Nightlife

Crystal Cologne-Betriebsleiterin: „Das volle Programm”

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Ohne Alma würde im Kölner Crystal nicht viel laufen: Getränke, Personal und Telefonhotline, alles ihr Revier. Kein Wunder, dass sie meist nur vier Stunden Schlaf abkriegt.

Alma, erzähl mal, was machst du hier?
Ich mache die Betriebsleitung im Crystal. Das heißt, dass ich am Abend dafür zuständig bin, dass der Laden läuft. Unter der Woche mache ich die komplette Personalplanung, bestelle Getränke, nehme die Waren an, mache Inventuren, plane Veranstaltungen mit. Wirklich das volle Programm, was den Club angeht.

Also kurz gesagt: 60-Stunden-Woche.
Kommt darauf an. Ich habe ja noch eine Kollegin, die mir hilft – alleine schafft man das eben nicht. Wir sind aber schon fast jeden Tag mit dem Laden beschäftigt. Der einzige wirkliche freie Tag ist der Sonntag, ansonsten ist immer irgendetwas. Ob jetzt E-Mails beantworten oder das Telefon betreuen, das rund um die Uhr klingelt, weil irgendjemand einen Tisch reservieren möchte oder seine Jacke vergessen hat oder, oder, oder.

Dann kann ich dich morgen Nacht um drei Uhr anrufen und einen Tisch bestellen?
Nein, ich mache es natürlich irgendwann aus, wenn ich schlafen gehe. Ansonsten habe ich es eigentlich immer an und ich gehe auch noch abends ans Telefon. Du kannst mich auch noch unter der Woche um zehn Uhr erreichen, wenn du willst. Das gehört eben dazu – du willst ja Tische verkaufen und da sein für den Laden. Das muss dann sein.

Was ist das Besondere an deinem Job?
Ich kann mir nicht mehr vorstellen, von morgens bis abends im Büro zu sitzen. Habe ich alles schon hinter mir, aber das bin ich einfach nicht. Ich brauche den Kontakt zu Leuten. Und ich bin und war schon immer ein Nachtmensch! Ab zehn Uhr abends werde ich erst richtig wach, und sogar unter der Woche schlafe ich kaum vor drei Uhr ein. Lange schlafen tue ich aber selbst dann nicht. Wenn ich sechs Stunden schlafe, ist es perfekt. Meistens werden aber vier Stunden daraus.

Betreust du denn auch die Gäste?
Klar, jeder quatscht dich voll, hat irgendwelche Fragen, gerade im VIP-Bereich. Ich bringe die Leute dann auch zum Tisch, wenn sie einen reserviert haben.

Wer kommt denn da so?
Größtenteils ganz normale Leute, aber wir hatten und haben natürlich auch zwischendurch A-,B-,C-D-, Z-Prominenz da. Namen nennen tut man nicht, man will die ja nicht verprellen. Aber man denkt schon teilweise „oh cool“.

Was macht das Crystal deiner Meinung nach aus?
Wir haben immer gute Gäste und alles andere weisen wir einfach ab. Wir lassen eben nicht die ganzen Vollidioten rein. Deswegen ist hier immer eine angenehme Feieratmosphäre. Im Vergleich dazu gibt es genug Läden, in die ich mich nicht reinstellen würde.

Zu welcher Musik würdest du dich denn irgendwo reinstellen?
Ich bin da ganz breit gefächert. Am liebsten höre ich privat alten Soul. 60er, 70er-Jahre. Dann, klar, Black, aber auch gute Rockmusik, also alles, was eine gute Gitarre beinhaltet, finde ich gut. Und ich bin auch gerne Mal am Sonntagmorgen für ein, zwei Stündchen hier auf der Afterhour, auf der Elektro gespielt wird. Die nehme ich oft mit, weil du erst mal runterkommen musst von dem Stress. Du trinkst dann noch ein letztes Bierchen und gehst irgendwann schlafen.

Komm, zum Schluss noch eine Klischeefrage: Wie feiert ihr Karneval?
Üblicherweise ist der Großteil in der Altstadt und in den ganzen kleinen Läden in der Friesenstraße und so. Aber auch wir haben an Karneval geöffnet, auch bei uns sind alle verkleidet und es läuft Karnevalsmusik. Das ist einfach so. Die Leute trinken Bier bis zum Umfallen und Feiern und Singen bis nichts mehr geht.

Hängt einem das nicht irgendwann zum Halse raus?
Das Ding ist, du arbeitest ja. Deshalb gibt es für mich keinen großen Unterschied, außer, dass die Leute verkleidet sind. Als ich damals aus Hannover nach Köln gezogen bin, habe ich es gehasst! Ich fand es fürchterlich, und bin die drei Tage über immer nach Hannover geflüchtet. Irgendwann habe ich dann aber Weiberfastnacht mitgefeiert und hatte echt Spaß! Daraufhin bin ich öfter die Tage hier geblieben. Ich muss es nicht haben, ich bin nicht der Typ, der das unbedingt braucht, aber es macht schon Spaß.


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