casper (c) ZEITjUNG

Sowas nennt man dann wohl Hype. Der Bielefelder Rapper Casper ist zur Zeit eine der gefragtesten Figuren der deutschen HipHop-Szene. Heute tritt er im Berliner Mauerpark beim Red Bull Tourbus Festival auf, am 8. Juli erscheint sein mit Spannung erwartetes Album XOXO. Mit ZEITjUNG sprach Casper über Stuten-Bissigkeit in der HipHop-Szene, das Etikett "Emo-Rapper" und Einflüsse von The National oder den Editors.


ZEITjUNG: Casper, bei dir fällt auf, dass Du prinzipiell mit einer gesunden Portion Selbstironie in Interviews gehst. Ein ziemliches Kuriosum in der HipHop-Szene. Woher kommt das?

Casper: Selbstironie sollte grundsätzlich eine Eigenschaft von jedem Menschen sein, vor allem im HipHop. Denn dieses Musikgeschäft, in dem wir uns bewegen, beinhaltet völlig überzeichnete Figuren, wie den krassen Zuhälter-Rapper beispielsweise und der Humor bleibt auf der Strecke. Mir ist es sehr wichtig auch über mich selbst lachen zu können, denn mal ehrlich, es läuft doch keiner bierernst durch die Welt. Und wenn ich Spaß habe an dem, was ich tue, weil es mein Traumjob ist, warum soll ich das nicht auch zeigen?

Stört dich denn das Platzhirsch-Getue im HipHop so richtig oder sagst du dir einfach: "Ey, die Jungs machen das halt so, und ich sehe das ein bisschen anders"?
Ich kann verstehen, woher das kommt, auch wenn ich diesen Zirkus mittlerweile wirklich affig finde. Ich selbst habe auch meine ganz krasse Wettbewerbsphase hinter mir. Während andere Jungs damals in Sportvereine gegangen sind, war ich auf Jams unterwegs und habe mich gebattlet. Aber lächerlich wird’s, wenn die Großen im Business dieses Getue auch mit über Dreißig noch voll durchziehen. Ganz ehrlich, ich bin aus dem Alter raus, wo ich meine Zeit darauf verschwenden muss, mir anzuhören, was andere wieder so alles gesagt haben, um mich dann darüber aufzuregen und einen Diss gegen den oder den zu schreiben.

Der Lieblingsdiss gegen dich ist ja die Bezeichnung als Emo-Rapper. In deinem Song „Kein Held“ sagst du: „Emo-Rapper links, Emo-Rapper rechts, der Erfolg gibt dem Emo-Rapper Recht.“ Gehst du so gelassen mit dem Begriff um, und kannst du sogar darüber lachen?
Als der Begriff anfing sich hoch zu stilisieren, gab es schon eine Phase, in der ich mich tierisch darüber aufgeregt habe. Wenn überhaupt, komme ich aus der Hardcore- oder Punk-Ecke. Also ist der Begriff Emo-Rapper einfach falsch und sowieso ausgelutscht mittlerweile. Ich kann aber auch drüberstehen, weil es diese Sparte so im HipHop noch nicht gegeben hat. Wenn man an Straßen-Rap denkt, dann denkt man sofort an Bushido. Und wenn man den Begriff Emo-Rap hört, dann denkt man an Casper. Das ist schon eine Art in Stein gemeißelt zu werden.


Das ganze Interview von Casper mit ZEITjUNG kannst du hier lesen.


Red Bull Tourbus Festival bei der Fête de la Musique in Berlin
21. Juni von 16 bis 22 Uhr im Mauerpark  • Eintritt frei

- Young Rebel Set
- Casper
- Ghost of Tom Joad
- Maike Rosa Vogel
- Torpus

In den Umbaupausen: Kilian vs. Beat! Beat! Beat! DJ Team
 


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