioniert sogar sehr gut.

Mark erwies sich anschließend als großmütig, ganz so, wie man es von ihm erwartet hatte: „Man muss vor Seb den Hut ziehen. Das ganze Jahr über hat er einen großartigen Job gemacht. Nur einmal an der Tabellenspitze zu stehen und dies exakt nach dem letzten Rennen, beweist ein ausgezeichnetes Timing. Man kann wirklich nur den Hut ziehen.“

Und der Mann selbst? Er war überwältigt. Auf dem Siegerpodest reagierte er emotional, und anschließend dankbar: „Das war eine unglaubliche Reise mit Red Bull. Nach all den Höhen und Tiefen dieser Saison hierher zu kommen und Weltmeister zu werden, ist unbeschreiblich. Ich muss mich bei vielen Leuten bedanken: Dem Team, all den Mitarbeitern hier sowie in Milton Keynes - alle haben wie verrückt Druck gemacht. Ich denke, dass sie sich jetzt ebenso freuen wie am letzten Wochenende.“

Das tun wir ganz sicherlich. Aber für viele beginnt die Arbeit am Dienstag aufs Neue. Dann werden wir mit dem jungen Master Ricciardo testen. Die 2011er Kampagne beginnt in weniger als 48 Stunden…
 


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Word auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details