Sie blickte dem Tod ins Auge und fand zurück ins Leben. Nun präsentiert uns die B.A.S.E-Jumperin Karina Hollekim "20 Seconds of Joy". Ein Film in dem sie zeigt, warum sie für ihren Sport hohe Risiken in Kauf nimmt.
„20 Seconds of Joy” ist das Ergebnis von fünf Jahren voller Dramen, Spannung, Tragödien und Euphorie – fünf Jahre aus dem Leben der B.A.S.E.-Jumperin und Freeski-Legende Karina Hollekim. Die 31-jährige Norwegerin hat sich erst kürzlich von einem Unfall beim Red Bull Vertigo 2006 erholt, bei dem sie beinahe gestorben wäre. Der Film „20 Seconds of Joy” fängt ein, wie sich das Unheil zusammenbraute und welchen Horror und welches Leid es zur Folge hatte. Dazu beschreibt er die Probleme und Sorgen, mit denen Karina im Laufe ihres spektakulären jungen Lebens schon zu kämpfen hatte.
„Dieser Film gibt Menschen aller Gesellschaftsschichten einen Einblick in das Leben und das Denken einer extremen Sportlerin“, sagt Karina. „Er versucht, der Öffentlichkeit zu zeigen, warum jemand sich dafür entscheidet, von einem Felsen zu springen. Außerdem zeigt der Film die ganze Schönheit meines Sports und erklärt seine Gefahren. Er veranschaulicht die Risiken und stellt klar, warum dieser Sport eine Entscheidung für einen ganzen Lebensstil ist.“
Dieser Film ist definitiv kein Film nur über das B.A.S.E.-Jumpen. Er ist vielmehr eine Dokumentation über die Reise eines Menschen. Er handelt davon, wie jemand darum kämpft, sich nicht den Normen des Alltags anzupassen, und er handelt von der Suche nach Glück. Und er zeigt die Konsequenzen auf, die ein solcher Lifestyle mit sich bringt.
„Als ich den Film das erste Mal sah, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte“ Karina Hollekim
„Ich hatte die Sorge, dass die Menschen nicht verstehen können, wie sehr ich diesen Sport liebe“, erklärt Karina. „Aber wenn man mein Gesicht sieht und wie meine Hände und Arme zittern, versteht man es. Es ist eine sehr persönliche Sache – daher macht es mir ein wenig Angst, so viel Persönliches zu zeigen. Aber das ist es ganz sicher wert.“
Ein Hit bei den Fans
Manche Menschen denken, dass Extremsportler mit dem Kopf nach unten schlafen und aus Spaß an der Freud’ rohes Eiweiß schlürfen. „20 Seconds of Joy“ rückt die Dinge ins richtige Licht. Der Film eröffnet dem Publikum einmalige Eindrücke in ein Leben, das viele nur mit Staunen und aus sicherer Distanz betrachten wollen. Gleichzeitig bietet er sehr persönliche Einblicke in die Psyche eines der glamourösesten Superstars des Extremsports.
Ein Leben voller Risiko zu führen, bringt logischerweise auch Konsequenzen mit sich. Aber es bezeugt nur Karinas Mut und Können, dass sie dennoch eine der populärsten Vertreterinnen ihrer Sportart geworden ist. Die ersten Reaktionen auf den Film waren hervorragend. „20 Seconds of Joy“ hat beim Banff Mountain Film Festival zwei Awards gewonnen und ein breites Publikum berührt. Rentner, Teenager und Eltern haben diesen Film mit großem Erstaunen angeschaut und durch ihn miterlebt, wie Karina zu einer der besten B.A.S.E.-Jumperinnen und Extremsportlerinnen wurde.
„Die Reaktionen waren zu schön, um wahr zu sein“, erzählt Karina. „Es ist ja nichts Alltägliches, eine einstündige Dokumentation über sich zu machen. Es war sehr spannend zu sehen, ob mein Leben und meine Art, es zu leben, auch andere Menschen interessieren würde.“
(c) Red Bull Photofiles
„Als ich den Film das erste Mal sah, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte“, gibt Karina zu. „Es dauerte vier oder fünf Minuten, bis ich meine Gefühle wieder geordnet hatte. Dann fühlte ich mich stolz und geehrt. Der Film hat mir die Gelegenheit gegeben, Menschen dazu zu inspirieren, ihre Träume auszuleben und Wege einzuschlagen, die noch nicht ausgetreten sind. Ich habe das als eine große Bereicherung empfunden.“
Ein Projekt, das mit dem Film gewachsen ist
Der Film begann im Jahr 2002 als „kleines“ Projekt: Der deutsche Filmemacher Jens Hoffmann hatte die Idee, das Leben eines jungen, aufstrebenden Skistars zu dokumentieren. Im Laufe seiner Entstehung hat der Film weit größere Dimensionen angenommen und das Leben vieler anderer Menschen berührt. Während der weltweiten Dreharbeiten konnten Menschen aus Mali, Malaysia und Malibu Karinas begeisternde Qualitäten hautnah erleben.
„Sie war damals jung und gutaussehend, aber auch noch relativ unbekannt“, erinnert sich Jens Hoffmann an das erste Treffen mit Karina im Jahr 2002. „Als ich erfuhr, dass sie eine B.A.S.E.-Jumperin ist, dachte ich mir sofort: ‚Das gibt ein gutes Skript her!’ Fünf Jahre später hat der Film viele verschiedene Entwicklungen durchgemacht, aber jetzt sind wir sehr stolz auf dieses Athletinnenporträt. Es war ein Traum, mit ihr zusammenzuarbeiten.“
Mit Glück und Verstand
Karina hat ihre Adrenalinschübe schon beim Sprung vom Kuala Lumpur Tower gesucht, aber auch beim Finale der Free Skiing World Tour in Les Arcs (Frankreich) oder bei einem B.A.S.E.-Jump-Weltrekord für Frauen. Heute kämpft sie darum, wieder auf Ski stehen zu können. Ihr beinahe tödlicher Unfall im August 2006 in Villeneuve (Schweiz), als sich ihr Fallschirm beim Skydiven nicht richtig öffnete, hat sie nur noch stärker gemacht. Die attraktive, mehrsprachige und charismatische Norwegerin zeigt auch bei diesem Kampf die Kraft und Entschlossenheit, die sie schon während ihrer ganzen Karriere ausgezeichnet hat. Ihre Heilungsgeschichte gleicht einem Wunder: Sie erlitt 25 Brüche in den Beinen und zog sich eine Infektion zu, die ihr fast das rechte Bein gekostet hätte – erst nach einem Dutzend Operationen konnte es gerettet werden. Heute kann Karina wieder laufen und plant, im Laufe des nächsten Jahres wieder auf Ski zu stehen.
Karina Hollekim ist eine außergewöhnliche Athletin, und der Film „20 Seconds of Joy” wird alle inspirieren, die ihr Leben in vollen Zügen auskosten wollen – und alle, die einfach nur von dieser jungen Frau begeistert sind, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt und es bis zum Maximum auslebt.
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