Nightlife

Club Asphalt-DJ: „Meist tanzen die Frauen zuerst”

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Resident DJ Vijay Chatterjee versorgt die Crowd des Berliner Asphalt mit HipHop-Klassikern – und weiß genau, was er auspacken muss, wenn sich die Tanzfläche mal lichten sollte.

Wie heißt du?
Vijay Chatterjee ist mein DJ-Name.

Und du bist hier Resident DJ?
Richtig, seit Januar 2011. Ich mache überwiegend den HipHop-Floor hier, im kleinen Raum. Das ist samstags, meistens erst ab 1 Uhr, aber dafür geht es auch bis ca. 8 Uhr.

Wow …
Ja, vorne ist meistens schon um sechs, halb sieben die Luft raus, und dann ist hinten noch echt viel los.

Bist du nur samstags hier oder öfter?
Zwischendurch bin ich mal am Donnerstag da. Donnerstags ist eine Veranstaltung, die heißt Melting Pot. Das ist eine reine HipHop-Veranstaltung und da ist es so, dass verschiedene HipHop-DJs im Team zusammengestellt werden. Ich lege dann immer zusammen mit DJ Derezon auf. Zwischendurch bin auch mal am Freitag da und lege Deep House auf.

…dann legst vorne auf?
Genau, dann gehe ich nach vorne. Oder wenn eine Veranstaltung ist wie „We love HipHop“. Das ist auch samstags, da bin ich dann auf dem Main Floor mit HipHop. Dann ist es auf dem kleinen Floor housiger oder elektronischer, und es geht vorne länger als hinten (lacht).

Also immer da, wo du bist …
Wir spielen halt nur HipHop Classics. Die fangen in den 90ern an, zum Teil auch Ende der 80er, und die Leute, die 25plus sind, wissen das echt zu würdigen, die freuen sich darüber. Es ist echt meistens so, dass die Leute bei mir ankommen und sich bedanken.

Das kriegt man wahrscheinlich nicht so häufig in anderen Clubs.
Nee, nicht wirklich.

Wo hast du vorher aufgelegt?
Ich hab in Berlin eigentlich alles Mögliche gemacht. Cookies mal, auch mal Spindler & Klatt, ganz früher auch mal Felix, alles hin und her.

Machst du das hauptberuflich?
Nee, ich bin eigentlich Student. Bin eigentlich auch schon fertig, also scheinfrei, seit fast einem Jahr. In dem Jahr habe ich aber noch zwei Praktika gemacht, deshalb hat es sich mit der Bachelor-Arbeit ein bisschen hingezogen. Ich studier’ Angewandte Medienwirtschaft - mein Hauptfach ist eher Kommunikation. Ich hoffe, wenn alles gut läuft, werde ich es im Februar abschließen. Ich werde das Auflegen nie richtig aufgeben, aber dann werde ich es auf jeden Fall ein bisschen reduzieren. Ich bin ja zurzeit vier Mal, fünf Mal im Monat hier, und dann wird es schon ein bisschen weniger werden.

Und dann willst du auch in den Musikbereich?
Ich hab ein interessantes Praktikum bei Sony Music gemacht, da war ich ein halbes Jahr. Fand ich sehr interessant, aber es muss nicht unbedingt der Musikbereich sein. Ich finde auch Mode ist so ein Bereich, die Fashion-Design-Geschichte interessiert mich auch sehr. Ich war auch eine ganze Weile bei Nike Praktikant im Marketing – es ist ja auch sehr interessant, in dem Bereich was zu machen.

Ja, gerade HipHop und Sneakers …
Ich bin auch ein ganz großer Sneaker-Head. Ich weiß nicht, meine Freundin meinte, ich hätte so 180plus Sneaker.

Siehst du dich als DJ eher als Dienstleister oder als Künstler?
Eine ganze Weile habe ich mich eher als Dienstleister gesehen. Ich würde sagen, seit Ende 2010, da muss ich ganz ehrlich sein, hat es sich langsam gewandelt. Auch allein, dass ich jetzt hier im Asphalt ein bisschen mehr die Gelegenheit habe, zu machen, was ich möchte, und dass die Leute auch wegen der Musik kommen, die ich spiele. Ich war früher auf jeden Fall wirklich Dienstleister, und dementsprechend habe ich auch in allen möglichen kommerziellen Clubs aufgelegt.

Es gibt ja dieses Klischee, dass der DJ immer die meisten Angebote von Frauen bekommt. Kannst du das bestätigen?
Also, ich bin seit drei Jahren vergeben, und mich interessiert das eigentlich nicht. Klar, ich unterhalte mich gern mit den Leuten, und es kommen auch viele Frauen, die sich unterhalten wollen, aber das ist für mich eigentlich nicht relevant.

Ist es dein Anspruch als DJ, dass die Tanzfläche immer voll sein muss?
Ja. Ich brauche das. Sobald ich irgendwie merke, dass sich ein Loch auf der Tanzfläche bildet, versuche ich gegenzusteuern – da kommt wahrscheinlich der Dienstleister ein bisschen hoch.

Wie reagierst du dann genau?
Es gibt einige Tracks, da weiß man, okay, das funktioniert immer. Meistens ist es ja so, dass die Frauen zuerst tanzen …

… ist das immer noch so?
Ja, ich glaube, das wird sich auch nie wirklich ändern.

Gibt es Tracks, die du nie spielen würdest?
Hmmm… einige Sachen von Will Smith – „Men in Black“, „Welcome to Miami“…

Das haben sich Leute hier schon gewünscht?
Hatte ich hier zum Glück noch nicht. (lacht). Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden, dass ich hier wenn eher credible Wünsche habe.

Und was sind deine geheimen Killer-Tracks?
Für DJs ist es natürlich immer was anderes als für den „Endverbraucher“ – aber bei so Sachen wie „Murder she wrote“ weiß ich, wenn ich das spiele, dann tanzen sie alle.


Wir haben den Club Asphalt besucht und mit vielen geredet, die den Club so einzigartig machen. Lest ihre Geschichten hier.


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