Nightlife

Club Asphalt-Barfrau: „Liebe auf den ersten Blick”

asphalt_barfrau.jpg

Barfrau Anat liebt das Nachtleben – und auch ihren Job im Berliner Asphalt – vor allem wegen der Menschen. Trotzdem ist sie ab und an froh über die Theke zwischen sich und den Gästen.

Anat, was ist deine Aufgabe hier?
Ich steh hier hinter dem Tresen und freue mich, wenn die Gäste zufrieden sind. Ich fülle sie ab und alles ist super. (Lacht)

Wie lange machst du das schon?
Ich bin seit sechs Jahren im Nachtleben, seit zwei Monaten hier und davor in München.

Aus München … Und warum hat es dich nach Berlin verschlagen?
Aus Liebe zur Stadt.

Und wie bist du aufs Asphalt gestoßen?
Ich habe meine Chefs in dem Laden, wo ich in München gearbeitet habe, gefragt, wo ich hier denn hinsoll in Berlin, und die haben gesagt: „Schreib doch mal eine E-Mail ans Asphalt.” Das hab ich dann gemacht – und es hat geklappt.

Wie war dein erster Eindruck von dem Laden hier?
Überragend gut! Das war der Wahnsinn, denn als ich hier ankam, kannte ich vielleicht eine Handvoll Menschen in Berlin. Aber hier wird man so wahnsinnig lieb aufgenommen, das Team ist echt unglaublich. Zur Arbeit gehen ist jedesmal wie nach Hause zu kommen, und es hat mir geholfen, mich ganz ganz schnell in dieser Stadt einzuleben.

Und wie ist das mit dir und dem Nachtleben? Wie bist du da reingerutscht?
Ich bin da schon mit 18 über eine Freundin reingerutscht, deren Bruder einen Club in München hat. Der hat damals große Veranstaltungen gemacht und brauchte jemanden als Aushilfe, und ich bin eingesprungen und es war Liebe auf den ersten Blick! Ich mache es immer noch wahnsinnig gerne – auch wenn ich nicht davon leben wollen würde.

Du hast also noch einen anderen Job?
Vorher hatte ich schon noch einen zweiten Job, aber jetzt will ich erstmal wieder studieren. Ich bin nur erst vor acht Wochen hier angekommen, und es war ein bisschen zu spät, um mich an der Uni einzuschreiben. Jetzt muss ich erstmal so ein halbes Jahr Berlin kennen lernen und erleben.

Gibt schlimmeres, nicht?
Ja.

Und was studierst du?
Ich habe BWL studiert und will mit Wirtschaftsrecht weitermachen.

Dazu ist das Nachtleben sicher ein guter Ausgleich.
Ja, genau, auf jeden Fall. Im Nachtleben kann ich alles loslassen und einfach Spaß haben und feiern. Alle um dich herum feiern und alles ist super.

Wobei manche Leute den Job hinter der Bar auch als ziemlich stressig empfinden würden.
Bei mir ist eher das Gegenteil der Fall. Ich finde es anstrengender, wenn wenig zu tun ist und mag es sehr gerne, wenn es stressig ist und ich die ganze Zeit herumwirbeln kann. Außerdem mag ich den Kontakt zu den Menschen – auch wenn ich manchmal ganz froh bin über die Theke zwischen mir und den Gästen.

Wie meinst du das genau?
Einfach, damit eine gewisse Distanz gewahrt bleibt. Gerade in München! Ich bin ja mit der Wiesn groß geworden. Wenn die ganzen Menschenmassen da um einen auch noch ratzevoll sind, ist das nicht so angenehm, wenn sie dir an die Pelle rücken. Wie gesagt: Ich liebe den Kontakt mit Menschen, aber ich hab auch ab und an ganz gerne meinen Tresen zwischen mir und ihnen.

Da bekommst du ab und an sicherlich Telefonnummern über den Tresen zugeschoben oder Ähnliches.
Ja, schon. Ich nehm die Zettel und lege sie auf die Seite, weil oft kommt dann die Ansage: „Hast du sicher gleich weggeschmissen” und dann habe ich sie da liegen. Nach Schichtende werfe ich dann alles weg.

Wieviele Nummern kriegst du denn da so pro Nacht?
Ach keine Ahnung … Ausschnittabhängig (lacht). Ne, keine Ahnung, mal so mal so. Aber schon einige.

Mal was ganz anderes: Welchen Drink musst du denn am öftesten mixen?
Vodka Red Bull.

Und dürft ihr auch etwas trinken bei der Arbeit?
Ja, schon. Wir müssen natürlich alle unsere Grenzen kennen und gut arbeiten können. Natürlich dürfen wir uns hier nicht abschießen. Aber es ist auch nicht ideal, sich als Barfrau hinzustellen und bei Einladungen von Gästen immer zu sagen: „Nein, ich trinke nicht.”

Wie viele Stunden arbeitest du hier so im Schnitt pro Nacht?
Also ich glaube, das Maximum waren 11 Stunden, das war beim Geburtstag vom Asphalt. Aber sonst sind es so 8-9 Stunden im Schnitt.

Schaffst du es eigentlich noch, Freunde zu treffen, die nicht im Nachtleben arbeiten?
Ach das geht schon. Nachmittags schaffe ich es dann schon vor die Haustür. Ich bin zwar absolut kein Frühaufsteher, aber es geht immer alles irgendwie. Und normalerweise trifft man sich ja nicht um 10 Uhr morgens zum Kaffee trinken.


Wir haben den Club Asphalt besucht und mit vielen geredet, die den Club so einzigartig machen. Lest ihre Geschichten hier.


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Wort auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details